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Kettner Edelmetalle
10.01.2026
18:01 Uhr

Silbermarkt unter Druck: Verschleiert die CME eine drohende physische Knappheit?

Silbermarkt unter Druck: Verschleiert die CME eine drohende physische Knappheit?

Der Silbermarkt zeigt sich zu Jahresbeginn 2026 in einer bemerkenswerten Verfassung. Trotz eines fulminanten Starts konnte das Edelmetall seine Gewinne nicht über der psychologisch wichtigen Marke von 80 Dollar pro Unze halten. Was auf den ersten Blick wie eine gewöhnliche Marktkorrektur erscheint, könnte nach Einschätzung von Branchenexperten jedoch weitaus tiefgreifendere Ursachen haben.

Margenhammer der CME erschüttert den Markt

Die Chicago Mercantile Exchange hat in der letzten Woche des Jahres 2025 die Margenanforderungen für Edelmetalle deutlich angehoben – eine Entscheidung, die den Silbermarkt regelrecht durchgeschüttelt hat. Die Silber-Futures verzeichneten daraufhin den größten wöchentlichen Rückgang seit März, was bei vielen Anlegern Befürchtungen eines bevorstehenden Marktcrashs auslöste.

Doch ist diese Interpretation der Ereignisse wirklich zutreffend? Jen Bawden, Geschäftsführerin von Bawden Capital, vertritt eine deutlich andere Sichtweise. Sie bezeichnet die Margenerhöhung der CME als nichts Geringeres als eine "Nebelkerze", die von einer weitaus brisanteren Entwicklung ablenken soll: einer bevorstehenden physischen Silberknappheit von historischem Ausmaß.

China dreht am Silberhahn

Die Fundamentaldaten des physischen Silbermarktes sprechen eine unmissverständliche Sprache. Seit dem 1. Januar 2026 hat China die Ausfuhr von raffiniertem Silber weiter eingeschränkt – eine Maßnahme, die sage und schreibe 70 Prozent des weltweiten Angebots betrifft. Wer die geopolitischen Entwicklungen der vergangenen Jahre aufmerksam verfolgt hat, wird diese strategische Positionierung Pekings kaum überraschen.

Die Expertin prognostiziert vor diesem Hintergrund einen Preisanstieg auf beachtliche 200 Dollar pro Unze. Eine Prognose, die angesichts der aktuellen Marktlage durchaus ambitioniert erscheint, jedoch keineswegs aus der Luft gegriffen ist.

Ein Kampf um begrenzte Ressourcen

Im Gegensatz zur legendären Silberspekulation der Hunt-Brüder in den 1980er Jahren, als zwei texanische Milliardäre versuchten, den Silbermarkt zu kontrollieren, sieht Bawden heute eine völlig andere Konstellation. Mehrere globale Akteure – darunter China, die boomende Solarindustrie und diverse Zentralbanken – ringen um das begrenzte verfügbare Silber. Der wachsende Status des Edelmetalls als strategisches Metall, gepaart mit den Basel-III-Vorschriften für Banken, treibt die Nachfrage zusätzlich an.

Kaufgelegenheiten für weitsichtige Anleger

Angesichts sinkender Zinsen und eines schwächelnden US-Dollars erwartet die Analystin einen deutlichen Aufschwung für Silber. Kurzfristige Korrekturen, wie sie derzeit zu beobachten sind, betrachtet sie als willkommene Kaufgelegenheiten für strategisch denkende Investoren.

Die aktuelle Marktlage zeigt einmal mehr, wie wichtig es ist, hinter die Kulissen der offiziellen Narrative zu blicken und die wahren Treiber der Preisentwicklung zu verstehen.

In Zeiten zunehmender wirtschaftlicher Unsicherheit und geopolitischer Spannungen erweisen sich physische Edelmetalle wie Gold und Silber als bewährte Säulen der Vermögenssicherung. Wer sein Portfolio breit aufstellen und gegen die Unwägbarkeiten der Finanzmärkte absichern möchte, sollte eine Beimischung physischer Edelmetalle ernsthaft in Betracht ziehen.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger ist für seine Investitionsentscheidungen selbst verantwortlich und sollte vor einer Anlageentscheidung eigene Recherchen durchführen sowie gegebenenfalls professionelle Beratung in Anspruch nehmen.

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