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Trumps Achillesferse: Wie US-Staatsanleihen zur Waffe im transatlantischen Konflikt werden könnten

Trumps Achillesferse: Wie US-Staatsanleihen zur Waffe im transatlantischen Konflikt werden könnten

Die Vereinigten Staaten, jene selbsternannte Supermacht, die sich gerne als unverwundbar inszeniert, haben einen wunden Punkt. Einen sehr wunden Punkt. Und dieser liegt ausgerechnet dort, wo man ihn am wenigsten vermuten würde: im Herzen des amerikanischen Finanzsystems. Die Rede ist von US-Staatsanleihen – jenen Schuldscheinen, mit denen sich Washington seit Jahrzehnten seine ausufernden Ausgaben finanziert.

Europa hält die Trümpfe in der Hand

Was viele nicht wissen: Die Europäische Union ist der größte ausländische Gläubiger der Vereinigten Staaten. Finanzakteure innerhalb der EU halten sage und schreibe 23 Prozent aller US-Staatsanleihen – ein Volumen von mehr als 2,1 Billionen Dollar. Eine Summe, die selbst hartgesottene Finanzexperten schlucken lässt. Chris-Oliver Schickentanz von der Capitell AG bringt es auf den Punkt: Europa könnte dieses Druckmittel nutzen, um "einem Donald Trump mal Einhalt zu gebieten".

Die Debatte um "Sell America" – also den koordinierten Verkauf amerikanischer Staatsanleihen durch europäische Investoren – ist nicht aus dem Nichts entstanden. Sie wurde durch den eskalierenden Konflikt um Grönland befeuert, jene arktische Insel, die Trump mit seinen Annexionsphantasien ins Zentrum eines diplomatischen Sturms gerückt hat. George Saravelos von der Deutschen Bank identifizierte den Anleihemarkt als "entscheidende Schwäche" der USA – und traf damit offensichtlich einen Nerv.

Trump reagiert mit Drohgebärden

Die Reaktion aus Washington ließ nicht lange auf sich warten. Mit der ihm eigenen Subtilität drohte der US-Präsident den Europäern mit "vehementen Vergeltungsmaßnahmen", sollten sie tatsächlich in großem Stil US-Staatsanleihen abstoßen. "Wir haben alle Karten in der Hand", tönte Trump gegenüber Fox Business. Eine Aussage, die angesichts der Faktenlage fast schon komisch anmutet. Denn wer mit über 38 Billionen Dollar verschuldet ist – ein historischer Rekordstand –, der sitzt nicht gerade am längeren Hebel.

Die Mechanik dahinter ist simpel, aber brutal: Verkaufen viele Investoren gleichzeitig ihre Anleihen, sinkt deren Kurs. Die Rendite für neue Käufer steigt, und damit auch die Zinsen, die Washington für künftige Schulden zahlen muss. Für eine Regierung, die gerade ihre "Big Beautiful Bill" – eine gigantische Steuerreform – finanzieren will, wäre das ein Albtraum.

Erste Risse im Fundament

Die ersten Dominosteine fallen bereits. Ein dänischer Pensionsfonds kündigte den Verkauf seiner US-Staatsanleihen im Wert von 100 Millionen Dollar an. US-Finanzminister Scott Bessent versuchte die Sache kleinzureden: Die Investitionen Dänemarks seien "irrelevant". Doch die Nervosität ist spürbar. Auch ein schwedischer Vermögensverwalter reduziert seine US-Bestände – und begründet dies mit der "schlechten Verwaltung der öffentlichen Finanzen" in Washington.

Besonders brisant: Selbst amerikanische Investoren ziehen Kapital ab. Pimco, eine der größten Investmentgesellschaften der Welt, begründet ihren Rückzug mit Trumps "unvorhersehbarer" Politik. Der Investmentbanker Gary Cohn bestätigt: "Es findet derzeit eine Art 'Sell America' statt."

Die USA graben sich ihr eigenes Grab

Man muss Europa gar nicht erst zum Handeln auffordern – die Vereinigten Staaten untergraben ihre eigene Position bereits selbst. Die Ratingagentur Scope senkte im Oktober die Kreditwürdigkeit der USA, und zwar nicht nur wegen der explodierenden Schulden. Die "Schwächung von Standards bei der Regierungsführung" und das "Aushöhlen der etablierten Gewaltenteilung" verringerten die Vorhersehbarkeit amerikanischer Politik, hieß es im vernichtenden Urteil.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Vor der Finanzkrise lag die US-Staatsverschuldung bei etwa 60 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Heute sind es 120 Prozent. Scope prognostiziert einen Anstieg auf 140 Prozent bis 2030. Damit wären die USA nach Japan der am zweithöchsten verschuldete Industriestaat der Welt.

"Es gibt eine unglaublich große Skepsis, was die USA als Land, als Regierungsapparat angeht. Das zeigt sich beim US-amerikanischen Dollar, aber auch bei US-amerikanischen Staatsanleihen."

Der Dollar wankt, das Vertrauen schwindet

Die Rendite für 30-jährige US-Staatsanleihen kratzt bereits an der psychologisch wichtigen Fünf-Prozent-Marke. Der Dollar schwächelt, der Euro gewinnt an Stärke. All dies geschieht, während Washington in diesem Jahr 1,7 Billionen Dollar an neuen Schulden aufnehmen muss. Die Frage ist nicht mehr, ob die Achillesferse der USA verwundbar ist – sie ist es bereits.

Für Anleger, die in diesen turbulenten Zeiten nach Stabilität suchen, drängt sich eine Erkenntnis auf: Papierwerte – seien es Staatsanleihen, Aktien oder Währungen – sind letztlich nur so viel wert wie das Vertrauen, das ihnen entgegengebracht wird. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber hingegen haben über Jahrtausende ihren Wert bewiesen und bieten einen Schutz, den keine Regierung per Dekret entwerten kann. In einem Portfolio, das auf langfristige Vermögenssicherung ausgerichtet ist, verdienen sie einen festen Platz.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger ist selbst für seine Investitionsentscheidungen verantwortlich und sollte vor einer Anlageentscheidung eigene Recherchen durchführen oder einen qualifizierten Finanzberater konsultieren.

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