
Sudan-Konferenz in Berlin: Merz empfängt Afrikanische Union – doch reicht Diplomatie gegen das Grauen?
Während Deutschland mit hausgemachten Problemen kämpft – von explodierenden Insolvenzzahlen über Pilotenstreiks bis hin zu einer maroden Infrastruktur –, lädt Bundeskanzler Friedrich Merz den Vorsitzenden der Kommission der Afrikanischen Union, Mahmoud Ali Youssouf, ins Berliner Kanzleramt ein. Der Diplomat aus dem ostafrikanischen Dschibuti soll am Dienstag ein Gespräch mit dem Kanzler führen, bevor er am Mittwoch als Co-Gastgeber an einer internationalen Konferenz zum Sudan-Konflikt teilnimmt. Ein Pressestatement sei für 18 Uhr angesetzt.
Drei Jahre Bürgerkrieg – und die Welt schaut weg
Der Sudan versinkt seit nunmehr drei Jahren in einem brutalen Bürgerkrieg. Auf der einen Seite steht die Armee von Militärherrscher Abdel Fattah al-Burhan, auf der anderen die berüchtigte RSF-Miliz seines einstigen Stellvertreters Mohamed Hamdan Daglo. Was als Machtkampf zweier Generäle begann, hat sich längst zu einer der schlimmsten humanitären Katastrophen unserer Zeit ausgewachsen. Zehntausende Tote. Mehr als elf Millionen Vertriebene. Ein ganzes Land im freien Fall – und das drittgrößte Afrikas.
Die Zahlen sind so gewaltig, dass sie beinahe abstrakt wirken. Doch hinter jeder einzelnen Ziffer steckt ein menschliches Schicksal, eine zerstörte Familie, ein verlorenes Zuhause. Dass Berlin nun eine internationale Konferenz zu diesem vergessenen Konflikt ausrichtet, ist grundsätzlich zu begrüßen. Die Frage bleibt allerdings: Was kann eine solche Konferenz tatsächlich bewirken?
Deutschlands Rolle in Afrika – zwischen Anspruch und Wirklichkeit
Man darf durchaus skeptisch sein. Die deutsche Außenpolitik hat in den vergangenen Jahren nicht gerade durch Durchsetzungskraft geglänzt. Unter der Ampelregierung verkam sie zur moralischen Belehrungsanstalt ohne realpolitischen Hebel. Ob die neue Große Koalition unter Merz hier einen Kurswechsel einleitet, bleibt abzuwarten. Der Empfang Youssoufs könnte ein Signal sein – oder eben nur eine weitere diplomatische Pflichtübung, die in den Protokollbüchern des Kanzleramts verstaubt.
Dabei wäre gerade jetzt ein entschlossenes Handeln gefragt. Der afrikanische Kontinent ist nicht nur ein Krisenherd, sondern auch ein geopolitisches Schlachtfeld, auf dem China und Russland längst ihre Pflöcke eingeschlagen haben. Wer hier nicht präsent ist, verliert Einfluss – und zwar dauerhaft. Deutschland hat in Afrika traditionell einen guten Ruf, doch dieser erodiert, wenn auf warme Worte keine Taten folgen.
Die humanitäre Dimension darf nicht vergessen werden
Elf Millionen Vertriebene – das entspricht in etwa der Bevölkerung von Bayern. Man stelle sich vor, ein ganzes Bundesland müsste von heute auf morgen fliehen. Die Dimension dieses Leids ist kaum zu fassen. Und während Europa über Zollstreitigkeiten mit den USA debattiert und sich die Börsen über mögliche Deals zwischen Washington und Teheran freuen, sterben im Sudan täglich Menschen. Kinder verhungern, Frauen werden systematisch missbraucht, ganze Dörfer dem Erdboden gleichgemacht.
Es ist bezeichnend, dass dieser Konflikt in der medialen Berichterstattung kaum stattfindet. Keine Sondersendungen, keine Brennpunkte, keine aufgeregten Talkshow-Debatten. Der Sudan ist – so zynisch es klingt – kein Thema, das Einschaltquoten generiert. Umso wichtiger ist es, dass die Berliner Konferenz zumindest einen Moment der Aufmerksamkeit schafft.
Was von der Konferenz zu erwarten ist
Realistisch betrachtet dürfte die Konferenz vor allem eines produzieren: Absichtserklärungen. Vielleicht neue Hilfszusagen, möglicherweise verschärfte Sanktionen gegen die Kriegsparteien. Ob das den Menschen vor Ort hilft, steht auf einem anderen Blatt. Die Erfahrung lehrt, dass internationale Konferenzen selten den Durchbruch bringen, den sie versprechen. Doch sie sind ein notwendiger Baustein – nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Bundeskanzler Merz täte gut daran, bei diesem Thema Führungsstärke zu zeigen. Nicht mit moralisierendem Zeigefinger, sondern mit konkreten Maßnahmen und klaren Forderungen an beide Konfliktparteien. Deutschland braucht eine Außenpolitik, die auf Interessen basiert und gleichzeitig humanitäre Verantwortung ernst nimmt – ohne sich dabei in ideologischen Grabenkämpfen zu verlieren.
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