
Steuersenkung im Sinkflug: Warum das Flugticket trotzdem teuer bleibt
Es ist ein klassisches Schauspiel deutscher Politik: Eine Steuer wird zurückgedreht, die Regierung klopft sich auf die Schulter – und der Bürger schaut am Ende doch in die Röhre. Genau dieses Szenario zeichnet sich bei der geplanten Senkung der Luftverkehrsteuer ab, über die der Bundestag am Donnerstagabend abstimmen soll. Während die Große Koalition aus Union und SPD den Schritt als Befreiungsschlag für den geschundenen deutschen Luftfahrtstandort verkauft, ist eines bereits jetzt fraglich: ob Passagiere überhaupt etwas davon spüren werden.
Vom Rückbau eines Ampel-Erbes
Erinnern wir uns: Die mittlerweile zerbrochene Ampel-Regierung hatte die Luftverkehrsteuer im Jahr 2024 kräftig nach oben geschraubt. Seither werden für Kurzstreckenflüge in europäische Länder sowie nach Marokko oder Algerien 15,53 Euro fällig. Für Reisen in den Nahen Osten, nach Zentralasien oder Teile Nordafrikas zahlt der Passagier 39,34 Euro. Wer in die übrige Welt fliegt, blecht satte 70,83 Euro – pro Ticket, versteht sich. Eine Abgabe, die mit Klimaschutz begründet wurde, in Wahrheit aber vor allem den Bürger schröpfte.
Nun also die Rolle rückwärts. Die Sätze sollen wieder auf die alten Werte von 13,03 Euro, 33,01 Euro und 59,43 Euro sinken. Der Staat verzichtet damit auf rund 330 Millionen Euro – ein im Vergleich zu den Milliardenexzessen anderer Haushaltsposten geradezu lächerlicher Betrag.
Die ehrlichen Worte des Sepp Müller
Bemerkenswert ehrlich – und in der Politik bekanntlich eine Seltenheit – äußerte sich Unions-Fraktionsvize Sepp Müller in den Sendern RTL und ntv. Ob die Steuersenkung tatsächlich zu günstigeren Tickets führe, hänge davon ab, ob die Fluggesellschaften die Entlastung überhaupt weitergäben. Gleichzeitig würden die Kerosinpreise gerade kräftig steigen, was eine Preissenkung an der Kasse zusätzlich unwahrscheinlich mache.
Müller betonte, es gehe vorrangig darum, den Wirtschaftsstandort zu stärken und Deutschland für den Luftverkehr „wieder attraktiv zu machen“. Er verwies auf die rückläufigen Starts und Landungen in Berlin, Köln und Leipzig/Halle. Eine bittere Bilanz, denn sie zeigt, wie konsequent die deutsche Wirtschaft in den vergangenen Jahren durch politische Fehlentscheidungen ausgebremst wurde.
Klimadogma trifft Realität
Auf den Einwand, die Senkung schade dem Klimaschutz, fand Müller eine ungewöhnlich nüchterne Antwort: Würden Starts und Landungen hierzulande unattraktiv, weichen die Flieger eben nach Prag, Amsterdam oder Wien aus. Geflogen werde so oder so – nur eben nicht mehr aus deutschen Drehkreuzen. Eine simple Wahrheit, die die ideologischen Klima-Krieger der Grünen und der Linkspartei jedoch nicht hören wollen. Die werfen der Koalition prompt vor, der Flugverkehr werde in Deutschland ohnehin mit zwölf Milliarden Euro jährlich subventioniert.
Dass parallel der Preis für das Deutschlandticket im öffentlichen Nahverkehr steigt, taugt aus Sicht der grünen und linken Klimaapostel ebenfalls als Anklagepunkt. Vergessen wird dabei gerne, dass es nicht die Aufgabe des Staates ist, das Mobilitätsverhalten seiner Bürger umzuerziehen.
Hessens Ministerpräsident jubelt – mit Forderungen
Lob für die Senkung kommt aus Wiesbaden. Hessens Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) bezeichnete den Beschluss als ersten wichtigen Schritt zur Entlastung der deutschen Luftfahrt. Damit werde die internationale Wettbewerbsfähigkeit gestärkt, gerade mit Blick auf das Drehkreuz Frankfurt. Rhein fordert nun rasch weitere Entlastungen für Airlines und Passagiere – ein Hinweis darauf, dass die kosmetische Korrektur dieser Steuer das eigentliche Problem nicht löst.
Wirtschaftsrat fordert Klartext: Abschaffen statt herumdoktern
Deutlich weiter geht der CDU-Wirtschaftsrat. Generalsekretär Wolfgang Steiger fordert in Richtung Funke-Mediengruppe die vollständige Abschaffung der Luftverkehrsteuer. Die bloße Absenkung greife zu kurz, um die massiven Wettbewerbsnachteile zu beseitigen. Zusätzlich müssten auch Flughafenentgelte und Gebühren sinken. Eine Forderung, die ins Schwarze trifft – denn solange Deutschland sich selbst mit Steuern, Abgaben und ideologischer Regulierung stranguliert, wird kein noch so schöner Koalitionsvertrag den Niedergang aufhalten.
Ein Symbolbild für deutsche Wirtschaftspolitik
Letztlich ist die Debatte um die Luftverkehrsteuer ein Lehrstück deutscher Wirtschaftspolitik. Erst wird eine Branche mit ideologisch motivierten Abgaben überzogen, dann mühsam ein Teil der Belastung zurückgenommen – und am Ende fragt sich der Bürger, warum sein Ticket trotzdem nicht günstiger wird. Während Nachbarländer pragmatisch handeln und sich über deutsche Selbstgeißelung diebisch freuen, verliert Deutschland weiter an Boden. Wer in solchen Zeiten sein Vermögen schützen möchte, tut gut daran, sich nicht allein auf staatliche Versprechen zu verlassen. Eine kluge Beimischung physischer Edelmetalle wie Gold und Silber zum Portfolio hat sich historisch immer wieder als Anker erwiesen – gerade dann, wenn politische Entscheidungen Inflation und Kaufkraftverlust beschleunigen.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung dar. Die hier wiedergegebenen Informationen und Einschätzungen spiegeln die Meinung der Redaktion auf Basis der vorliegenden Quellen wider. Jeder Leser ist angehalten, eigene Recherchen anzustellen und Anlageentscheidungen eigenverantwortlich zu treffen oder einen qualifizierten Berater zu konsultieren. Eine Haftung für Entscheidungen, die auf Grundlage dieses Beitrags getroffen werden, wird ausdrücklich ausgeschlossen.

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