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Kettner Edelmetalle
19.06.2026
16:55 Uhr

Spende abgelehnt, weil der Geldgeber „falsch“ wählt: Gesinnungswahn statt Schwimmkurs in Bremerhaven

Es ist ein Lehrstück über den Zustand unseres Landes, das sich in diesen Tagen in Bremerhaven abgespielt hat. Ein Schulverein verzichtet lieber auf eine Spende, als sie aus den Händen eines konservativen Politikers anzunehmen. Die Begründung? Der Geldgeber vertrete Werte, die nicht der „Idee von Gesellschaft“ der Verantwortlichen entsprächen. Man lese und staune: Während in der deutschen Provinz Schulen und Schwimmbäder buchstäblich verfallen, hat man offenbar noch genug Luft, um Spendengelder nach Parteibuch zu sortieren.

Wenn Gesinnung wichtiger ist als Kinderschwimmen

Der Vorgang ist schnell erzählt. Jan Timke, Abgeordneter der konservativen Partei Bündnis Deutschland in Bremen, wollte mit einer privaten Spende ein Schwimmevent für Kinder ermöglichen. Eine gute Sache, sollte man meinen. Doch eine Schulleiterin lehnte die Zuwendung ab und überwies das Geld kurzerhand zurück. Der Grund hatte mit dem Wohl der Kinder rein gar nichts zu tun, sondern allein mit der politischen Herkunft des Spenders.

Bemerkenswert ist die Wortwahl in der entsprechenden E-Mail, deren Inhalt Timkes Ehefrau über den Kurznachrichtendienst X öffentlich machte. Das Bündnis Deutschland stehe demnach für Werte, die nicht zur eigenen „Idee von Gesellschaft“ passten. Man habe glücklicherweise einen anderen Spender gefunden, sodass die Kinder „in jedem Fall schwimmen gehen können“. Wie großzügig.

Eine Partei aus der Mitte – und trotzdem geächtet

Wer nun glaubt, hier sei eine extremistische Vereinigung am Werk gewesen, der irrt gewaltig. Das Bündnis Deutschland gilt als konservativ-liberal und vertritt Positionen, die gemeinhin als gemäßigt eingeordnet werden. Timke selbst war Gründer der Bremer Kleinpartei Bürger in Wut, die 2023 im Bündnis Deutschland aufging. Es handelt sich also um einen demokratisch gewählten Abgeordneten einer im Landtag vertretenen Partei – nicht um einen Brandstifter.

Genau hier liegt das eigentliche Skandalon: Wenn schon eine bürgerliche, gemäßigte Partei genügt, um Spendengelder als kontaminiert zu betrachten, wie weit hat sich das politische Klima in diesem Land bereits verschoben?

Behörden-Account inklusive

Pikant ist ein weiteres Detail. Die Ablehnung wurde über einen offiziellen E-Mail-Account des Magistrats der Stadt Bremerhaven verschickt. Auf Nachfrage bestätigte die Stadt zwar, dass die Mail von einer Behördenadresse stamme, betonte jedoch, die Spende sei nicht im Namen des Magistrats zurückgewiesen worden. Die Schulleiterin habe für einen privaten Förderverein gehandelt. Man bedauere lediglich, dass sie nicht klarer gemacht habe, in welcher Funktion sie spreche. Der Vorfall sei „wirklich ärgerlich“.

Ärgerlich – ein bemerkenswert harmloses Wort für einen Vorgang, der tief blicken lässt. Selbstverständlich darf ein privater Verein entscheiden, von wem er Geld annimmt. Doch wenn ausgerechnet jene Institutionen, die über jeden Cent klagen, plötzlich wählerisch werden, sobald die politische Farbe nicht stimmt, dann offenbart sich ein Mechanismus, der unsere Gesellschaft Stück für Stück vergiftet.

Der wahre Verlierer steht am Beckenrand

Am Ende bleibt die Frage: Wem hat diese Geste der Gesinnungsreinheit eigentlich genützt? Den Kindern jedenfalls nicht. Es ist die altbekannte Heuchelei einer politischen Stimmung, die das Trennende über das Verbindende stellt, die Ausgrenzung über Pragmatismus und das Etikett über die Tat. Ein Kommentator brachte es treffend auf den Punkt: Wer Spenden ausschlagen könne, dem gehe es offensichtlich blendend.

Dass eine Schule sich überhaupt von privaten Spenden abhängig machen muss, um ein simples Schwimmevent zu finanzieren, ist bereits ein Armutszeugnis für ein Land, das sich gleichzeitig 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen leistet. Dass man dann auch noch das Geld nach Gesinnung sortiert, ist der eigentliche Skandal. Während Politiker über Klimaneutralität bis 2045 schwadronieren und neue Schuldenberge auftürmen, fehlt das Geld dort, wo es wirklich gebraucht wird – bei unseren Kindern.

Vielleicht sollten sich die selbsternannten Hüter der „richtigen Gesellschaft“ einmal fragen, was ihre Idee von Solidarität eigentlich wert ist, wenn sie ein gespendetes Schwimmevent für Kinder am Parteibuch des Gebers scheitern lassen wollen. Es ist diese Verbohrtheit, die viele Bürger längst nicht mehr ertragen wollen – und das zu Recht.

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