
Trump setzt Iran unter Druck: Neue Verhandlungsrunde und Zolldrohungen gegen Teheran
Der amerikanische Präsident Donald Trump zeigt einmal mehr, wie man Außenpolitik mit harter Hand betreibt. Nach der jüngsten Verhandlungsrunde mit dem Iran verkündete er an Bord der Air Force One auf dem Weg nach Florida, dass die Gespräche „sehr gut" verlaufen seien. Doch wer Trump kennt, weiß: Hinter dem diplomatischen Lächeln verbirgt sich stets die geballte Faust.
Oman als Vermittler zwischen den Erzfeinden
Unter der Vermittlung des Golfstaats Oman haben die USA eine neue Verhandlungsrunde mit der Islamischen Republik aufgenommen. Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi bezeichnete das Treffen gegenüber dem heimischen Staatsfernsehen als „guten Anfang" – eine bemerkenswert zurückhaltende Formulierung, die auf die Komplexität der Gespräche hindeutet. Auf die Frage, ob und wann die Verhandlungen fortgesetzt würden, wollte sich der iranische Chefdiplomat nicht festlegen.
Trump hingegen ließ keine Zweifel aufkommen: Bereits Anfang nächster Woche sollen weitere Gespräche stattfinden. Der Iran scheine „sehr an einem Deal interessiert" zu sein, so der US-Präsident. Eine Einschätzung, die angesichts der wirtschaftlichen Lage Teherans durchaus plausibel erscheint.
Die Zollkeule als diplomatisches Werkzeug
Doch Trump wäre nicht Trump, wenn er nicht gleichzeitig mit Konsequenzen drohen würde. Per Dekret kündigte er mögliche Strafzölle gegen Handelspartner des Irans an. Die Botschaft ist unmissverständlich: Wer mit Teheran Geschäfte macht, riskiert den Zorn Washingtons.
Laut der Anordnung sollen Zölle auf Importe in die USA erhoben werden können, die aus Ländern stammen, welche Waren oder Dienstleistungen aus der Islamischen Republik beziehen. Als Beispiel nannte Trump eine Höhe von 25 Prozent – ein empfindlicher Aufschlag, der so manchen Handelspartner zum Nachdenken bringen dürfte. Konkrete Ländernamen nannte der Präsident wohlweislich nicht, doch die Drohung steht im Raum wie ein Damoklesschwert.
Die rote Linie: Keine Atomwaffen für den Iran
Trump bekräftigte einmal mehr seine bekannte Position: Der Iran dürfe unter keinen Umständen Atomwaffen besitzen. Diese rote Linie zieht sich wie ein roter Faden durch die amerikanische Außenpolitik – und sie ist richtig. Ein nuklear bewaffneter Iran würde das ohnehin fragile Gleichgewicht im Nahen Osten endgültig zum Kippen bringen.
Der US-Präsident wies mehrfach auf das Vorgehen der iranischen Behörden gegen Demonstranten hin und betonte die Problematik des Atomprogramms. Während europäische Politiker oft mit Samthandschuhen agieren, spricht Trump Klartext. Man mag von seinem Stil halten, was man will – aber diese Direktheit hat durchaus ihre Berechtigung in einer Welt, in der zu viel diplomatisches Geschwurbel oft mehr schadet als nutzt.
Was bedeutet das für die Weltpolitik?
Die Verhandlungen zwischen Washington und Teheran finden vor dem Hintergrund einer ohnehin angespannten geopolitischen Lage statt. Der Nahost-Konflikt schwelt weiter, und die Eskalation zwischen Israel und dem Iran im vergangenen Jahr hat die Region an den Rand eines größeren Krieges gebracht. Trumps Doppelstrategie aus Verhandlungsbereitschaft und wirtschaftlichem Druck könnte sich als wirksamer erweisen als die zahnlose Diplomatie, die wir aus Europa gewohnt sind.
Interessant ist auch der Seitenhieb, den der Iran kürzlich gegen Bundeskanzler Merz richtete: Deutschland sei zum „Motor des Rückschritts" geworden, so die Kritik aus Teheran. Eine Aussage, die – bei aller gebotenen Distanz zum iranischen Regime – einen wahren Kern enthält. Während Trump handelt, debattiert Deutschland noch über die richtige Formulierung der Pressemitteilung.

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