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Kettner Edelmetalle
09.02.2026
15:20 Uhr

Sieben Millionen Euro für Comedy – während ein Zugbegleiter stirbt

Es gibt Geschichten, die so absurd klingen, dass man sie für Satire halten könnte. Doch was die Deutsche Bahn sich in den vergangenen Monaten geleistet hat, ist bittere Realität – und ein Lehrstück darüber, wie ein Staatskonzern seine Prioritäten auf geradezu groteske Weise falsch setzt.

Anke Engelke als Zugchefin – für sieben Millionen Euro

Im Oktober 2025 startete die Deutsche Bahn eine Webserie mit dem bezeichnenden Titel „Boah, Bahn!". Komikerin Anke Engelke mimte darin eine Zugchefin, die sich mit Verspätungen und kaputten Kaffeemaschinen herumschlägt. Was wie eine selbstironische Fingerübung klingen mag, verschlang nach vorliegenden Informationen mehr als sieben Millionen Euro – wohlgemerkt für gerade einmal sieben Kurzvideos und einen Song. Der damalige DB-Vorstand Michael Peterson habe das Ganze als „humorvolle Liebeserklärung an die Mitarbeitenden" bezeichnet. Man fragt sich unwillkürlich: Liebeserklärungen dieser Preisklasse – können sich das nur Staatskonzerne leisten, die mit dem Geld der Steuerzahler wirtschaften?

Nun ist Schluss mit der teuren Komödie. Unter der neuen Bahn-Chefin Evelyn Palla heißt es lapidar, eine Fortsetzung „passe nicht in die Zeit". Das ist zweifellos richtig. Doch wer ehrlich ist, muss zugeben: Es hat auch vorher nicht gepasst. Nicht in eine Zeit chronischer Verspätungen, maroder Infrastruktur und eines Schienennetzes, das international zum Gespött geworden ist.

Transparenz? Fehlanzeige!

Besonders pikant ist der Umgang des Konzerns mit den Kampagnenkosten. Die Deutsche Bahn wollte die Summe zunächst gar nicht öffentlich nennen und berief sich auf „Geschäftsgeheimnisse". Auch das Bundesverkehrsministerium verweigerte die Auskunft. Die Zahlen wurden schließlich in der Geheimschutzstelle des Bundestags hinterlegt – als handele es sich um hochsensible Staatsdokumente und nicht um die schlichte Frage, wie ein bundeseigener Konzern das Geld seiner Eigentümer – also der Bürger – ausgibt.

Auf die Frage, wer die Spots überhaupt in Auftrag gegeben habe, antwortete die Bahn mit einer Formulierung, die an bürokratische Meisterleistung kaum zu überbieten sei: Man habe „im Rahmen interner Abstimmungen" diskutiert und sei „zu dem Entschluss gekommen, hiervon abzusehen". Wer konkret verantwortlich zeichnet? Darüber hüllt sich der Konzern in Schweigen. Ein Unternehmen, das mit öffentlichen Geldern operiert und seine Werbeausgaben behandelt wie Staatsgeheimnisse, sendet damit ein verheerendes Signal an jeden Steuerzahler.

Der tragische Tod eines Zugbegleiters

Die Absetzung der Kampagne fällt in eine Zeit, die den ganzen Zynismus dieser Geldverschwendung erst richtig sichtbar macht. Vorletzte Woche wurde der 36-jährige Zugbegleiter Serkan C. in einem Regionalexpress bei Kaiserslautern von einem Fahrgast ohne Ticket angegriffen. Der alleinerziehende Vater zweier Kinder starb wenige Tage später an einer Hirnblutung. Ein junges Leben, ausgelöscht – im Dienst für einen Konzern, der lieber Millionen in Comedy-Formate steckt, als seine Mitarbeiter angemessen zu schützen.

SPD-Innenpolitiker Sebastian Fiedler rechnete nüchtern vor: Für sieben Millionen Euro hätten 100 zusätzliche Sicherheitskräfte ein ganzes Jahr lang bezahlt werden können. EVG-Chef Martin Burkert fragte, ob nicht die Sanierung von Pausenräumen oder eine flächendeckende Ausstattung mit Bodycams die bessere Investition gewesen wäre. Fragen, die sich geradezu aufdrängen – und auf die der Konzern keine befriedigende Antwort hat.

Gewalt gegen Bahnmitarbeiter: Ein Symptom der Fehlpolitik

Die zunehmende Gewalt gegen Mitarbeiter im öffentlichen Dienst – ob bei der Bahn, in Krankenhäusern oder bei Rettungskräften – ist kein Naturereignis. Sie ist das Ergebnis einer jahrelangen politischen Fehlsteuerung, einer Justiz, die Täter mit Samthandschuhen anfasst, und einer Migrationspolitik, die das Sicherheitsgefühl der Bürger nachhaltig erschüttert hat. Die Gewerkschaft EVG rief nach dem Tod von Serkan C. zu einer bundesweiten Schweigeminute auf. Bahn-Chefin Palla beklagte, dass Übergriffe auf Mitarbeiter zunähmen. Doch Betroffenheitsbekundungen allein reichen nicht. Es braucht entschlossenes Handeln – und zwar nicht nur beim Konzern, sondern auch in der Politik.

Dass die Kriminalität in Deutschland auf einem besorgniserregenden Niveau angelangt ist, spüren längst nicht mehr nur Bahnmitarbeiter. Es ist die Meinung eines Großteils der Bevölkerung, dass die aktuelle Sicherheitslage das Ergebnis politischer Versäumnisse ist und dass es endlich Politiker braucht, die für Deutschland regieren – und nicht gegen seine Bürger.

Image vor Substanz: Die Krankheit der Deutschen Bahn

Die Einstellung der Kampagne mag konsequent sein. Dass es dafür erst eine öffentliche Debatte über die exorbitanten Kosten und den tragischen Tod eines Mitarbeiters brauchte, offenbart jedoch das eigentliche Problem: eine Unternehmenskultur, die Image über Substanz stellt. Wer die Frustration seiner Kunden in Comedy verpackt, ohne gleichzeitig an den Ursachen zu arbeiten, verwechselt Selbstironie mit Zynismus. Und wer sich dann auch noch beleidigt gibt, wenn der Steuerzahler Rechenschaft fordert, hat den Bezug zur Realität vollständig verloren.

Die Deutsche Bahn ist ein Spiegelbild dessen, was in diesem Land seit Jahren schiefläuft: aufgeblähte Bürokratie, mangelnde Verantwortlichkeit, Intransparenz bei der Verwendung öffentlicher Mittel – und eine politische Klasse, die lieber schöne Bilder produziert, als die harte Arbeit an den eigentlichen Problemen zu leisten. Sieben Millionen Euro für sieben Videos. Null Euro mehr Sicherheit für die Menschen, die tagtäglich in den Zügen dieses Landes arbeiten. Man muss kein Mathematiker sein, um zu erkennen, dass diese Rechnung nicht aufgeht.

Vielleicht sollte sich die neue Konzernführung unter Evelyn Palla eine einfache Frage stellen: Was würden die Fahrgäste lieber sehen – eine weitere Staffel mit Anke Engelke oder einen Zug, der pünktlich kommt? Die Antwort dürfte selbst in der Vorstandsetage der Deutschen Bahn niemanden überraschen.

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