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Kettner Edelmetalle
04.02.2026
06:46 Uhr

Telekom setzt auf Eisbach-Kühlung: Milliarden-Rechenzentrum am Englischen Garten eröffnet

Telekom setzt auf Eisbach-Kühlung: Milliarden-Rechenzentrum am Englischen Garten eröffnet

In einer Zeit, in der Deutschland wirtschaftlich zunehmend ins Hintertreffen gerät, gibt es zumindest einen Lichtblick aus München zu vermelden. Die Deutsche Telekom hat gemeinsam mit dem amerikanischen Chipgiganten Nvidia ein hochmodernes KI-Rechenzentrum in Betrieb genommen – und das in einer Rekordzeit von nur drei Monaten nach der ersten Ankündigung. Eine Milliarde Euro hat der Bonner Konzern in die Hand genommen, um sich im globalen Wettrennen um die Künstliche Intelligenz nicht vollständig abhängen zu lassen.

Politprominenz gibt sich die Ehre

Zur feierlichen Eröffnung erschienen Vizekanzler Lars Klingbeil und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder – ein seltenes Bild der Einigkeit zwischen Bund und Freistaat. Telekom-Chef Timotheus Höttges dürfte sich über die politische Rückendeckung gefreut haben, auch wenn man sich fragen darf, ob die Politik nicht besser daran täte, die Rahmenbedingungen für solche Investitionen grundsätzlich zu verbessern, anstatt nur bei Eröffnungsfeiern aufzutauchen.

Das neue Rechenzentrum beherbergt stolze 10.000 Nvidia-Grafikprozessoren der neuesten Blackwell-Generation. Damit rückt die Telekom zwar nicht ganz an den Supercomputer Jupiter im Forschungszentrum Jülich heran, der über 24.000 solcher Hochleistungschips verfügt, etabliert sich aber dennoch in der Spitzenliga deutscher Rechenkapazitäten.

Clevere Standortwahl: Vom Bankentresor zum Datenbunker

Besonders bemerkenswert ist die Geschwindigkeit, mit der das Projekt realisiert wurde. Die Telekom nutzte kurzerhand ein komplett renoviertes Rechenzentrum der ehemaligen Hypovereinsbank im Münchner Tucherpark-Quartier. Sechs unterirdische Stockwerke, einst für Bankgeschäfte konzipiert, dienen nun als Heimat für die stromhungrigen KI-Chips. Eine pragmatische Lösung, die zeigt, dass deutsche Unternehmen durchaus noch zu schnellem Handeln fähig sind – wenn man sie nur lässt.

Der Eisbach als natürliche Klimaanlage

Das eigentliche Highlight des Projekts ist jedoch das innovative Kühlkonzept. Die Blackwell-GPUs von Nvidia entwickeln im Betrieb extreme Hitze, die abgeführt werden muss. Statt auf energieintensive konventionelle Kühlung zu setzen, nutzt die Telekom das kalte Wasser des direkt am Gelände vorbeifließenden Eisbachs. Der berühmte Fluss, an dessen Welle sich sonst Surfer tummeln, wird damit zum natürlichen Kühlmittel für Hochleistungsrechner.

Doch damit nicht genug: Die entstehende Abwärme soll nicht einfach verpuffen, sondern in das lokale Fernwärmenetz eingespeist werden. Das umliegende Tucherpark-Quartier könnte künftig mit der Wärme beheizt werden, die bei der Berechnung komplexer KI-Modelle entsteht. Ein Kreislauf, der zumindest auf dem Papier ökologisch sinnvoll erscheint.

Datensouveränität als Trumpfkarte gegen US-Giganten

Im globalen Cloud-Geschäft ist die Telekom ein Zwerg im Vergleich zu den amerikanischen Riesen Amazon Web Services, Microsoft Azure und Google Cloud. Diese Konzerne investieren jährlich Summen, von denen deutsche Unternehmen nur träumen können. Doch die Telekom hat eine Nische gefunden, die gerade für deutsche Industrieunternehmen von unschätzbarem Wert sein könnte: die sogenannte Datensouveränität.

Viele deutsche Firmen – darunter Schwergewichte wie Airbus, BMW und Siemens – scheuen sich, sensible Daten in den Cloudspeichern amerikanischer Anbieter abzulegen. Der Grund liegt auf der Hand: Durch Gesetze wie den berüchtigten US Cloud Act haben amerikanische Behörden zumindest theoretisch Zugriffsmöglichkeiten auf Daten, die bei US-Unternehmen gespeichert werden – selbst wenn die Server physisch in Europa stehen.

Die Telekom bietet mit ihrer „Souveränen Cloud" die Garantie, dass Daten physisch in Deutschland verbleiben und ausschließlich europäischem und deutschem Recht unterliegen.

Hohe Energiekosten als Standortnachteil

Freilich hat der Standort Deutschland auch seine Schattenseiten. Die Energiekosten hierzulande gehören zu den höchsten weltweit – ein Erbe verfehlter Energiepolitik, das Unternehmen wie die Telekom teuer zu stehen kommt. Während amerikanische Tech-Konzerne in Regionen mit günstiger Energie expandieren können, muss die Telekom mit deutlich höheren Betriebskosten kalkulieren. Ob das Geschäftsmodell der Datensouveränität diese Nachteile langfristig kompensieren kann, bleibt abzuwarten.

Industriekunden in greifbarer Nähe

Die Standortwahl München ist kein Zufall. Die bayerische Landeshauptstadt beherbergt eine außergewöhnlich hohe Dichte an potenziellen Industriekunden. Neben den etablierten Konzernen siedeln sich hier auch innovative KI-Unternehmen wie Perplexity und Robotik-Start-ups wie Agile Robots an. Diese Firmen benötigen für ihre Anwendungen minimale Datenlaufzeiten – ein Vorteil, den ein zentral gelegenes Rechenzentrum mitten in der Stadt bieten kann, während Anlagen in entfernten Gewerbegebieten hier das Nachsehen haben.

Ob dieses Milliardenprojekt der Telekom tatsächlich zum Erfolg wird, hängt letztlich davon ab, ob deutsche Unternehmen bereit sind, für Datensouveränität einen Aufpreis zu zahlen. In einer Welt, in der Daten das neue Öl sind, könnte sich diese Investition als weitsichtig erweisen – oder als teures Experiment in einem Markt, der längst von amerikanischen und chinesischen Giganten dominiert wird.

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