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Kettner Edelmetalle
21.09.2026
06:05 Uhr
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Strom-Schock im Winter: 60 Prozent teurer – und es kann noch schlimmer kommen

Strom-Schock im Winter: 60 Prozent teurer – und es kann noch schlimmer kommen
Symbolbild: KI-generiert

Deutschlands Strommarkt sendet die schrillsten Alarmsignale seit der Energiekrise 2022. Der Großhandelspreis für Lieferungen im Januar liegt an der Europäischen Energiebörse bei über 180 Euro je Megawattstunde – laut Bloomberg mehr als 60 Prozent über dem Vorjahresniveau. Treiber sind die explodierenden Gaspreise infolge des Iran-Kriegs und unterbrochener LNG-Lieferungen aus Katar.

Ein Krieg, eine Meerenge – und die deutsche Rechnung

Die Schließung der Straße von Hormus und Angriffe auf Anlagen des Schlüsselexporteurs Katar haben große Teile der weltweiten Flüssiggasströme gekappt. Gleichzeitig bieten asiatische Käufer um jede verfügbare Tankerladung mit.

Warum das direkt auf den Strompreis durchschlägt? Weil Gaskraftwerke einspringen müssen, wenn Wind und Sonne schwächeln – und in genau diesen Stunden den Marktpreis setzen. Der Gaspreis ist damit der heimliche Taktgeber der deutschen Stromrechnung.

Besser gerüstet – und trotzdem verwundbar

Immerhin: Eine echte Mangellage wie 2022 gilt als unwahrscheinlicher. Neue LNG-Terminals, gesunkener Verbrauch und zusätzliche Lieferanten haben die Versorgung robuster gemacht. Doch diese Absicherung hat einen Preis – die Abhängigkeit vom Weltmarkt.

Im ersten Halbjahr 2026 stammten dem Bericht zufolge 81 Prozent der LNG-Importe des Europäischen Wirtschaftsraums allein aus den USA und Russland. Eine bemerkenswerte Bilanz für eine Energiewende, die Unabhängigkeit versprochen hatte. Jede geopolitische Zuckung schlägt so binnen Tagen auf deutsche Preise durch.

Weitere 50 Prozent im Bereich des Möglichen

Bei kaltem Winter und anhaltenden Lieferengpässen könnten die Großhandelspreise noch einmal um bis zu 50 Prozent klettern, sagte Ulf Ek, Investmentchef des Rohstoff-Hedgefonds Northlander Commodity Advisors, gegenüber Bloomberg. Entscheidend sei das Wetter: Bleibe es lange kalt und windstill, müssten teure Gas- und Kohlekraftwerke ran.

Zusätzlicher Druck kommt aus Frankreich, wo Hitze und Streiks die Atomstromproduktion zeitweise drosselten. Niedrige Wasserstände belasten die Wasserkraft. Und Photovoltaik? Liefert im nordeuropäischen Winter nur einen Bruchteil der Sommerleistung.

Speicher halb leer, Reserve erst 2027

Deutschland trifft das in denkbar schlechter Verfassung. Die Gasspeicher sind nach Daten von Gas Infrastructure Europe nur zu rund 56 Prozent gefüllt – ein historisch niedriger Wert für September. Die Bundesnetzagentur hält Medienberichten zufolge eine Füllung von 80 Prozent bis November für nicht mehr erreichbar.

Die geplante strategische Reserve von 24 Milliarden Kilowattstunden kommt nach bisheriger Planung erst zur Wintersaison 2027. Kosten laut Bundeswirtschaftsministerium: 1,2 bis 1,5 Milliarden Euro Aufbau, bis zu 180 Millionen Euro jährlich. Wer Vorsorge erst nach der Krise organisiert, zahlt doppelt.

Was das für Haushalte bedeutet

Sofort kommt der Preissprung nicht auf den Rechnungen an – viele Versorger beschaffen langfristig. Hält die Welle aber an, sickern die Kosten in neue Tarife. Auch Unternehmen müssen mit höheren Energiekosten kalkulieren, was den Inflationsdruck verschärfen dürfte.

Zum Vergleich: 2022 schossen die europäischen Großhandelspreise zeitweise über 1000 Euro je Megawattstunde. Die Gefahr liegt diesmal nicht in leeren Leitungen, sondern in dauerhaft hohen Kosten – dem stillen Gift für den Industriestandort Deutschland.

Wenn Energie zum Dauer-Kostenfaktor wird und die Inflation anzieht, rückt für viele Bürger die Frage nach dem Werterhalt ihres Ersparten in den Vordergrund. Physisches Gold und Silber haben sich historisch als solide Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen bewährt.

Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt die Einschätzung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger ist für seine Entscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigenständig recherchieren.

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