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Schulden-Beben in Paris: Frankreichs Zinsen knacken die 5-Prozent-Marke!

Schulden-Beben in Paris: Frankreichs Zinsen knacken die 5-Prozent-Marke!
Symbolbild: KI-generiert

Der Anleihemarkt schlägt Alarm. Am Mittwochvormittag stieg die Rendite zehnjähriger französischer Staatsanleihen kurz vor 11:30 Uhr Pariser Zeit über die Schwelle von 5 Prozent. Ein solches Niveau gab es zuletzt im Jahr 2002. Zuvor hatten gewaltsame Krawalle am Wochenende das Land erschüttert, und noch immer ringt die Regierung in Paris um einen Haushalt.

Danach gab die Rendite leicht nach und notierte zuletzt bei rund 4,98 Prozent. Das sind immer noch etwa sechs Basispunkte mehr als am Vortag. Die Botschaft der Investoren ist trotzdem angekommen: Das Vertrauen in die Finanzen der zweitgrößten Volkswirtschaft der Eurozone bröckelt.

Brennende Straßen, leere Kassen

Am Wochenende eskalierten in mehreren französischen Städten die Proteste gegen die hohen Lebenshaltungskosten. Medienberichten zufolge kam es zu Plünderungen und Hunderten Festnahmen, rund 3.000 Geschäfte sollen beschädigt worden sein. Premierminister Sébastien Lecornu reagierte mit örtlichen Ausgangssperren, unter anderem in Lille. Für Minderjährige gelten dort nächtliche Beschränkungen.

Die Unruhen treffen ein Land, dessen Finanzen ohnehin wackeln. Schon Anfang Oktober lösten Schulproteste gegen marode Gebäude und Lehrermangel eine Welle von Schließungen aus. Hinter dem Ärger steckt am Ende immer dieselbe Frage: Wer zahlt die Rechnung eines Staates, der über Jahrzehnte über seine Verhältnisse gelebt hat?

Seit 1973 kein ausgeglichener Haushalt

Die Zahlen sind ernüchternd. Laut Berichten belaufen sich die französischen Staatsschulden auf rund 3.596 Milliarden Euro. Das entspricht etwa 119 Prozent der Wirtschaftsleistung. Einen ausgeglichenen Haushalt hat Paris zuletzt im Jahr 1973 verabschiedet. Das war, bevor die erste Ölkrise Europa traf.

Lecornu will 54 Milliarden Euro einsparen. Im zersplitterten Parlament fehlt ihm dafür aber eine verlässliche Mehrheit. Sein Vorgänger François Bayrou war vor gut einem Jahr bei einer Vertrauensabstimmung gescheitert. Nach Angaben von Reuters haben die Finanzminister der Eurozone und die Europäische Zentralbank Paris zuletzt aufgefordert, den Haushalt für 2027 durchzubringen, damit sich die Märkte beruhigen.

Die Zinsfalle schnappt zu

Warum das alles so gefährlich ist, zeigen die Zahlen zur Refinanzierung. Medienberichten zufolge muss Frankreich im kommenden Jahr rund 340 Milliarden Euro am Kapitalmarkt aufnehmen. Allein für Zinsen rechnet die Schuldenagentur demnach mit 81 Milliarden Euro. Viele der Anleihen, die jetzt auslaufen, stammen aus der Nullzinsphase. Wer sie ersetzt, muss deutlich mehr bezahlen.

  • Rendite 10-jährige OAT: kurzzeitig über 5 Prozent, höchster Stand seit 2002
  • Risikoaufschlag zu Bundesanleihen: so hoch wie seit der Euro-Krise 2012 nicht mehr
  • Staatsschulden: rund 119 Prozent des BIP

Und was heißt das für Deutschland?

Wer jetzt in Berlin selbstzufrieden über den Rhein blickt, sollte das lieber lassen. Auch die Regierung Merz hat mit dem 500-Milliarden-Sondervermögen eine gewaltige Schuldenlast aufgetürmt, obwohl der Kanzler im Wahlkampf solide Finanzen versprochen hatte. Frankreich zeigt gerade, wie schnell die Märkte die Geduld verlieren, wenn ein Staat dauerhaft auf Pump lebt. Es trifft zuerst den Haushalt. Dann trifft es die Bürger.

In der Eurozone haften die Mitglieder außerdem längst gemeinsam füreinander. Gerät Paris ernsthaft ins Wanken, dürfte der Ruf nach europäischen Rettungsmechanismen lauter werden. Den deutschen Steuerzahler würde das kaum verschonen. Kurz vor der Präsidentschaftswahl 2027 ist eine Lösung nicht in Sicht.

Viele Sparer ziehen daraus ihre eigenen Schlüsse. Schuldenkrisen, Unruhen und Zweifel an der Stabilität von Staaten gehören zu den Szenarien, in denen sich physisches Gold und Silber historisch als Wertspeicher bewährt haben. Edelmetalle werden von keinem Parlament gedruckt und hängen von keinem Haushaltskompromiss ab. Als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen können sie eine sinnvolle Absicherung sein.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt die Meinung unserer Redaktion und die uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger sollte selbst recherchieren und ist für seine Anlageentscheidungen allein verantwortlich.

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