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Kettner Edelmetalle
10.04.2026
07:34 Uhr

Spritpreise über zwei Euro: Warum die Entlastung an der Zapfsäule auf sich warten lässt

Wer in diesen Tagen an einer deutschen Tankstelle vorfährt, dem dürfte der Appetit auf die nächste Autofahrt gründlich vergehen. Trotz einer zweiwöchigen Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran, trotz sinkender Rohölpreise auf den Weltmärkten – der deutsche Autofahrer zahlt weiterhin Fantasiepreise für seinen Sprit. Ein Liter Super E10 kostete am Mittwoch im Schnitt der 100 größten deutschen Städte noch immer satte 2,12 Euro. Diesel schlug mit 2,38 Euro zu Buche. Zur Erinnerung: Noch im Juni des Vorjahres bewegte sich E10 im Bereich von 1,63 bis 1,66 Euro, Diesel gab es teilweise für 1,53 Euro. Was ist seitdem passiert?

Die Nahost-Eskalation als Preistreiber

Die jüngste Eskalation im Nahen Osten hat die Energiemärkte in Aufruhr versetzt. Zwar gaben die Rohölpreise nach Verkündung der Waffenruhe zwischen Washington und Teheran nach, doch die Erleichterung an den Zapfsäulen fällt bestenfalls homöopathisch aus. Gerade einmal fünf Cent Rückgang beim E10-Preis innerhalb eines Tages – das ist weniger ein Durchbruch als ein Tropfen auf den heißen Asphalt.

Regierungssprecher Sebastian Hille machte in Berlin unmissverständlich klar, dass eine schnelle Normalisierung nicht zu erwarten sei. Der Friedensprozess sei „mit großen Unsicherheiten behaftet", ein dauerhaftes Abkommen noch nicht in Sicht. Die Schifffahrt auf der strategisch bedeutsamen Straße von Hormus sei noch nicht wiederhergestellt, zerstörte Produktionsanlagen müssten erst wieder aufgebaut werden. Hille erklärte dazu, es werde dementsprechend auch dauern, bis deutliche Preissenkungen bei den Verbrauchern ankämen.

Transportkosten, Versicherungsprämien und iranische Gebühren

Doch es sind nicht nur die geopolitischen Unwägbarkeiten, die den Preis oben halten. Die Transportkosten im internationalen Schiffsverkehr bleiben erhöht. Versicherungsprämien für Schiffe, die durch die Krisenregion navigieren, dürften auf absehbare Zeit deutlich über dem Vorkrisenniveau liegen. Hinzu kommt ein pikantes Detail: Der Iran will weiterhin Gebühren für die Durchfahrt durch die Meerenge erheben – deren künftige Höhe noch völlig im Dunkeln liegt. Man fragt sich unwillkürlich, ob hier nicht ein Regime, das gerade noch Raketen auf Israel abgefeuert hat, nun als eine Art Maut-Eintreiber der Weltmeere auftritt.

Der stellvertretende Unions-Fraktionschef für Wirtschaft und Energie, Sepp Müller von der CDU, sieht die unsichere Lage an der Meerenge weiterhin als zentralen Preistreiber. Der Wiederaufbau werde Zeit in Anspruch nehmen, der Ölpreis bleibe volatil. Immerhin: Eine tatsächliche Knappheit an Öl und Kerosin drohe Deutschland kurzfristig nicht. Die Bestände an Diesel und Flugbenzin reichten laut dem Branchendienst „Argus Media" noch für mehrere Monate.

Das Kartellamt: Zahnloser Tiger an der Zapfsäule?

Kartellamtspräsident Andreas Mundt versuchte sich derweil in einer Mischung aus vorsichtigem Optimismus und institutioneller Selbstverteidigung. Sinkende Rohölpreise seien ein „klares Signal", das sich grundsätzlich auch an den Zapfsäulen widerspiegeln sollte. Gleichzeitig wies er Kritik an seiner Behörde entschieden zurück. Das Bundeskartellamt sei keine Preisregulierungsinstanz. Man könne geopolitisch bedingte Preisschocks schlicht nicht verhindern.

Eine bemerkenswerte Aussage, die den deutschen Autofahrer kaum trösten dürfte. Denn Mundt räumte selbst ein, dass Deutschland ein strukturelles Problem habe: Eine hohe Marktkonzentration, bei der wenige Konzerne sowohl den Großhandel als auch das Tankstellennetz kontrollieren. Ob der Wettbewerb tatsächlich hinreichend funktioniere, sei unsicher. Man könnte auch sagen: Der Markt ist ein Oligopol, und der Verbraucher ist der Dumme.

Neue Preisregel verpufft wirkungslos

Seit dem 1. April dürfen Tankstellen die Spritpreise nur noch einmal am Tag anheben – eine Maßnahme, die eigentlich für mehr Transparenz und niedrigere Preise sorgen sollte. Das Ergebnis? Über Ostern stiegen die Preise für Benzin und Diesel sechs Tage lang teils kräftig an. Mundt selbst gestand ein, dass ein preisdämpfender Effekt kurzfristig „offensichtlich nicht eingetreten" sei. Man werde erst langfristig bewerten können, ob die Regelung überhaupt wirke. Wieder einmal zeigt sich: Gut gemeint ist das Gegenteil von gut gemacht.

Die Bundesregierung hat zwar im Zuge der Spritpreiskrise das Kartellrecht verschärft. Unternehmen müssen dem Amt nun ihre Kostenstrukturen offenlegen und nachweisen, dass ihre Preise gerechtfertigt sind. Doch die Verfahren seien oft langwierig, so Mundt, und resultierten nicht zwingend in kurzfristig niedrigeren Preisen. Wenn Unternehmen gegen die Regeln verstießen, könne das Kartellamt im Nachgang Sanktionen aussprechen – wohlgemerkt: im Nachgang. Der Schaden ist dann längst angerichtet.

Staatliche Höchstpreise? Mundt winkt ab

Auch der Ruf nach direkten staatlichen Eingriffen in die Preisbildung – etwa durch die Einführung von Höchstpreisen – findet beim Kartellamtspräsidenten wenig Gegenliebe. Solche Maßnahmen setzten eine genaue Kenntnis der Kostenstrukturen voraus und könnten dazu führen, dass Anbieter ihre Aktivitäten in andere Märkte verlagerten. Internationale Beispiele zeigten, dass sich Preisdynamiken dadurch nur begrenzt steuern ließen.

Der Bürger zahlt – wie immer

Was bleibt, ist ein bitterer Befund. Der deutsche Autofahrer, ohnehin schon geplagt von einer der höchsten Steuer- und Abgabenlasten weltweit, wird einmal mehr zur Kasse gebeten. Die Energiesteuer, die CO₂-Abgabe, die Mehrwertsteuer auf die Steuer – all das macht den Spritpreis in Deutschland zu einem politischen Konstrukt, das mit dem reinen Rohölpreis nur noch entfernt zu tun hat. Während andere Länder ihre Bürger in Krisenzeiten entlasten, diskutiert man hierzulande lieber über Kfz-Steuerentlastungen, die irgendwann einmal auf das eigene Konto überwiesen werden sollen.

In Zeiten wie diesen zeigt sich einmal mehr, wie fragil unser auf fossilen Energieträgern basierendes Wirtschaftssystem ist – und wie wenig die Politik tatsächlich in der Lage oder willens ist, den Bürger vor den Auswirkungen geopolitischer Krisen zu schützen. Wer sein Vermögen vor Inflation und Kaufkraftverlust bewahren möchte, sollte über physische Edelmetalle wie Gold und Silber als krisensichere Beimischung im eigenen Portfolio nachdenken. Denn während Papierwährungen und Energiepreise den Launen der Weltpolitik ausgeliefert sind, haben Edelmetalle über Jahrtausende hinweg ihren Wert bewahrt.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Die hier geäußerten Einschätzungen entsprechen der Meinung unserer Redaktion und den uns vorliegenden Informationen. Jede Anlageentscheidung sollte auf eigener, sorgfältiger Recherche basieren. Wir übernehmen keine Haftung für finanzielle Entscheidungen, die auf Grundlage dieses Artikels getroffen werden.

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