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Kettner Edelmetalle
17.08.2026
05:55 Uhr
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Solardach für 550.000 Euro – und kein einziges Kilowatt fließt!

Solardach für 550.000 Euro – und kein einziges Kilowatt fließt!
Symbolbild: KI-generiert

In Mainz-Mombach steht seit März 2025 ein Vorzeigeprojekt der Energiewende, das kein einziges Kilowatt liefert. Auf dem Dach der neuen Zuschauertribüne der Bezirkssportanlage glänzen Photovoltaikmodule mit 60 Kilowatt-Peak. Angeschlossen ist davon: nichts.

Aufgeflogen ist die Panne durch Recherchen von Regionalmedien und eine Satiresendung des NDR, die den Fall in ihrer Rubrik „Realer Irrsinn“ aufgriff. Seither steht die Landeshauptstadt bundesweit als Beispiel für gut gemeinte, aber schlecht geplante Klimapolitik da.

Gebaut für den Aufstieg – geblieben ist der Abstieg

Die Tribüne mit rund 200 überdachten Sitzplätzen entstand, um die Auflagen für den Spielbetrieb in der Regionalliga Südwest zu erfüllen. Hauptnutzer ist der TSV Schott Mainz. Doch die Stadt wollte mehr als ein simples Dach – sie wollte ein Referenzprojekt für ganz Rheinland-Pfalz.

Also kam Solar aufs Dach. Rechnerisch könnte die Anlage jährlich rund 55.000 Kilowattstunden erzeugen – Berichten zufolge genug für etwa 15 Durchschnittshaushalte. Der Strom sollte in ein geplantes Multifunktionsgebäude mit VIP- und Presseraum fließen.

Nur: Dieses Gebäude wurde nie gebaut. Nach dem sportlichen Abstieg des Vereins in die Oberliga entfiel der Bedarf – und mit ihm der einzige vorgesehene Abnehmer. Das Energiekonzept stand plötzlich ohne Empfänger da.

Physik lässt sich nicht per Ratsbeschluss überlisten

Solarmodule liefern unter Sonneneinstrahlung zwar Spannung. Nutzbarer Strom fließt aber erst, wenn ein geschlossener Stromkreis zu einem Verbraucher oder ins öffentliche Netz führt. Genau diese Verbindung fehlt in Mombach bis heute.

Die viel zitierten 55.000 Kilowattstunden sind damit kein Ertrag, sondern eine Zahl auf dem Papier. Ein nachträglicher Netzanschluss wäre technisch machbar – nach Angaben der Stadt aber mit rund 82.000 Euro verbunden.

Dem stünden Einspeiseerlöse von höchstens etwa 5.000 Euro pro Jahr gegenüber. Die Verwaltung hält den Anschluss deshalb laut Medienberichten derzeit für „wirtschaftlich nicht sinnvoll“. Amortisation nach über 16 Jahren – für eine Anlage, die längst hätte liefern sollen.

Und die Kosten? Auch da bleibt Nebel

Bei der Einweihung im März 2025 war von rund 480.000 Euro städtischer Investition die Rede. Neuere Berichte nennen inzwischen rund 550.000 Euro für das Gesamtprojekt. Woher die Differenz von etwa 70.000 Euro stammt, lässt sich aus öffentlich zugänglichen Angaben nicht eindeutig nachvollziehen.

Zugleich will Mainz seine kommunale Solarleistung kräftig ausbauen: Langfristig sind rund 10,4 Megawatt Erzeugungsleistung angepeilt, jährlich sollen mindestens 1.000 Kilowatt-Peak hinzukommen. Ambitionierte Ziele – doch Mombach zeigt, was passiert, wenn Symbolik die Statik der Planung ersetzt.

Ein Lehrstück über den Umgang mit fremdem Geld

Aus Sicht unserer Redaktion ist der Fall mehr als eine Provinzposse. Er steht exemplarisch für eine Politik, die Förderlogik und Vorzeige-Effekt über den nüchternen Nutzen stellt – finanziert von Steuerzahlern, die nicht gefragt werden.

Wer Milliarden für Sondervermögen und Klimaziele mobilisiert, sollte zumindest sicherstellen, dass ein Kabel verlegt wird. Für viele Bürger ist genau das der Grund, warum das Vertrauen in staatliche Großprojekte schwindet – und warum sie ihr Vermögen lieber in Werten sichern, die keine Netzanbindung brauchen: physische Edelmetalle als solide Beimischung eines breit gestreuten Portfolios.

Immerhin eine Aufgabe erfüllt die Tribüne tadellos: Sie hält den Regen von den Zuschauern fern.

Hinweis: Dieser Beitrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wir führen weder Anlage- noch Steuer- oder Rechtsberatung durch. Jeder Leser ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigenständig recherchieren.

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