
Teslas Roboter-Revolution entpuppt sich als Luftnummer
Die großspurigen Ankündigungen von Elon Musk haben wieder einmal die Realität eingeholt. Der Tesla-Chef musste nun in einem Investoren-Call einräumen, dass seine vielgepriesenen Optimus-Roboter in den Fabriken des Unternehmens praktisch keine nennenswerte Arbeit verrichten. Von einem Ersatz menschlicher Arbeitskräfte könne keine Rede sein – ein bemerkenswertes Eingeständnis für einen Mann, der die Welt regelmäßig mit seinen visionären Versprechen in Atem hält.
Vom Großprojekt zur Lernübung degradiert
Was Musk noch vor wenigen Monaten als bahnbrechende Technologie anpries, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als bescheidenes Pilotprojekt. In den Tesla-Werken befinden sich lediglich wenige Exemplare des humanoiden Roboters, die ausschließlich einfache Aufgaben übernehmen. „Wir befinden uns immer noch in den frühen Phasen von Optimus", gestand der Milliardär kleinlaut ein. Der Roboter sei nicht in einer „materiellen Weise" in den Fabriken präsent, sondern dort, um zu „lernen".
Diese Aussage steht in krassem Widerspruch zu den vollmundigen Ankündigungen des vergangenen Jahres. Noch 2025 hatte Musk versprochen, im Laufe des Jahres rund 10.000 Optimus-Roboter zu produzieren. Tatsächlich wurden offenbar nur eine Handvoll Modelle fertiggestellt. Eine signifikante Produktion erwartet der Tesla-Chef nun frühestens Ende 2026 – wieder einmal verschiebt sich der Zeitplan nach hinten.
Die dritte Generation soll es richten
Wie so oft bei Musk folgt auf das Eingeständnis des Scheiterns sogleich das nächste große Versprechen. Tesla plant, im ersten Quartal 2026 die dritte Generation von Optimus vorzustellen. Diese soll erstmals für die Massenproduktion ausgelegt sein und unter anderem ein neues Handdesign aufweisen. Der Produktionsstart ist für Ende 2026 geplant – zunächst jedoch in begrenztem Umfang, wie Musk vorsichtshalber hinzufügte.
Wie viele Roboter Tesla derzeit tatsächlich besitzt, ließ der Konzernchef wohlweislich offen. Diese Geheimniskrämerei dürfte kaum geeignet sein, das Vertrauen der Investoren zu stärken, die auf Basis seiner optimistischen Prognosen Anlageentscheidungen getroffen haben.
Ein Muster der überzogenen Versprechen
Das Muster ist bekannt: Musk kündigt revolutionäre Technologien an, die Medien überschlagen sich, die Aktienkurse steigen – und Jahre später stellt sich heraus, dass die Realität weit hinter den Erwartungen zurückbleibt. Ob vollautonomes Fahren, Hyperloop oder nun die Roboter-Revolution: Die Liste der verschobenen oder nie realisierten Projekte wird immer länger.
Fairerweise muss man anerkennen, dass Tesla bei der Entwicklung humanoider Roboter vermutlich weiter ist als die meisten deutschen Unternehmen. Doch das ändert nichts an der Tatsache, dass Anleger gut beraten sind, die Ankündigungen des exzentrischen Milliardärs mit einer gehörigen Portion Skepsis zu betrachten. Wer sein Vermögen auf Basis von Musks Versprechen investiert, könnte am Ende mit leeren Händen dastehen.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Investitionen in Aktien und andere Wertpapiere sind mit erheblichen Risiken verbunden. Jeder Anleger ist für seine Entscheidungen selbst verantwortlich und sollte vor einer Investition eine unabhängige Beratung in Anspruch nehmen sowie eigene Recherchen durchführen.












