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Kettner Edelmetalle
19.02.2026
09:46 Uhr

Stoffe.de am Ende: Corona-Boom verglüht, 170 Mitarbeiter stehen auf der Straße

Es ist ein Abgesang, der symptomatisch für den Zustand der deutschen Wirtschaft steht: Der einst florierende Online-Stoffhändler stoffe.de, betrieben von der fabfab GmbH aus dem schleswig-holsteinischen Schenefeld, wird endgültig geschlossen. 170 Mitarbeiter verlieren ihre Arbeit, eine 23-jährige Unternehmensgeschichte endet im Nichts – und Kunden müssen sich beeilen, wenn sie ihre bereits bezahlten digitalen Produkte noch retten wollen.

Vom Corona-Überflieger zum Insolvenzfall

Die Geschichte der fabfab GmbH liest sich wie ein Lehrstück über die Vergänglichkeit pandemiebedingter Geschäftsmodelle. 2003 gegründet, erlebte das Unternehmen hinter der Plattform stoffe.de und dem Dach „The Creative Club" während der Corona-Jahre einen regelrechten Höhenflug. Mehr als 50 Millionen Euro Jahresumsatz – eine beeindruckende Zahl für einen Nischenanbieter im Handarbeitsbereich. Doch was geschieht, wenn der künstlich aufgeblähte Boom verpufft und die Menschen nicht mehr zwangsweise zu Hause sitzen und Masken nähen? Genau das, was wir jetzt sehen.

Bereits im Herbst 2025 wurde die Insolvenz bekannt. Am 1. Januar 2026 wurde das Verfahren offiziell eröffnet. Mieten und Gehälter konnten nicht mehr vollständig bedient werden. Insolvenzverwalter Nicolas Kaiser habe seitdem vergeblich nach einem Retter gesucht. Seine ernüchternde Bilanz: Es habe keinen Interessenten für eine Betriebsfortführung gegeben. Die eingegangenen Angebote seien schlicht nicht ausreichend gewesen, um im Interesse der Gläubiger zustimmen zu können.

Luxemburger Holding drehte den Geldhahn zu

Besonders pikant ist die Ursache der Schieflage. Laut Insolvenzverwalter Kaiser sei der Auslöser für den Insolvenzantrag die Weigerung der Hauptgesellschafterin gewesen, dringend benötigtes frisches Kapital bereitzustellen. Bei dieser Mehrheitseigentümerin handele es sich um eine luxemburgische Holdinggesellschaft. Ein Muster, das man in der deutschen Wirtschaftslandschaft leider allzu häufig beobachtet: Internationale Investoren pumpen in guten Zeiten Geld hinein, ziehen sich aber beim ersten Gegenwind zurück und lassen die deutschen Arbeitnehmer im Regen stehen.

Man darf sich durchaus fragen, ob ein wirtschaftliches Umfeld, das von erdrückender Bürokratie, steigenden Energiekosten und einer allgemeinen Konsumflaute geprägt ist, nicht maßgeblich dazu beigetragen hat, dass potenzielle Investoren abgeschreckt wurden. Deutschland macht es Unternehmen zunehmend schwer, profitabel zu wirtschaften – und die Leidtragenden sind am Ende immer die Beschäftigten.

Kunden müssen sofort handeln

Wer bei stoffe.de digitale Produkte erworben hat – etwa Schnittmuster oder Videokurse –, sollte umgehend aktiv werden. Das Unternehmen hat bereits darauf hingewiesen, dass die Bereitstellung dieser Inhalte nach dem 11. Februar 2026 nicht mehr gewährleistet werden könne. Da dieses Datum bereits verstrichen ist, könnten die Inhalte buchstäblich jederzeit verschwinden. Ein sogenannter „Download-All-Button" wurde noch eingerichtet, um den Kunden das Herunterladen zu erleichtern. Videokurse müssten hingegen einzeln gesichert werden.

Noch offene Bestellungen würden laut der Webseite abgearbeitet, Stornierungen erstattet. Ob die Domain stoffe.de oder die Markenrechte von einem neuen Unternehmen übernommen werden könnten, sei derzeit noch in Klärung. Die fabfab GmbH selbst werde jedoch in jedem Fall geschlossen.

Ein weiteres Symptom des deutschen Wirtschaftsniedergangs

Die Insolvenz von stoffe.de reiht sich nahtlos ein in eine besorgniserregende Serie von Unternehmenspleiten, die Deutschland seit Monaten erschüttert. Ob Einzelhandel, Gastronomie oder E-Commerce – die Liste der Firmen, die dem wirtschaftlichen Druck nicht mehr standhalten können, wird immer länger. Und während die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz ein 500 Milliarden Euro schweres Sondervermögen für Infrastruktur auf den Weg bringt, das kommende Generationen mit Zinszahlungen belasten wird, fehlt es an konkreten Maßnahmen zur Entlastung des Mittelstands und kleinerer Unternehmen.

Die 170 Mitarbeiter in Schenefeld und Halstenbek sind bereits freigestellt, die Kündigungen ausgesprochen. Ein Interessenausgleich samt Sozialplan sei mit dem Betriebsrat verhandelt worden. Doch was nützt ein Sozialplan, wenn der nächste Job in einem zunehmend ausgedörrten Arbeitsmarkt alles andere als garantiert ist? Die Zeiten, in denen Deutschland als wirtschaftliches Kraftzentrum Europas galt, scheinen endgültig der Vergangenheit anzugehören. Und jede weitere Insolvenz ist ein weiterer Nagel im Sarg des einstigen Wirtschaftswunders.

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