
Tennis statt Bundesrat: Wie ein CDU-Bürgermeister die Prioritäten eines Landes auf den Kopf stellt
Es gibt Momente in der deutschen Politik, in denen man sich die Augen reibt und fragt, ob man Zeuge einer Realsatire oder tatsächlich der Regierungsführung eines deutschen Bundeslandes wird. Der Berliner Regierende Bürgermeister Kai Wegner liefert derzeit ein Lehrstück ab, das genau diese Frage aufwirft. Während im Bundesrat über die Verschärfung des Waffenrechts debattiert werden sollte, glänzte der CDU-Mann durch Abwesenheit. Stattdessen ließ er sich vom Finanzsenator Stefan Evers vertreten – jenem Mann, der als möglicher Nachfolger bereits in den Startlöchern steht.
Ein Bürgermeister, der lieber Flaggen hisst als regiert
Was tat Wegner an jenem Freitag, statt seiner staatspolitischen Pflicht nachzukommen? Er plante, um 13:30 Uhr am Roten Rathaus die Regenbogenflagge zu hissen. Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Ein Land steht vor der Debatte über sicherheitsrelevante Fragen, doch der oberste Repräsentant der Hauptstadt setzt seine Prioritäten offenbar bei symbolpolitischen Gesten. Es ist die schmerzhaft ehrliche Selbstdemaskierung einer politischen Kaste, die längst vergessen zu haben scheint, wofür sie eigentlich gewählt wurde.
Danach, so berichtete der Tagesspiegel, wollte Wegner gemeinsam mit Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder eine Straßenbaustelle besuchen. Eine Baustelle. Während seine eigene politische Existenz zur Baustelle geworden ist.
Die Lügen um den Berliner Blackout
Der eigentliche Kern des Skandals liegt jedoch tiefer und wiegt schwerer als jede bunte Fahne. Am 3. Januar, dem ersten Tag eines Stromausfalls in Berlin – ausgelöst durch einen linksextremen Anschlag – behauptete Wegner, er habe im Homeoffice gearbeitet und ab „8:08 Uhr“ mit den Krisenstäben telefoniert. Eine Geschichte, die sich nun als Kartenhaus aus Unwahrheiten entpuppt.
Der Tagesspiegel erzwang gerichtlich eine Auskunft der Senatsverwaltung. Das Ergebnis ist entlarvend: Wegner führte sein erstes dienstliches Telefonat nicht um kurz nach acht Uhr morgens, sondern erst um 12:45 Uhr. Und um 13 Uhr? Da ging der Regierende Bürgermeister Tennis spielen – mit seiner Freundin, der Bildungssenatorin. Während Teile der Hauptstadt ohne Strom im Dunkeln saßen, schwang der Mann an der Spitze des Senats den Tennisschläger.
Ein Land ohne Strom, ein Bürgermeister ohne Verantwortungsgefühl – und eine Öffentlichkeit, die wiederholt belogen wurde.
Der Aufstand in den eigenen Reihen
Es überrascht nicht, dass die Geduld selbst in der eigenen Partei erschöpft ist. Eine wachsende Zahl Berliner CDU-Mitglieder, angeführt von Christian Miele, dem Urenkel des Miele-Gründers, sowie Thorsten Alsleben von der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft, fordert Wegners Rückzug. Auch in der Bundes-CDU rege sich Unmut über den Landesvorsitzenden, wie berichtet wird. Am Abend sollte die Kreisvorsitzendenkonferenz der Berliner CDU über mögliche Konsequenzen aus dem Lügen-Skandal beraten.
Man muss kein politischer Prophet sein, um zu erkennen, dass hier ein Politiker um sein Amt kämpft, der jeden moralischen Kredit verspielt hat. Es ist bezeichnend für den Zustand der Volksparteien in diesem Land, dass ausgerechnet solches Personal an die Spitze gelangt. Wer sich fragt, warum das Vertrauen der Bürger in ihre Repräsentanten auf einem historischen Tiefstand liegt, findet in Berlin ein Musterbeispiel.
Symbolpolitik statt Substanz – ein deutsches Grundproblem
Der Fall Wegner ist mehr als eine lokale Berliner Posse. Er ist ein Sinnbild für eine politische Kultur, in der die richtige Symbolik wichtiger geworden ist als die Erfüllung staatlicher Kernaufgaben. Sicherheit, Krisenmanagement, Verantwortung – all das tritt zurück hinter Gesten, die vor allem der eigenen Selbstinszenierung dienen. Ein Großteil der Bürger dieses Landes hat für diese Prioritätensetzung längst nur noch Kopfschütteln übrig.
Deutschland bräuchte Politiker, die in der Krise Führung zeigen, statt sich in Ausreden zu flüchten und anschließend um Applaus auf der richtigen Bühne zu buhlen. Die Wähler dürften sich im September ihr eigenes Urteil bilden – sofern Wegner bis dahin überhaupt noch im Amt sein sollte.
In unsicheren Zeiten politischer Instabilität und wirtschaftlicher Verwerfungen erinnern sich viele Bürger daran, dass echter Wert nicht von Symbolpolitik abhängt. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben über Jahrhunderte bewiesen, dass sie Krisen überdauern – ganz gleich, wer gerade welche Fahne hisst. Als solider Baustein zur Absicherung eines breit gestreuten Vermögens behalten sie ihren Glanz, wenn politische Versprechen längst verblasst sind.

Deutschland Deutschland Das große Live-Webinar am 29. Juli – wie Sie Ihr Vermögen schützen, ohne auszuwandern
Live mit Marc Friedrich, Peter Hahne, Philip Hopf, Gerald Grosz, Kay Gottschalk & Tim Kellner – moderiert von Dominik Kettner. 100 % kostenlos.





Die Stimmen des Abends

MarcFriedrich

PeterHahne

PhilipHopf

GeraldGrosz

KayGottschalk

TimKellner
- Kettner Edelmetalle News
- Finanzen
- Wirtschaft
- Politik


















