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Kettner Edelmetalle
18.12.2025
17:42 Uhr

Russland stationiert atomwaffenfähige Oreschnik-Raketen in Belarus

Die geopolitischen Spannungen in Osteuropa verschärfen sich weiter. Der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko verkündete am Donnerstag in seiner Jahresansprache vor der Volksversammlung in Minsk, dass Russland atomwaffenfähige Raketen vom Typ Oreschnik auf belarussischem Territorium stationiert habe.

Lukaschenko kündigt Kampfeinsatz an

„Die Oreschnik ist seit gestern in Belarus. Und sie wird im Kampf eingesetzt werden", erklärte Lukaschenko vor den versammelten Delegierten. Diese Ankündigung markiert eine weitere Eskalationsstufe in der ohnehin angespannten Sicherheitslage an der östlichen Flanke Europas.

Die neuartige Mittelstreckenrakete wurde erstmals im November 2024 eingesetzt – damals ohne nukleare Ladung gegen eine Rüstungsfabrik in der ukrainischen Stadt Dnipro. Der Angriff demonstrierte die technischen Fähigkeiten des Waffensystems und sendete ein deutliches Signal an die westlichen Verbündeten der Ukraine.

Serienproduktion seit August angelaufen

Bereits im August hatte der russische Präsident Wladimir Putin die Serienproduktion der Oreschnik-Raketen angekündigt. Das Waffensystem kann sowohl mit konventionellen als auch mit atomaren Sprengköpfen bestückt werden, was seine strategische Bedeutung unterstreicht.

Die Stationierung in Belarus ist kein isoliertes Ereignis. Bereits 2023 hatte Russland taktische Atomwaffen in der ehemaligen Sowjetrepublik positioniert. Belarus fungiert seit Beginn des Ukraine-Konflikts als enger Verbündeter Moskaus und stellte sein Staatsgebiet im Februar 2022 für den Beginn der russischen Militäroffensive zur Verfügung.

Militärübungen nahe EU- und NATO-Grenzen

Im August hatte Belarus zudem angekündigt, den Einsatz der Oreschnik-Raketen während des Großmanövers Zapad-2025 zu trainieren. Diese russisch-belarussischen Militärübungen fanden im September in unmittelbarer Nähe zur Grenze der Europäischen Union und des NATO-Bündnisses statt.

Die Entwicklung dürfte in den westlichen Hauptstädten mit großer Aufmerksamkeit verfolgt werden. Die Stationierung atomwaffenfähiger Raketensysteme in Belarus verkürzt potenzielle Vorwarnzeiten erheblich und erhöht den Druck auf die östlichen NATO-Mitgliedstaaten.

Strategische Neuausrichtung im Osten

Experten sehen in der Stationierung einen weiteren Schritt Russlands zur Demonstration militärischer Stärke gegenüber dem Westen. Die geografische Lage von Belarus – eingekeilt zwischen Polen, Litauen und der Ukraine – macht das Land zu einem strategisch bedeutsamen Standort für derartige Waffensysteme.

Wie die internationale Gemeinschaft auf diese jüngste Entwicklung reagieren wird, bleibt abzuwarten. Die Ankündigung Lukaschenkos, die Raketen würden „im Kampf eingesetzt werden", lässt jedenfalls wenig Raum für Entspannung in der Region.

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