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Kettner Edelmetalle
25.01.2026
15:53 Uhr

Tragödie in der Nordsee: Suche nach vermisstem Seemann bleibt erfolglos

Tragödie in der Nordsee: Suche nach vermisstem Seemann bleibt erfolglos

Die eisigen Fluten der Elbmündung haben möglicherweise ein weiteres Opfer gefordert. Nach rund sieben Stunden intensiver Suche mussten die Rettungskräfte am Sonntag ihre Bemühungen einstellen, einen 29-jährigen Seemann zu finden, der vom Tanker „Songa Pearl" verschwunden war. Das Schiff befand sich auf dem Weg von Antwerpen nach Danzig, als die Besatzung das Fehlen ihres Kollegen bemerkte.

Dramatische Suche bei lebensfeindlichen Bedingungen

Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger teilte mit, dass der junge Mann bereits „einige Stunden" vor der eigentlichen Vermisstenmeldung zuletzt an Bord gesehen worden sei. Ein Umstand, der die Hoffnungen auf eine erfolgreiche Rettung von Beginn an erheblich schmälerte. Denn bei einer Wassertemperatur von lediglich einem Grad Celsius kann ein Mensch im offenen Wasser nur wenige Minuten überleben, bevor die Unterkühlung einsetzt und das Bewusstsein schwindet.

Etwa eine Stunde nach der Alarmierung machte der Seenotrettungskreuzer „Anneliese Kramer" einen Fund, der die schlimmsten Befürchtungen zu bestätigen schien: Ein Rettungskragen mit Blinklicht wurde aus den Wellen geborgen, der eindeutig dem Tanker zugeordnet werden konnte. Ob der Vermisste diesen Kragen jemals angelegt hatte oder ob das Rettungsmittel ungenutzt über Bord ging, bleibt unklar.

Großaufgebot ohne Erfolg

Die Rettungskräfte ließen nichts unversucht. Mehrere Rettungs- und Polizeiboote sowie ein Rettungshubschrauber durchkämmten zunächst den Küstenbereich zwischen Groden und Otterndorf auf der Unterelbe. Die komplexen Strömungsverhältnisse in diesem Gebiet zwangen die Einsatzleitung jedoch dazu, das Suchgebiet nach Nordwesten zu verlagern. Die Nordsee ist bekannt für ihre tückischen Gezeiten und unberechenbaren Strömungen, die einen Menschen binnen kürzester Zeit weit von seinem ursprünglichen Standort forttreiben können.

Nach sieben Stunden fiel schließlich die schwere Entscheidung, die aktive Suche einzustellen. Die Rettungskräfte betonten, dass ihre Bemühungen „bis zum Eintreffen neuer Erkenntnisse" ausgesetzt seien – eine Formulierung, die wenig Hoffnung lässt, aber die Tür für weitere Maßnahmen nicht vollständig verschließt.

Die Gefahren der Seefahrt

Dieser tragische Vorfall erinnert einmal mehr an die Risiken, denen Seeleute tagtäglich ausgesetzt sind. Die Arbeit auf hoher See gehört nach wie vor zu den gefährlichsten Berufen weltweit. Während die genauen Umstände des Verschwindens noch unklar sind, wirft der Fall Fragen auf: Wie konnte ein Besatzungsmitglied unbemerkt von Bord gehen? Welche Sicherheitsvorkehrungen waren an Bord getroffen worden?

Die Angehörigen des 29-Jährigen stehen nun vor der quälenden Ungewissheit, möglicherweise niemals Klarheit über das Schicksal ihres Familienmitglieds zu erlangen. Die kalte Nordsee gibt ihre Geheimnisse nur selten preis.

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