
Tödlicher Wohnungsbrand in Berlin-Friedrichsfelde: Eine Mutter und zwei Kinder verlieren ihr Leben
Ein Hochhaus in der Dolgenseestraße im Berliner Stadtteil Friedrichsfelde steht unter Schock. In der Nacht zum 11. Februar brach in einer Wohnung ein verheerendes Feuer aus, das eine junge Familie auslöschte – eine 26-jährige Mutter, ihr fünfjähriger Sohn und ein neun Monate alter Säugling. Drei Menschenleben, die innerhalb weniger Tage erloschen. Drei Todesmeldungen, die ein ganzes Wohnviertel in Trauer stürzen.
Eine Nacht, die nach Rauch und Verzweiflung schmeckte
Gegen 20 Uhr am besagten Mittwochabend schlug der Alarm an. Ein Portier bemerkte den Rauch, reagierte geistesgegenwärtig und rief die Feuerwehr. Als die Einsatzkräfte das Gebäude räumten, fanden sie im Flur nahe der Brandwohnung die junge Mutter und ihre beiden Kinder – reglos, bewusstlos, dem Tod bereits näher als dem Leben. Was folgte, war ein verzweifelter Kampf: Reanimationsversuche, das hektische Klappen von Tragen, Rettungswagen mit heulendem Martinshorn, Blaulicht, das sich in den Pfützen auf dem nassen Asphalt brach.
Der Säugling starb noch in derselben Nacht. Zwei Tage später erlag der fünfjährige Bruder seinen schweren Verletzungen. Wenige Stunden danach folgte die Mutter. Drei Leben – ausgelöscht in einer Woche, die für die Bewohner dieses Hochhauses zur Ewigkeit wurde.
40 Bewohner ambulant behandelt – ein ganzes Haus traumatisiert
Der Brand riss nicht nur ein Loch in eine Wohnung. Er zerriss das fragile Gefüge eines Alltags, der in solchen anonymen Wohnblöcken ohnehin kaum mehr als ein stilles Nebeneinander ist. 40 Bewohner mussten noch in der Unglücksnacht vor Ort ambulant behandelt werden, mehrere kamen in Krankenhäuser. Darunter auch der 75-jährige Mieter, in dessen Wohnung das Feuer nach bisherigem Ermittlungsstand seinen Ursprung nahm. Das gesamte Gebäude wurde während der Löscharbeiten evakuiert. Mittlerweile seien fast alle Mieter zurückgekehrt, vier Wohnungen blieben jedoch weiterhin gesperrt, wie die zuständige Wohnungsbaugesellschaft mitteilte.
„Viele Menschen haben geweint, manche waren nur leicht bekleidet", berichtete ein Anwohner über das Chaos jener Nacht. „Es war einfach nur schrecklich." Wer heute durch die Dolgenseestraße geht, sieht die Spuren der Katastrophe: verrußte Gardinen, provisorisch vernagelte Fenster, einen dunklen Schatten über der dritten Etage – als hätte jemand mit Kohle eine Wunde in den Beton geritzt.
Ermittlungen wegen fahrlässiger Brandstiftung
Die entscheidende Frage – warum? – bleibt bislang unbeantwortet. Das Landeskriminalamt ermittelt zur Brandursache. Man ermittle gegen einen Mieter wegen fahrlässiger Brandstiftung, hieß es von der Pressestelle der Polizei. Mehr ist derzeit nicht bekannt. Die Feuerwehr war auch Tage nach dem Unglück noch einmal vor Ort, um das Brandhaus zu inspizieren. „Routine ist das", sagte einer der Einsatzkräfte lakonisch – als könne Routine irgendetwas an dieser Tragödie mildern.
Überwältigende Hilfsbereitschaft – und die Frage nach dem großen Ganzen
Vor dem Hochhaus haben Menschen Kerzen, Karten und Stofftiere abgelegt. Ein Meer aus Lichtern und Spielzeug auf grauem Beton – stilles Gedenken für eine Familie, die unerwartet aus dem Leben gerissen wurde. Die CDU-Politikerin Lilia Usik hatte gemeinsam mit weiteren Helfern zu Kleider- und Sachspenden für die betroffenen Mieter aufgerufen. Die Resonanz sei überwältigend gewesen, berichtete sie. Binnen einer Stunde seien so viele Spenden zusammengekommen, dass man einen Annahmestopp habe aussprechen müssen. Damit habe sie niemals gerechnet.
Es ist diese spontane Solidarität, die in solchen Momenten das Beste im Menschen zum Vorschein bringt. Doch sie kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass Deutschland ein wachsendes Problem mit der Sicherheit seiner Bürger hat – nicht nur auf offener Straße, sondern auch hinter den Türen maroder Wohnblöcke. Wie viele solcher Tragödien müssen noch geschehen, bevor die Politik endlich konsequent handelt? Bevor Brandschutzvorschriften nicht nur auf dem Papier existieren, sondern tatsächlich durchgesetzt werden? Bevor die Verantwortlichen in den Wohnungsbaugesellschaften und Behörden begreifen, dass hinter jeder Klingel an diesen anonymen Hochhäusern ein Menschenleben steht?
Drei Tote. Ein Hochhaus im Schockzustand. Und eine Stadt, die zur Tagesordnung übergeht, noch bevor die Kerzen vor dem Eingang heruntergebrannt sind. Berlin im Jahr 2026 – eine Hauptstadt, die ihre Schwächsten allzu oft im Stich lässt.
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