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13.01.2026
20:36 Uhr

Trumps außenpolitischer Kurswechsel: Zwischen Interventionismus und Zurückhaltung

Trumps außenpolitischer Kurswechsel: Zwischen Interventionismus und Zurückhaltung

Die jüngsten militärischen Aktionen der Trump-Administration in Venezuela markieren einen bemerkenswerten Wendepunkt in der amerikanischen Außenpolitik. Was sich in den frühen Morgenstunden des vergangenen Wochenendes abspielte, war weit mehr als eine bloße Machtdemonstration – es war die praktische Umsetzung einer völlig neuen strategischen Doktrin, die weder den klassischen Neokonservatismus noch den isolationistischen Flügel der America-First-Bewegung zufriedenstellt.

Der "Papi" der westlichen Hemisphäre

Während Trump in Europa von seinen Unterstützern scherzhaft als "Daddy" bezeichnet wird, zeigt er nun in Lateinamerika seine väterliche Autorität auf ganz andere Weise. Die venezolanische Bevölkerung erwachte am Wochenende in einer veränderten Realität. Ein neuer Sheriff überwacht die Hemisphäre – und die Konsequenzen werden sowohl regional als auch global spürbar sein.

China wird seinen Gürtel enger schnallen müssen und kann nicht länger ungestört Straßen bauen sowie Gegner der USA in deren Hinterhof unterstützen. Kuba sollte besonders besorgt sein. Was in Venezuela geschah, entsprang keineswegs der militärischen Denkweise der gescheiterten Schweinebucht-Invasion. Wie Venezuela ist auch Kuba von der US-Marine umgeben. Die kubanische Infrastruktur war bereits vor den Hurrikans am Boden. Das Land gleicht nachts Nordkorea – und seine Bevölkerung verbringt die Tage in einem verzweifelten Überlebenskampf.

Regime-Einfluss statt Regime-Wechsel

Hier liegt der entscheidende Unterschied zu früheren amerikanischen Interventionen. Trump hat die Neokonservativen und ihre America-First-Kritiker gleichermaßen verblüfft. Er demonstrierte der Welt einen Mittelweg – sowohl bei der Operation "Midnight Hammer" im Iran als auch bei der "Operation Absolute Resolve" in Venezuela.

Unter Trumps Führung plante und exekutierte seine Administration eine behördenübergreifende kinetische Reaktion mit minimalen Opfern unter den Schlüsselfiguren des Regimes – keine unter der Zivilbevölkerung – mit dem Ergebnis eines Morgens, der Frieden und einen geordneten Übergang zu besseren Verhältnissen begünstigt.

Dies ist keine Rhetorik, sondern eine fundamentale Neuausrichtung. Trump bestraft nicht die Unschuldigen – weder Männer, Frauen noch Kinder – und auch nicht alle Schuldigen. Das ist America First, geboren aus Besonnenheit und Zurückhaltung. Er trifft präzise Ziele und selbstsichere Führungspersönlichkeiten, die die relative Größe ihrer Macht falsch einschätzen.

Die Kunst des Deals auf dem Schlachtfeld

Trump bot Maduro einen Ausweg an, der keine Gefängniszelle erforderte. Er hätte das Leben eines al-Assad irgendwo führen können, das seinem despotischen Geschmack entspricht. Er nahm das Angebot nicht an – und erwachte in einer völlig anderen Position. Seiner Stellvertreterin Delcy Rodríguez wurde eine zweite Chance angeboten, eine Art Treuhandverhältnis für sie und ihre Komplizen.

Man stelle sich vor, was in Venezuela mit Maduro gelang, wäre im Irak mit Saddam Hussein geschehen. Ihn in seinem Palast im Schlaf zu ergreifen und sein Volk sowie seine Führungsriege in Ruhe zu lassen. Wie viel menschliches Leid hätte in Afghanistan und im Irak vermieden werden können, wenn dies unsere erste Reaktion auf schlechtes Verhalten gewesen wäre?

Eine Evolution der Staatskunst

Trumps Nationale Sicherheitsstrategie stellt eine Weiterentwicklung der Kriegskunst und Staatsführung dar. Der "Trump-Zusatz" zur Monroe-Doktrin ist eine Verbesserung, hinter der sich die westliche Welt versammeln kann. Außenminister Marco Rubio und Verteidigungsminister Pete Hegseth – beide mit neokonservativen Lebensläufen – scheinen sich zu einem dritten Weg entwickelt zu haben: Trumps Weg zwischen den Exzessen des Neokonservatismus und den Defiziten des isolationistischen Quäkertums.

Für Europa und insbesondere für Deutschland sollte diese Entwicklung ein Weckruf sein. Während die Bundesregierung noch immer in ideologischen Grabenkämpfen verharrt, demonstriert Trump, wie pragmatische Außenpolitik im 21. Jahrhundert aussehen kann – entschlossen, aber maßvoll, kraftvoll, aber nicht zerstörerisch.

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