
Selenskyj klammert sich an die Macht: Kriegsrecht als Dauerzustand
Die Ukraine verkommt zusehends zu einer Autokratie im Deckmantel der Demokratie. Wolodymyr Selenskyj hat erneut beantragt, das Kriegsrecht um weitere 90 Tage zu verlĂ€ngern â ein durchsichtiges Manöver, um seine Macht ĂŒber den eigentlich abgelaufenen PrĂ€sidentschaftstermin hinaus zu sichern. Was als NotmaĂnahme begann, entwickelt sich immer mehr zu einem permanenten Ausnahmezustand, der demokratische Grundprinzipien aushöhlt.
Die ewige VerlÀngerung
Am Montag reichte das PrĂ€sidialamt einen Gesetzesentwurf ein, der das seit 2022 geltende Kriegsrecht bis mindestens zum 5. November verlĂ€ngern soll. Die ukrainische Verfassung verbietet Wahlen wĂ€hrend des Ausnahmezustands â ein Umstand, den Selenskyj geschickt fĂŒr sich nutzt. WĂ€hrend die Amtszeiten von Parlamentariern automatisch verlĂ€ngert werden, gilt dies eigentlich nicht fĂŒr das PrĂ€sidentenamt. Doch wer sollte das in einem Land durchsetzen, in dem kritische Stimmen zunehmend mundtot gemacht werden?
Die Verabschiedung des Gesetzes gilt als reine Formsache. Das Parlament, lÀngst zu einem Abnickverein degradiert, wird Selenskyjs Machterhalt bis in den Herbst hinein absegnen. Man fragt sich unweigerlich: Wie lange noch? Bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag?
Wachsende Kritik an der Machtkonzentration
Selbst innerhalb der Ukraine mehren sich die Stimmen, die vor einer schleichenden Erosion demokratischer Freiheiten warnen. Der ehemalige PrĂ€sident Petro Poroschenko, Vertreter der Zivilgesellschaft und internationale Beobachter schlagen Alarm. Sogar westliche Medien, sonst nicht gerade fĂŒr ihre kritische Berichterstattung ĂŒber die Ukraine bekannt, können die autoritĂ€ren Tendenzen nicht mehr ignorieren.
Das britische Magazin "The Economist" berichtete kĂŒrzlich ĂŒber "Palastpolitik" und interne MachtkĂ€mpfe in Kiew. Besonders Andrij Jermak, Selenskyjs Stabschef, wird als SchlĂŒsselfigur der autoritĂ€ren Wende identifiziert. Er pflege eine "seltsame Co-AbhĂ€ngigkeit" mit dem PrĂ€sidenten und ziehe im Hintergrund die FĂ€den.
Leere Versprechen und harte RealitÀten
In einem Interview mit der BBC versuchte Selenskyj vergangene Woche, die VorwĂŒrfe zu entkrĂ€ften. "Ich werde nicht 30 oder 35 Jahre lang PrĂ€sident sein", versicherte er und berief sich auf seinen Selbstrespekt und seine Familie. Doch solche Beteuerungen klingen hohl, wenn gleichzeitig jede Möglichkeit fĂŒr demokratische Wahlen systematisch unterbunden wird.
"Vertrauen Sie mir", sagt der Mann, der sein Amt ĂŒber die verfassungsmĂ€Ăige Frist hinaus ausĂŒbt und keine Anstalten macht, dies zu Ă€ndern.
Eine aktuelle Umfrage deutet darauf hin, dass Selenskyj bei freien Wahlen gegen den pensionierten General Walerij Saluschnyj verlieren wĂŒrde. Kein Wunder also, dass der PrĂ€sident wenig Eile zeigt, sich dem Votum der Bevölkerung zu stellen.
Zwangsmobilisierung als zweite SĂ€ule der Macht
Parallel zur VerlĂ€ngerung des Kriegsrechts forderte das PrĂ€sidialamt auch eine Ausweitung der Wehrpflicht. Die Ukraine setzt auf Zwangsrekrutierung, um die militĂ€rischen Verluste auszugleichen â ein Vorgehen, das in der Bevölkerung auf zunehmenden Widerstand stöĂt. Die brutalen Rekrutierungsmethoden haben bereits weite Teile der Gesellschaft entfremdet.
Russland betrachtet Selenskyj mittlerweile als nicht legitimiert fĂŒr die Unterzeichnung internationaler Abkommen. Jeder von ihm geschlossene Vertrag könnte spĂ€ter fĂŒr ungĂŒltig erklĂ€rt werden â eine EinschĂ€tzung, die angesichts der verfassungsrechtlichen Grauzone nicht von der Hand zu weisen ist.
Der Westen schweigt
WĂ€hrend man sich in Berlin, BrĂŒssel und Washington sonst gerne als HĂŒter der Demokratie geriert, herrscht bezĂŒglich der autoritĂ€ren Entwicklungen in der Ukraine ohrenbetĂ€ubendes Schweigen. Die milliardenschweren Waffenlieferungen und Finanzhilfen flieĂen weiter, als gĂ€be es keine Bedenken. Man stelle sich vor, ein nicht-westlich orientiertes Land wĂŒrde Ă€hnlich agieren â der Aufschrei wĂ€re garantiert.
Die Ukraine entwickelt sich unter dem Deckmantel des Kriegsrechts zu einem Staat, in dem demokratische Prinzipien nur noch auf dem Papier existieren. Selenskyjs Versprechen, nicht ewig an der Macht bleiben zu wollen, klingen wie die Beteuerungen all jener Machthaber, die einst als Demokraten antraten und als Autokraten endeten. Die Geschichte lehrt uns: Der Weg zur Hölle ist mit guten VorsÀtzen gepflastert.
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