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Kettner Edelmetalle
22.09.2026
05:25 Uhr
KI-generiert

Silber knapp unter 68 Dollar: Sechstes Defizitjahr in Folge!

Silber knapp unter 68 Dollar: Sechstes Defizitjahr in Folge!
Symbolbild: KI-generiert

Der Silberpreis hat Ende August die Marke von 68 US-Dollar je Unze angekratzt — angetrieben von einer Entscheidung aus Washington. Das US-Finanzministerium kündigte am 19. August 2026 an, seine Rückkäufe langlaufender Staatsanleihen mindestens zu verdoppeln. Gleichzeitig steuert der Silbermarkt laut Branchendaten auf das sechste Angebotsdefizit in Folge zu.

Wenn der Staat seine eigenen Schulden zurückkauft

Die Zahlen sind bemerkenswert: Das Ceiling für sogenannte Liquiditäts-Rückkäufe bei Papieren mit 10 bis 30 Jahren Laufzeit steigt von 2 Milliarden auf mindestens 4 Milliarden Dollar pro Operation — wirksam vom 9. September bis zum Refinanzierungstermin am 4. November 2026.

Der Auslöser? Die Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen war am 18. August auf 5,33 Prozent geschossen — den höchsten Stand seit Juni 2007. Berichten zufolge steht dahinter die Sorge um einen Schuldenberg jenseits der 40-Billionen-Dollar-Grenze.

Die Mechanik dahinter ist simpel: Sinken die Renditen am langen Ende, schrumpft der Zinsvorteil von Anleihen — und die Opportunitätskosten für zinslose Edelmetalle fallen. Silber profitiert. Ein Muster, das Anleger seit Jahrzehnten kennen.

Die Fed schlägt zurück — mit der ersten Zinserhöhung seit 2023

Doch der Gegenwind kam prompt. Das am 19. August veröffentlichte Protokoll der Fed-Sitzung vom 28./29. Juli zeigte ein Votum von 9 zu 3 für unveränderte Zinsen — drei regionale Notenbankpräsidenten wollten erhöhen. Viele Teilnehmer hätten weitere Straffungen für nötig erachtet, falls die Inflation nicht nachgebe.

Und genau das geschah: Medienberichten zufolge hob die Fed unter ihrem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh am 16. September den Leitzins auf 4 Prozent an — die erste Erhöhung seit Sommer 2023, und das gegen den ausdrücklichen Willen des Weißen Hauses. Für zinslose Metalle ist das kurzfristig Ballast.

Das physische Fundament: Die Tresore leeren sich

Nur: Das Defizit interessiert sich nicht für Fed-Protokolle. Silver Institute und Metals Focus erwarten für 2026 das sechste Minusjahr in Serie, veröffentlichte Schätzungen reichen von rund 46 bis 67 Millionen Unzen. In den COMEX-Lagern lagen am 19. August 337,3 Millionen Unzen — davon nur 99,5 Millionen Unzen "registered", also tatsächlich für Futures-Lieferungen verfügbar.

Dazu kommen Störungen, die mit Geldpolitik nichts zu tun haben: Chinas seit 1. Januar 2026 geltende Exportlizenzpflicht verengt den Kreis der Ausführer. In Mexiko steht die Terronera-Mine von Endeavour Silver seit dem 12. August wegen einer Blockade still. Und Peru, Produzent von rund 130 Millionen Unzen jährlich, kämpft mit einer Energiekrise.

Ein Manager des Produzenten Americas Gold and Silver verwies laut dem Bericht auf die strukturelle Schwachstelle — hier in deutscher Übersetzung:

Siebzig Prozent des Silbers fallen als Nebenprodukt anderer Minen an, ein erheblicher Teil davon in Kupferminen. Und Kupferminen sind derzeit durch die Schwefelsäure-Versorgung eingeschränkt.

Was Anleger daraus mitnehmen sollten

Silber bleibt ein nervöses Metall: Vom Rekordhoch bei über 121 Dollar im Januar 2026 ging es laut Marktberichten um fast die Hälfte nach unten, ehe die Erholung einsetzte. Wer schwache Nerven hat, ist hier falsch.

Doch das grundlegende Bild bleibt: Staaten, die ihre eigenen Anleihen stützen müssen, während die Industrie mehr Silber verbraucht, als aus dem Boden kommt. Auch in Berlin wird mit 500 Milliarden Euro Sondervermögen kräftig auf Pump geplant. Physische Edelmetalle sind kein Renditeversprechen — aber eine Versicherung gegen die Sorglosigkeit der Finanzpolitik.

Hinweis: Dieser Beitrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wir geben keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen. Jeder Anleger muss eigenständig recherchieren und trägt die Verantwortung für seine Entscheidungen selbst.

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