
Straße von Hormus: Irans lukratives Maut-Geschäft untergräbt westliche Sanktionspolitik
Was als militärische Blockade einer der wichtigsten Wasserstraßen der Welt begann, verwandelt sich zusehends in ein einträgliches Geschäftsmodell für das iranische Regime. Die angeblich abgeriegelte Straße von Hormus wird mit jedem Tag durchlässiger – und Teheran kassiert dafür auch noch kräftig mit.
Chinesisches Containerschiff zahlt erstmals „Wegezoll" an Iran
In einer bemerkenswerten Entwicklung hat ein chinesisches Frachtschiff als erstes Schiff mit bestätigter Eigentümerschaft vom chinesischen Festland eine Gebühr an den Iran für die Durchfahrt durch die Straße von Hormus entrichtet. Das Schiff habe einen sogenannten „sicheren" Schifffahrtskorridor nahe der iranischen Insel Larak genutzt, wie Lloyd's List berichtete. Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Eine internationale Wasserstraße, die eigentlich der freien Schifffahrt dienen sollte, wird von Teheran kurzerhand zur Mautstraße umfunktioniert.
Doch damit nicht genug. Ein irakischer Supertanker mit zwei Millionen Barrel Rohöl an Bord hat die Meerenge ebenfalls passiert – und zwar mit abgeschaltetem Ortungssignal. Die Omega Trader, verwaltet von der japanischen Reederei Mitsui OSK Lines, sendete ihr letztes Signal aus dem Persischen Golf, bevor sie über zehn Tage später plötzlich vor Mumbai wieder auftauchte. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.
Die größte Versorgungsstörung in der Geschichte des Ölmarktes
Die Internationale Energieagentur beschreibt die Situation als die größte Versorgungsstörung in der Geschichte des Ölmarktes. Und während der Westen zusieht, schaffen China, Indien und nun auch der Irak Fakten. Die wenigen Tanker, die bislang die Meerenge passiert haben, entluden ihre Fracht überwiegend in Indien. Einige fuhren weiter nach Singapur oder ins „befreundete" China. Indiens Regierung habe sich direkt mit iranischen Offiziellen in Verbindung gesetzt, um die Durchfahrt für Energielieferungen zu sichern. Ein Flüssiggastanker sei sogar von der iranischen Marine durch die Meerenge eskortiert worden.
Weitere Schiffe haben in den vergangenen Tagen den Persischen Golf verlassen. Die Al Ruwais lud Naphtha in den Vereinigten Arabischen Emiraten und steuert nun Asien an, während die Abu Dhabi-III nach dem Laden von Treibstoff in Ruwais den indischen Hafen Vadinar ansteuern soll. Da zahlreiche Schiffe offenbar mit deaktivierten Transpondern unterwegs sind, dürften die tatsächlichen Durchfahrten deutlich höher liegen als offiziell bekannt.
Geopolitisches Kalkül statt echter Blockade
Was sich hier abzeichnet, ist ein geopolitisches Lehrstück erster Güte. Iran nutzt seine strategische Position an der Meerenge nicht etwa, um den Welthandel vollständig zu unterbinden, sondern um selektiv Verbündete zu bevorzugen und nebenbei die eigene Kriegskasse aufzufüllen. Peking, Neu-Delhi und Bagdad arrangieren sich pragmatisch mit dem Regime – während Europa und die USA einmal mehr das Nachsehen haben.
Für den globalen Ölmarkt bedeutet diese Entwicklung zwar eine gewisse Entspannung, doch die fundamentale Verwundbarkeit der westlichen Energieversorgung wird schonungslos offengelegt. Wer sich über Jahrzehnte in eine Abhängigkeit von instabilen Regionen manövriert hat, darf sich über die Konsequenzen nicht wundern. Die Tatsache, dass Japan bereits Gespräche über die Durchfahrt seiner Schiffe führt, zeigt, wie weit die Erosion der internationalen Ordnung in dieser Region bereits fortgeschritten ist.
In Zeiten derartiger geopolitischer Verwerfungen und einer zunehmend fragilen Weltwirtschaftsordnung erweisen sich physische Edelmetalle einmal mehr als verlässlicher Anker der Vermögenssicherung. Gold und Silber kennen keine Blockaden, keine Mautgebühren und keine abgeschalteten Transponder – sie sind seit Jahrtausenden der ultimative Krisenschutz.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Investitionsentscheidung sollte auf eigener, gründlicher Recherche basieren. Wir übernehmen keine Haftung für finanzielle Entscheidungen, die auf Grundlage dieses Beitrags getroffen werden.
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