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Kettner Edelmetalle
23.09.2026
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Schwefel-Schock am Golf: Jetzt wird der Dünger zur Preisfalle!

Schwefel-Schock am Golf: Jetzt wird der Dünger zur Preisfalle!
Symbolbild: KI-generiert

Phosphatdünger bleibt weltweit knapp und teuer, und der Grund dafür ist ein Rohstoff, den kaum jemand auf dem Zettel hatte: Schwefel. Das geht aus dem 30. Krisenbericht des International Fertilizer Development Center (IFDC) hervor, der am Dienstag erschienen ist. Sechs Monate nach Beginn der Handelsstörungen in der Straße von Hormus ist keine Entspannung in Sicht. Am Ende zahlen die Verbraucher an der Supermarktkasse.

Der unscheinbare Rohstoff hinter unserem Brot

Das IFDC ist eine gemeinnützige Forschungsorganisation mit Sitz im US-Bundesstaat Alabama. Aus ihrer Sicht liegt das Kernproblem bei der Schwefelversorgung. Das Washingtoner Forschungsinstitut IFPRI meldet, der Schwefelpreis habe sich seit Jahresbeginn mehr als verdoppelt.

Warum das wichtig ist? Viele Phosphatdünger lassen sich ohne Schwefel nicht herstellen. Der Stoff fällt überwiegend als Nebenprodukt an, wenn Erdöl und Erdgas verarbeitet werden. Wer also die Energieströme am Golf kappt, trifft damit auch die Äcker der Welt.

Laut US Geological Survey waren 2025 diese Länder die größten Schwefelproduzenten:

  • China: rund 19 Millionen Tonnen
  • USA: 8,1 Millionen Tonnen
  • Russland: 7,5 Millionen Tonnen
  • Saudi-Arabien: 7,2 Millionen Tonnen
  • Vereinigte Arabische Emirate: 6,3 Millionen Tonnen

Hormus: Das Nadelöhr ist praktisch dicht

Ausgelöst wurde das Chaos durch den Iran-Krieg, der im Februar 2026 begann. Nach Daten der Welthandelsorganisation WTO sind die Exporte von Düngemitteln und Vorprodukten durch die Meerenge seitdem fast vollständig zum Erliegen gekommen. Während der kurzen Waffenruhe zwischen Mitte Juni und Mitte Juli fuhren zwar wieder einige Schiffe. Seit die Kämpfe wieder aufgenommen wurden, ist der Verkehr laut IFPRI erneut auf nahezu null gesunken.

Zwei Märkte, zwei Welten

Bei Stickstoffdüngern hat sich die Lage gedreht. Harnstoff und Ammoniak verteuerten sich nach Kriegsbeginn laut IFPRI um bis zu 80 Prozent, inzwischen liegen die Preise aber wieder auf dem Niveau von Anfang Januar. Den Unterschied macht vor allem China: Peking habe seine Stickstoffexporte im ersten Halbjahr 2026 um rund 47 Prozent auf 2,8 Millionen Tonnen gesteigert. Auch die Ausfuhren aus den USA seien um fast 60 Prozent gewachsen.

Bei Phosphat sieht es anders aus. Die wichtigsten Sorten kosten weiterhin 25 bis 30 Prozent mehr als vor dem Krieg. Weltweit sind die Phosphatexporte im ersten Halbjahr um mehr als neun Prozent gesunken. Saudi-Arabien meldet ein Minus von 22 Prozent, aber auch China, Marokko und Russland liefern deutlich weniger.

Europa hängt in dieser Frage auffällig stark von Lieferungen aus Peking ab. Was das über die viel beschworene strategische Souveränität der EU aussagt, kann sich jeder selbst beantworten.

Die nächste Front: Bab al-Mandab

Laut IFDC verschärft eine zweite Krise die Lage. Die Huthi-Miliz, die dem Bericht zufolge mit dem Iran verbündet ist, habe ihre Stellung rund um die Meerenge Bab al-Mandab zwischen Rotem Meer und Golf von Aden in den vergangenen Wochen ausgebaut. Zuvor sollen bereits der Hafen von Mokha und die Insel Perim unter ihre Kontrolle geraten sein.

Die Folgen zeigen sich schon in den Zahlen. Nach FAO-Daten, die das IFDC zitiert, wurden von Januar bis April 2026 weltweit 20 bis 25 Prozent weniger Düngemittel gehandelt als ein Jahr zuvor. Der FAO-Nahrungsmittelpreisindex stand im August bei 133,3 Punkten und damit 2,5 Prozent über dem Vorjahreswert.

Weniger Phosphat heute, weniger Ernte morgen?

Die Landwirte reagieren bereits. Einer Erhebung des Agrarmarkt-Informationssystems AMIS zufolge setzen sie vermehrt auf Stickstoff und sparen bei Phosphat und Kali. Kurzfristig spart das Geld. Auf Dauer könnte es jedoch die Böden auslaugen und die Erträge drücken.

Für deutsche Familien, die ohnehin unter hohen Energiepreisen und Abgaben leiden, sind das keine guten Aussichten. Lebensmittel könnten wieder teurer werden, und jede Preiswelle frisst das Ersparte auf dem Konto an. Gold und Silber haben sich in solchen Krisenzeiten über Jahrhunderte als stabiler Wertspeicher bewährt. Physische Edelmetalle können daher als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen sinnvoll sein.

Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung und gibt die Meinung unserer Redaktion auf Grundlage der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Leser sollte selbst recherchieren und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen selbst.

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