Kostenlose Beratung
07930-2699
200.000
Kunden
Sicherer
Versand
Kettner Edelmetalle
02.03.2026
15:34 Uhr

Straße von Hormus: Wie der Iran-Konflikt Deutschlands Energieversorgung bedroht

Straße von Hormus: Wie der Iran-Konflikt Deutschlands Energieversorgung bedroht

Es ist eine jener Wasserstraßen, die kaum jemand auf der Landkarte findet – und die dennoch über Wohlstand und Elend ganzer Volkswirtschaften entscheidet. Die Straße von Hormus, jene schmale Meerenge zwischen dem Iran und dem Oman, ist zur Achillesferse der globalen Energieversorgung geworden. Und seit dem vergangenen Wochenende steht diese Lebensader unter akuter Bedrohung.

Angriffe auf den Iran – und die Welt hält den Atem an

Israel und die USA haben am Wochenende Angriffe auf den Iran geflogen. Die Reaktion Teherans ließ nicht lange auf sich warten – und sie trifft nicht nur militärische Ziele, sondern den Nerv der Weltwirtschaft. Der Iran hat den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus massiv eingeschränkt. Zwar wurde die Passage nicht physisch blockiert, doch iranische Stellen fordern Schiffe per Funk auf, die Meerenge nicht zu passieren. Es werde mit dem Entern gedroht. Was wie ein Relikt aus Piratenzeiten klingt, ist bittere Realität im Jahr 2025.

Nach Einschätzung des Verbands deutscher Reeder seien mindestens 25 Schiffe in den Gewässern des Persischen Golfs betroffen. Darunter befänden sich auch zwei Kreuzfahrtschiffe mit zusammen rund 7.000 Passagieren an Bord, die die Region aus Sicherheitsgründen derzeit nicht verlassen könnten. Man stelle sich das vor: Tausende Menschen, gefangen in einer Krisenregion, während die Welt zusieht.

Eine Nadelöhr-Katastrophe mit globaler Sprengkraft

Die Zahlen sprechen eine unmissverständliche Sprache. Nahezu 30 Prozent des weltweit verschifften Öls passierten 2023 diese Meerenge – etwa 20 Millionen Barrel Rohöl pro Tag, was rund einem Fünftel des globalen Bedarfs entspricht. Hinzu kommen etwa 20 Prozent des weltweiten Flüssiggashandels. An der engsten Stelle misst die Schifffahrtsstraße gerade einmal 50 Kilometer, die schiffbaren Passagen in beide Richtungen lediglich drei Kilometer. Drei Kilometer. So breit ist mancher deutsche Fluss – und doch hängt daran das Schicksal der Weltwirtschaft.

Die Internationale Energie-Agentur warnt unmissverständlich: Jede Unterbrechung der Ölströme durch die Meerenge hätte erhebliche Auswirkungen auf die Weltölmärkte. Und anders als andere Förderländer verfüge der Iran über keinerlei Alternative zur Straße von Hormus – keine Pipeline, keinen Umweg. Das macht Teheran einerseits verwundbar, andererseits aber auch gefährlich, denn wer nichts zu verlieren hat, neigt bekanntlich zu drastischen Maßnahmen.

Deutschland im Fadenkreuz der Energiekrise

Nun könnte mancher Deutsche achselzuckend abwinken: Was geht uns eine Meerenge am Persischen Golf an? Die Antwort ist so ernüchternd wie vorhersehbar – sehr viel. Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung betonte bereits im vergangenen Jahr, dass eine Blockade über den Weltmarktmechanismus auch in Deutschland spürbar wäre, obwohl deutsche Ölimporte nicht direkt über die Straße von Hormus kämen. Vor allem die chemische Industrie, der Transportsektor und die Verbraucher würde es treffen.

Und hier offenbart sich einmal mehr das ganze Ausmaß der energiepolitischen Fehlentscheidungen der vergangenen Jahre. Deutschland hat sich in eine neue Verwundbarkeit manövriert: Seit dem Verzicht auf russisches Gas deckt die Bundesrepublik einen Teil ihres Bedarfs mit Flüssiggas aus Katar – das ebenfalls durch die Straße von Hormus verschifft werden muss. Man hat also eine Abhängigkeit gegen eine andere getauscht, ohne auch nur ansatzweise für Versorgungssicherheit zu sorgen. Wer Kernkraftwerke abschaltet, Pipelines kappt und sich dann wundert, dass die Energiepreise explodieren, dem ist offenbar nicht mehr zu helfen.

Ölpreis auf dem Weg zur 100-Dollar-Marke?

Die Märkte haben bereits reagiert – und zwar heftig. Der Ölpreis der Sorte Brent schoss am Montag zeitweise um mehr als zehn Prozent nach oben auf fast 80 Dollar pro Barrel. Noch dramatischer fiel der Anstieg beim Erdgas aus: rund 25 Prozent Verteuerung im Großhandel. Sprit- und Heizölpreise in Deutschland zogen deutlich an – eine Entwicklung, die jeden Bürger unmittelbar im Geldbeutel trifft.

Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank, warnte, der Nahost-Krieg könne den Brent-Ölpreis wegen der Schließung der Straße von Hormus in Richtung 100 US-Dollar treiben. Sollte der Ölpreis mehrere Monate auf diesem Niveau verharren, würde das die Inflation im Euroraum rechnerisch um mehr als einen Prozentpunkt erhöhen und das Wirtschaftswachstum um einige Zehntel Prozentpunkte senken. Für eine ohnehin schwächelnde deutsche Wirtschaft, die unter dem Joch immer neuer Regulierungen und Abgaben ächzt, wäre das ein weiterer schwerer Schlag.

Ein durchgehendes Risikoband von Europa bis Asien

Die deutschen Reeder bezeichnen den Nahen Osten als das „Herz globaler Seehandelsrouten". Und dieses Herz schlägt derzeit gefährlich unregelmäßig. Neben der Straße von Hormus verlaufen dort die stark frequentierten Seewege durch das Rote Meer mit der Meerenge Bab al-Mandab sowie der Suezkanal. Die Kombination aus militärischer Eskalation im Umfeld des Persischen Golfs und anhaltenden Bedrohungen im südlichen Roten Meer schaffe ein durchgehendes Risikoband entlang zentraler Handelsrouten zwischen Europa und Asien, so der Branchenverband.

Alternativen existieren zwar – Pipelines durch Saudi-Arabien zum Roten Meer oder von den Vereinigten Arabischen Emiraten zum Golf von Oman –, doch diese könnten laut IEA im Falle einer Blockade lediglich etwa ein Viertel der durchschnittlichen Ölmenge aufnehmen, die normalerweise in Tankern den Golf verlässt. Ein Tropfen auf den heißen Stein.

Die bittere Lektion für Deutschland

Was wir hier erleben, ist keine abstrakte geopolitische Krise. Es ist die direkte Konsequenz einer Politik, die Energiesicherheit jahrelang als Nebensache behandelt hat. Während andere Nationen ihre Versorgung diversifizieren und strategische Reserven aufbauen, hat sich Deutschland sehenden Auges in eine Position der Abhängigkeit begeben. Das 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen der neuen Bundesregierung mag für Infrastruktur gedacht sein – doch was nützt die schönste Infrastruktur, wenn der Treibstoff fehlt, um sie zu betreiben?

In Zeiten wie diesen zeigt sich einmal mehr der Wert physischer Edelmetalle als Absicherung gegen geopolitische Verwerfungen. Während Aktienmärkte bei jeder Eskalation einbrechen und Währungen unter Inflationsdruck geraten, haben Gold und Silber über Jahrtausende ihre Funktion als Krisenwährung bewiesen. Wer sein Vermögen breit streuen und gegen die Unwägbarkeiten einer zunehmend instabilen Welt absichern möchte, sollte physische Edelmetalle als festen Bestandteil seines Portfolios in Betracht ziehen.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Die hier geäußerten Einschätzungen spiegeln ausschließlich die Meinung unserer Redaktion wider. Jede Anlageentscheidung sollte auf eigener, sorgfältiger Recherche basieren. Wir empfehlen, vor Investitionsentscheidungen einen qualifizierten Finanzberater zu konsultieren. Für etwaige Verluste, die aus der Umsetzung der hier dargestellten Überlegungen resultieren, übernehmen wir keinerlei Haftung.

Wissenswertes zum Thema

Erhalten Sie kostenlose Tipps um Ihr Vermögen zu schützen und als erster von neuen Produkten zu erfahren

Sie möchten regelmäßig über Produktneuheiten, spannende Finanznachrichten und exklusive Sonderangebote informiert werden? Dann melden Sie sich hier für den kostenfreien Kettner Edelmetalle Newsletter an.

Durch Eingabe Ihrer E-Mail-Adresse und Anklicken des Buttons „Abschicken“ geben Sie die folgende Einwilligungserklärung ab: „Ich bin damit einverstanden, per E-Mail über Produktneuheiten, spannende Finanznachrichten und exklusive Sonderangebote informiert zu werden und willige daher in die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse zum Zwecke der Zusendung des Newsletters ein. Diese Einwilligung kann ich jederzeit und ohne Angabe von Gründen mit Wirkung für die Zukunft widerrufen. Die Rechtmäßigkeit der bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung bleibt im Falle des Widerrufs unberührt.“

Willst du Teil unserer Erfolgsstory sein?

Werde jetzt Teil vom #TeamGold

Offene Stellen