
Straße von Hormus: Deutsche Reeder irritiert über Berlins Verweigerungshaltung bei Schifffahrtsschutz
Während im Persischen Golf die Lage für die internationale Handelsschifffahrt zunehmend brenzlig wird, lehnt die Bundesregierung eine militärische Beteiligung zur Sicherung der Straße von Hormus ab. Der Verband Deutscher Reeder (VDR) reagiert mit deutlichem Befremden auf diese Haltung – und steht damit nicht allein.
Über 40 Schiffe mit deutschem Bezug in der Gefahrenzone
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Mehr als 40 Schiffe mit deutschem Bezug befinden sich derzeit in der Region, an Bord arbeiten rund 1.000 Seeleute. Insgesamt sitzen geschätzt über 2.000 Schiffe im Persischen Golf fest. Etwa 20 davon seien bereits attackiert worden, wobei es Tote und Verletzte gegeben habe. Am frühen Donnerstagmorgen wurde erstmals auch ein von einer deutschen Reederei verchartertes Schiff von Schrapnellen getroffen. Ein Brand an Bord habe gelöscht werden können.
Trotz dieser besorgniserregenden Entwicklung erteilte Verteidigungsminister Boris Pistorius einem europäischen Militäreinsatz zur Sicherung der Meerenge eine klare Absage. Er sehe nicht, was europäische Fregatten dort noch ausrichten könnten, sagte der SPD-Politiker am Rande einer Übung in Norwegen. Bundeskanzler Friedrich Merz schlug in dieselbe Kerbe und erklärte, es gebe im Augenblick gar keine Veranlassung, über eine militärische Absicherung der Seewege nachzudenken. Deutschland sei nicht Teil dieses Krieges und wolle es auch nicht werden.
G7-Beschlüsse und die deutsche Zurückhaltung
Bemerkenswert ist die Diskrepanz zwischen den internationalen Zusagen Berlins und dem tatsächlichen Handeln. Die Staats- und Regierungschefs der G7 hatten sich erst am 11. März darauf verständigt, Maßnahmen zur Wiederherstellung der freien Schifffahrt in der Golfregion vorzubereiten und international koordinierte Schutzmaßnahmen für Handelsschiffe zu prüfen. Deutschland hatte diese Erklärung mitgetragen.
Der VDR verwies gegenüber dem „Spiegel" genau auf diesen Widerspruch. Die G7-Länder und damit auch Deutschland hätten zuletzt betont, dass internationale Anstrengungen notwendig seien, um die sichere Passage ziviler Schiffe zu gewährleisten. Auch Deutschland sollte alle Optionen prüfen, die zu einem wirksamen Schutz von Schiffen und Besatzungen beitragen könnten. Ein bloßes Vertrauen darauf, dass es zu keinen Zwischenfällen komme, könne angesichts der aktuellen Lage keine tragfähige Strategie sein, so der Verband.
Wirtschaftliche Dimension nicht zu unterschätzen
Die Straße von Hormus gilt als eine der wichtigsten Seehandelsrouten der Welt. Durch die nur etwa 50 Kilometer breite Meerenge zwischen dem Iran und der Arabischen Halbinsel wird ein erheblicher Teil des weltweit gehandelten Erdöls transportiert. Jede Eskalation in dieser Region hat unmittelbare Auswirkungen auf die globalen Energiemärkte und damit auch auf die ohnehin angespannte wirtschaftliche Lage in Deutschland.
Die Entscheidung der Bundesregierung, sich militärisch herauszuhalten, mag aus sicherheitspolitischer Vorsicht nachvollziehbar sein. Gleichzeitig stellt sich die Frage, wie Deutschland seinen Verpflichtungen als G7-Mitglied und als eine der größten Handelsnationen der Welt gerecht werden will, wenn es bei konkreten Schutzmaßnahmen für die eigene Handelsflotte abseitssteht. Die kommenden Wochen dürften zeigen, ob Berlin bei seiner Linie bleibt – oder ob die Realität im Persischen Golf ein Umdenken erzwingt.

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