
Seltene Erden: CME plant revolutionäre Futures-Kontrakte gegen Chinas Rohstoff-Monopol
Es ist ein Schachzug, der die geopolitischen Kräfteverhältnisse auf den Rohstoffmärkten grundlegend verschieben könnte: Die CME Group, weltgrößter Betreiber von Terminbörsen, arbeitet offenbar an der Einführung der allerersten Futures-Kontrakte auf Seltene Erden. Was auf den ersten Blick wie ein trockenes Finanzmarktthema klingt, ist in Wahrheit nichts weniger als ein strategischer Gegenschlag des Westens gegen Pekings erdrückende Dominanz bei kritischen Rohstoffen.
Neodym und Praseodym: Die unsichtbaren Treiber der modernen Welt
Der geplante Kontrakt soll sich auf Neodym und Praseodymium (NdPr) beziehen – zwei Elemente, die üblicherweise gemeinsam gehandelt werden und für die Herstellung von Permanentmagneten unverzichtbar sind. Diese Magnete stecken in Elektromotoren, Windturbinen, Drohnen und Kampfjets. Wer also glaubt, Seltene Erden seien ein Nischenthema, der irrt gewaltig. Ohne diese 17 Elemente steht die moderne Industrie still – von der Unterhaltungselektronik bis zur Landesverteidigung.
Die Verhandlungen befänden sich noch in einem frühen Stadium, eine endgültige Entscheidung sei noch nicht gefallen. Auch der Konkurrent Intercontinental Exchange (ICE) prüfe offenbar die Einführung ähnlicher Derivate, sei dabei jedoch noch weniger weit fortgeschritten. Beide Unternehmen hüllten sich in Schweigen.
Chinas eiserner Griff: 90 Prozent der verarbeiteten Seltenen Erden
Die Brisanz dieser Entwicklung wird erst deutlich, wenn man sich die nackten Zahlen vor Augen führt: China kontrolliert rund 90 Prozent der weltweiten Verarbeitung Seltener Erden. Ein Quasi-Monopol, das Peking in den vergangenen Jahren immer wieder als geopolitische Waffe eingesetzt hat – sei es durch Exportbeschränkungen oder strategische Preismanipulationen. Die NdPr-Preise in China sind allein in diesem Jahr um etwa 40 Prozent gestiegen und haben den höchsten Stand seit Mitte 2022 erreicht, nachdem sie in den 15 Monaten bis Mai 2023 um die Hälfte eingebrochen waren.
Diese extreme Volatilität ist Gift für westliche Investoren. Banken scheuen sich, neue Minen und Verarbeitungsanlagen zu finanzieren, weil Produzenten schlicht keine verlässlichen Instrumente zur Absicherung gegen Preisschwankungen zur Verfügung stehen. Ein funktionierender Futures-Markt könnte dieses Problem lösen – und damit den Weg für eine dringend benötigte Diversifizierung der Lieferketten ebnen.
Washingtons strategisches Erwachen – und Europas Schlafwandeln
Die USA haben das Problem zumindest erkannt. Washington hat kürzlich ein strategisches Rohstofflager im Wert von 12 Milliarden Dollar eingerichtet und einen bevorzugten Handelsblock mit Verbündeten gegründet, der sich auf kritische Mineralien konzentriert. Im vergangenen Juli schloss die US-Regierung zudem ein milliardenschweres Abkommen mit MP Materials, das eine 15-prozentige Staatsbeteiligung und einen an NdPr gekoppelten Mindestpreis umfasste. Donald Trump setzt damit seine Strategie der wirtschaftlichen Unabhängigkeit konsequent fort.
Und Europa? Und Deutschland? Während die Vereinigten Staaten handeln, diskutiert man hierzulande lieber über Gendersternchen und Lastenfahrräder. Die neue Große Koalition unter Friedrich Merz hat zwar vollmundig eine Stärkung der deutschen Wirtschaft versprochen, doch von einer ernsthaften Rohstoffstrategie ist bislang wenig zu sehen. Dabei wäre gerade die deutsche Industrie – vom Automobilbau bis zur Rüstungsproduktion – existenziell auf eine sichere Versorgung mit Seltenen Erden angewiesen.
Ein fehlendes Puzzlestück für die gesamte Branche
Ein Insider brachte es auf den Punkt: Die Einführung eines Futures-Kontrakts sei „das entscheidende fehlende Puzzlestück für die gesamte Branche". Sowohl Produzenten als auch industrielle Abnehmer – darunter Hersteller von Elektrofahrzeugen – könnten damit ihr Preisrisiko deutlich effektiver steuern. Die CME, die bereits im Lithium- und Kobalt-Futures-Markt aktiv ist, meldete zuletzt Quartalsergebnisse über den Erwartungen der Wall Street, mit einem Anstieg der durchschnittlichen täglichen Handelsvolumina um 7,5 Prozent auf den Rekordwert von 27,4 Millionen Kontrakten.
Ob die Liquidität im Seltene-Erden-Markt für einen funktionierenden Futures-Handel ausreicht, bleibt allerdings fraglich. Die Handelsvolumina sind im Vergleich zu etablierten Metallmärkten verschwindend gering. Doch allein der Versuch, Pekings Preissetzungsmacht zu brechen, verdient Anerkennung.
Physische Werte als Anker in unsicheren Zeiten
Die Entwicklung rund um Seltene Erden unterstreicht einmal mehr eine fundamentale Wahrheit: Physische Rohstoffe sind das Rückgrat jeder Volkswirtschaft – und wer die Kontrolle über sie verliert, verliert seine Souveränität. In einer Welt, in der geopolitische Spannungen zunehmen, Lieferketten fragil sind und Währungen durch exzessive Staatsverschuldung entwertet werden, gewinnen physische Werte an Bedeutung. Wer sein Vermögen langfristig sichern möchte, sollte physische Edelmetalle wie Gold und Silber als unverzichtbaren Bestandteil eines breit diversifizierten Portfolios in Betracht ziehen – als bewährter Schutz gegen Inflation, Währungsrisiken und geopolitische Verwerfungen.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Investitionsentscheidung sollte auf eigener, sorgfältiger Recherche basieren. Wir empfehlen, vor jeder Anlageentscheidung einen qualifizierten Finanzberater zu konsultieren. Für etwaige Verluste, die aus der Umsetzung der in diesem Artikel genannten Informationen resultieren, übernehmen wir keinerlei Haftung.
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