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Kettner Edelmetalle
20.08.2026
06:02 Uhr
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Sanktions-Spirale: Brüssel schießt sich selbst ins Knie

Sanktions-Spirale: Brüssel schießt sich selbst ins Knie
Symbolbild: KI-generiert

Acht Nicht-EU-Staaten haben sich den jüngsten Brüsseler Strafmaßnahmen gegen Belarus angeschlossen. Albanien, Bosnien und Herzegowina, Island, Liechtenstein, Montenegro, Nordmazedonien, Norwegen und die Ukraine tragen die Beschränkungen bei Handel und Technologie mit. Grundlage ist ein Ratsbeschluss vom 23. Juli 2026.

Offiziell ist das ein Beleg europäischer Geschlossenheit. Für Kritiker ist es etwas anderes: ein weiterer Schritt in einer Politik, die Handel zunehmend als Waffe begreift — und die am Ende vor allem europäische Betriebe und Verbraucher trifft.

21 Pakete, 3.000 Namen — und kein Ende

Seit 2022 hat die EU nach Medienberichten 21 Sanktionspakete gegen Russland beschlossen. Mehr als 3.000 Personen und Organisationen stehen auf den Listen, über 28 Milliarden Euro an Privatvermögen sind in der EU eingefroren.

Und es soll noch mehr werden. EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas kündigte in einem Zeitungsinterview an, im Herbst die bislang umfassendsten Sanktionslisten seit Kriegsbeginn vorzulegen — die Zahl der Betroffenen solle um rund ein Drittel steigen. Rechnerisch wären das etwa 1.000 zusätzliche Einträge.

„Der Druck muss weiter wachsen, bis Moskau seinen Krieg beendet“, sagte Kallas dem Bericht zufolge.

Wenn Griechenland die Einheit entzaubert

Wie brüchig die viel beschworene Geschlossenheit ist, zeigte das 21. Paket. Es wäre Berichten zufolge beinahe an Griechenland gescheitert, das eine Ausnahme vom EU-weiten Verbot für die Verschiffung russischen Flüssigerdgases durchsetzte. Athen bekam seinen Sonderweg — viele Diplomaten sollen empört reagiert haben.

Bemerkenswert daran: Sobald es ans eigene Portemonnaie geht, entdecken Regierungen ihre nationalen Wirtschaftsinteressen erstaunlich schnell wieder. Nur beim deutschen Industriestandort galt diese Logik offenbar nie.

Deutschland zahlt die Zeche

Das deutsche Geschäftsmodell ruhte jahrzehntelang auf zwei Säulen: bezahlbare Energie und offene Absatzmärkte. Die erste Säule wurde geopolitisch abgeräumt, die zweite bröckelt, weil China vom Kunden zum Konkurrenten geworden ist.

Obendrauf kommen Netto-Null-Auflagen, Berichtspflichten und Bürokratie aus Brüssel. Dass Werke schließen und Investitionen abwandern, ist da keine Überraschung, sondern schlicht Betriebswirtschaft.

Der US-Analyst Martin Armstrong argumentiert in einer aktuellen Analyse, Europa sanktioniere sich in die wirtschaftliche Bedeutungslosigkeit. Je mehr Handel, Banken, Währungen und Technologie als Druckmittel eingesetzt würden, desto stärker wachse außerhalb des Westens der Anreiz, eigene, unabhängige Systeme aufzubauen.

Die multipolare Welt kommt — auf Europas Rechnung

Kallas beziffert den wirtschaftlichen Schaden für Russland auf über eine Billion Euro. Nur: Der Krieg läuft weiter, Moskau hat seine Ströme nach Asien umgeleitet, Peking und Neu-Delhi verhandeln aus einer stärkeren Position. Wer hier eigentlich isoliert wurde, darf jeder selbst beurteilen.

Aus Sicht unserer Redaktion ist das die eigentliche Lehre: Eine Außenpolitik, die Handel zur Loyalitätsprüfung macht, beschleunigt genau jene Fragmentierung der Weltwirtschaft, vor der man in Brüssel warnt. Nicht zufällig haben Notenbanken vieler Schwellenländer ihre Goldreserven in den vergangenen Jahren spürbar ausgebaut — Gold kennt keine Sanktionsliste und kein SWIFT-System.

Für private Sparer gilt derselbe nüchterne Gedanke: In einer Welt, in der Vermögenswerte politisch werden können, bleibt physisches Edelmetall eine sinnvolle Beimischung zur Absicherung eines breit gestreuten Vermögens.

Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung und keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Er gibt die Einschätzung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger muss eigenverantwortlich recherchieren und entscheiden.

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