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Kettner Edelmetalle
18.02.2026
14:39 Uhr

SĂ€belrasseln im Golf von Oman: Russland und Iran proben den maritimen Schulterschluss

WĂ€hrend in Genf die Diplomaten noch um Worte ringen, sprechen im Golf von Oman bereits die Kriegsschiffe. Der Iran und Russland haben ein gemeinsames Marinemanöver angekĂŒndigt, das im nördlichen Indischen Ozean stattfinden soll – ausgerechnet in einer Phase, in der die Atomverhandlungen zwischen Teheran und Washington auf Messers Schneide stehen. SubtilitĂ€t war noch nie die StĂ€rke autoritĂ€rer Regime, doch diese Machtdemonstration setzt neue MaßstĂ€be.

Koordinierte Provokation mit Ansage

Der iranische Marinekommandant Hassan Maghsudloo erklĂ€rte laut der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA, Ziel der Übung sei es, die „gemeinsame maritime Kooperation auszubauen" und die Koordination beider MarinestreitkrĂ€fte bei kombinierten Operationen zu stĂ€rken. Das Manöver solle zudem ein Signal gegen den sogenannten Unilateralismus setzen – eine kaum verhĂŒllte Spitze gegen die Vereinigten Staaten. Russlands Marinekommandant Alexej Sergejew ließ sich derweil mit den Worten zitieren, man sei „bereit, gemeinsame Übungen in jeder Region abzuhalten". Eine Aussage, die man durchaus als DrohgebĂ€rde verstehen darf.

Besonders brisant: Nur einen Tag zuvor hatten die iranischen Revolutionsgarden ein eigenes Manöver in der strategisch hochsensiblen Straße von Hormus durchgefĂŒhrt. Diese Wasserstraße, durch die ein erheblicher Teil des weltweiten Ölhandels fließt, wurde dafĂŒr teilweise gesperrt. Die Revolutionsgarden begrĂŒndeten die Übung mit der Notwendigkeit, die Einsatzbereitschaft ihrer SeestreitkrĂ€fte zu ĂŒberprĂŒfen. Man fragt sich unwillkĂŒrlich: ÜberprĂŒfung – oder EinschĂŒchterung?

Atomverhandlungen unter dem Schatten der Kanonen

Parallel zu diesem militĂ€rischen Muskelspiel fand in Genf eine weitere Runde indirekter Atomverhandlungen zwischen dem Iran und den USA statt, vermittelt durch den Oman. Irans Außenminister Abbas Araghtschi bezeichnete die GesprĂ€che als „konstruktiver" als die erste Runde Anfang Februar in Maskat. Doch wie konstruktiv können Verhandlungen sein, wenn eine Seite gleichzeitig Kriegsschiffe in Stellung bringt?

US-PrĂ€sident Donald Trump, der bekanntlich nicht zu den Leisetretern der Weltpolitik gehört, droht Teheran unverhohlen mit einem MilitĂ€reinsatz, sollte keine Einigung im Atomstreit erzielt werden. Ein zweiter amerikanischer FlugzeugtrĂ€ger wurde bereits in die Region entsandt. Irans geistliches Oberhaupt Ayatollah Ali Chamenei konterte mit einer Bemerkung, die an Klarheit nichts zu wĂŒnschen ĂŒbrig lĂ€sst: Ein Kriegsschiff sei „gewiss eine gefĂ€hrliche Waffe, doch noch gefĂ€hrlicher ist die Waffe, die es versenken kann."

Ein gefÀhrliches Spiel mit dem Feuer

Was wir hier beobachten, ist ein geopolitisches Pokerspiel höchster Ordnung. Russland, das seit dem Beginn des Ukraine-Krieges international weitgehend isoliert ist, sucht sich neue VerbĂŒndete – und findet sie ausgerechnet in Teheran. Die Achse Moskau-Teheran verfestigt sich zusehends, und das sollte Europa zutiefst beunruhigen. Denn eine Eskalation im Persischen Golf hĂ€tte unmittelbare Auswirkungen auf die globalen EnergiemĂ€rkte und damit auch auf die ohnehin angeschlagene deutsche Wirtschaft.

FĂŒr Deutschland, das sich unter der neuen Großen Koalition aus CDU/CSU und SPD gerade mĂŒhsam wirtschaftlich stabilisieren muss, wĂ€re ein Ölpreisschock durch eine Blockade der Straße von Hormus verheerend. Bundeskanzler Friedrich Merz tĂ€te gut daran, diese Entwicklungen nicht nur als fernes SĂ€belrasseln abzutun, sondern die energiepolitische AbhĂ€ngigkeit Deutschlands endlich ernst zu nehmen. Die Zeiten, in denen man sich auf billige Energie aus autoritĂ€ren Staaten verlassen konnte, sind unwiderruflich vorbei – das hĂ€tte man spĂ€testens seit dem russischen Angriff auf die Ukraine wissen mĂŒssen.

In Zeiten derartiger geopolitischer Unsicherheiten zeigt sich einmal mehr, warum physische Edelmetalle wie Gold und Silber als KrisenwÀhrung unverzichtbar sind. Wenn Kriegsschiffe auffahren und Diplomaten scheitern, bewÀhrt sich das Àlteste Wertaufbewahrungsmittel der Menschheit als verlÀsslicher Anker im Sturm der Weltpolitik.

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