
Straße von Hormus blockiert: Irak greift auf vergessene Pipeline in die Türkei zurück
Was passiert, wenn eine der wichtigsten Seehandelsrouten der Welt plötzlich dichtgemacht wird? Der Irak liefert gerade die Antwort – und sie führt durch 960 Kilometer Stahlrohr quer durch die Wüste. Die irakische Regierung hat angekündigt, die seit über einem Jahrzehnt weitgehend stillgelegte Kirkuk-Ceyhan-Pipeline wieder in Betrieb nehmen zu wollen, um den vollständigen Zusammenbruch seiner Ölexporte abzuwenden.
Vom Persischen Golf an die türkische Mittelmeerküste
Der Hintergrund ist dramatisch: Infolge der weitgehenden Blockade der Straße von Hormus – jener Meerenge, durch die täglich rund ein Fünftel des weltweiten Ölhandels fließt – sind die irakischen Ölexporte praktisch zum Erliegen gekommen. Noch vor Kurzem verschiffte der Irak nach eigenen Angaben rund 3,4 Millionen Barrel pro Tag über seinen südlichen Hafen Basra. Zwei bis drei Tage nach Beginn der militärischen Eskalation in der Region sei damit Schluss gewesen.
Nun soll die Pipeline von der nordirakischen Stadt Kirkuk zum türkischen Mittelmeerhafen Ceyhan die Rettung bringen. Der irakische Ölminister Hayan Abdul-Ghani erklärte in einer Videobotschaft, dass derzeit ein 100 Kilometer langer Abschnitt der Leitung einer sogenannten hydrostatischen Prüfung unterzogen werde – ein Drucktest, bei dem die Dichtheit und Belastbarkeit der Rohre mit Wasser überprüft wird. Die Inspektion solle innerhalb einer Woche abgeschlossen sein.
Eine Pipeline mit bewegter Vergangenheit
Die Kapazität der Leitung wird auf 200.000 bis 250.000 Barrel pro Tag geschätzt. Das klingt zunächst nach einer beachtlichen Menge, deckt aber gerade einmal einen Bruchteil der bisherigen Exportmengen ab. Die Pipeline hatte einst etwa 0,5 Prozent des weltweiten Ölangebots transportiert, war jedoch seit 2014 nach wiederholten Angriffen der Terrormiliz Islamischer Staat weitgehend außer Betrieb. Ein Relikt aus besseren Tagen, das nun in der Not zum Rettungsanker werden soll.
Besonders pikant: Die geplante Route umgeht bewusst das halbautonome kurdische Gebiet im Nordirak. Bagdad hatte zunächst die Kurdische Regionalregierung gebeten, eine alternative Pipeline durch kurdisches Territorium nutzen zu dürfen. Doch die Verhandlungen scheiterten. Das irakische Ölministerium warf den Kurden vor, willkürliche Bedingungen gestellt zu haben. Die kurdischen Behörden wiesen dies zurück und erklärten ihrerseits, die Zentralregierung habe es versäumt, die Sicherheits- und Wirtschaftsprobleme des Ölsektors in der kurdischen Region anzugehen.
Geopolitisches Pulverfass mit globalen Folgen
Die Blockade der Straße von Hormus ist ein Szenario, vor dem Energieexperten seit Jahrzehnten warnen. Dass es nun Realität geworden ist, zeigt einmal mehr, wie fragil die globalen Lieferketten für fossile Energieträger sind. Europa, das ohnehin seit dem Beginn des Ukraine-Krieges unter massivem Druck steht, seine Energieversorgung zu diversifizieren, dürfte die Entwicklung mit großer Sorge beobachten.
Für Deutschland, dessen Wirtschaft bereits unter den Folgen einer verfehlten Energiepolitik der vergangenen Jahre ächzt, könnte eine anhaltende Blockade der Meerenge die Energiepreise weiter in die Höhe treiben. Die Abschaltung der Kernkraftwerke, der schleppende Ausbau alternativer Energiequellen und die ideologisch getriebene Abhängigkeit von volatilen Märkten rächen sich nun bitter. Statt auf Versorgungssicherheit und technologische Souveränität zu setzen, hat man in Berlin jahrelang grünen Wunschträumen nachgehangen.
Dass ausgerechnet eine marode, seit über einem Jahrzehnt stillgelegte Pipeline nun zum Hoffnungsträger für die irakischen Ölexporte wird, ist ein Sinnbild für die geopolitische Lage im Nahen Osten. Die Auswirkungen auf den Ölpreis und damit auf die Geldbeutel der Bürger weltweit dürften erheblich sein. In Zeiten wie diesen erweisen sich physische Edelmetalle wie Gold und Silber einmal mehr als verlässlicher Anker der Vermögenssicherung – unabhängig von Pipelines, Blockaden und den Launen der Geopolitik.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Investitionsentscheidung sollte auf eigener, sorgfältiger Recherche basieren. Wir empfehlen, im Zweifelsfall einen qualifizierten Finanzberater zu konsultieren. Für etwaige Verluste, die aus Anlageentscheidungen resultieren, übernehmen wir keinerlei Haftung.
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