
Rohstoff-Offensive: Deutschland buhlt um australische Bodenschätze
Die Bundesrepublik intensiviert ihre Bemühungen, sich von der erdrückenden Abhängigkeit chinesischer Rohstofflieferungen zu befreien. Außenminister Johann Wadephul reiste nach Canberra, um mit seiner australischen Amtskollegin Penny Wong eine erweiterte Rohstoffpartnerschaft zu besiegeln. Ein überfälliger Schritt, möchte man meinen – denn die deutsche Industrie hängt bei kritischen Mineralien wie Lithium, Neodym und Terbium am Tropf autoritärer Regime.
Australien als Rettungsanker für die deutsche Industrie?
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Die Lithiummine Greenbushes südlich von Perth gilt als größte Hartgestein-Lithiummine der Welt und fördert rund ein Fünftel der globalen Produktion. Lithium – jener Schlüsselrohstoff, ohne den weder Elektroautos noch Smartphones noch moderne Speichersysteme funktionieren würden. Für die viel beschworene Energiewende und die Elektromobilität ist Deutschland auf diese Ressourcen dringend angewiesen.
Wadephul betonte nach dem Treffen die zentrale Bedeutung des fünften Kontinents für die Diversifizierung deutscher Lieferketten. Australien verfüge über umfangreiche Vorkommen seltener Erden, die für leistungsstarke Magnete in Industrie und Technik unverzichtbar seien. Was der Minister allerdings auch einräumen musste: Der Zugang zu diesen Bodenschätzen wird teuer. "Dazu müssen wir auch bereit sein, Geld in die Hand zu nehmen", so Wadephul. Eine bemerkenswerte Aussage angesichts der ohnehin angespannten Haushaltslage.
Freihandelsabkommen als Türöffner
Die Rohstoffpartnerschaft soll durch einen neuen Anlauf für ein Freihandelsabkommen zwischen der EU und Australien flankiert werden. Nachdem die Verhandlungen 2023 krachend gescheitert waren, laufen nun wieder Gespräche. Wadephul drängt auf eine schnelle Einigung – "möglichst noch in diesem Jahr". Ob dieser Optimismus gerechtfertigt ist, bleibt abzuwarten. Die Erfahrung lehrt, dass derartige Abkommen oft Jahre, wenn nicht Jahrzehnte in Anspruch nehmen.
Auch Australiens Außenministerin Wong unterstrich die Bedeutung engerer Handelsbeziehungen zwischen "gleichgesinnten Partnern" in einer Phase globaler Umbrüche. Eine diplomatische Formulierung, die kaum verhüllt auf die wachsenden Spannungen mit China anspielt.
USA setzen auf Preisgarantien gegen Pekings Dominanz
Unterdessen gehen die Vereinigten Staaten das Thema kritische Rohstoffe noch aggressiver an. US-Vizepräsident JD Vance präsentierte in Washington ein Konzept staatlich garantierter Mindestpreise vor Ministern aus mehr als 50 Ländern. Das erklärte Ziel: die Schaffung eines bevorzugten Handelsblocks, um die Abhängigkeit von China bei Materialien zu verringern, die für die High-Tech-Fertigung unverzichtbar sind. Deutschland war bei diesem "Critical Minerals Ministerial" selbstverständlich vertreten.
Die Ironie der Geschichte ist kaum zu übersehen: Jahrzehntelang hat die deutsche Politik die Augen vor den strategischen Risiken einer einseitigen Rohstoffabhängigkeit verschlossen. Nun, da China seine Marktmacht bei seltenen Erden als geopolitische Waffe einsetzen kann, erwacht Berlin aus seinem Dornröschenschlaf. Ob die jetzt eingeleiteten Maßnahmen rechtzeitig greifen werden, steht in den Sternen.
Physische Edelmetalle als Stabilitätsanker
In Zeiten derartiger geopolitischer Verwerfungen und unsicherer Lieferketten erweisen sich physische Edelmetalle wie Gold und Silber einmal mehr als verlässlicher Stabilitätsanker im Portfolio. Während die Preise für Batterie-Rohstoffe starken Schwankungen unterliegen und von politischen Entscheidungen abhängen, bieten Edelmetalle eine bewährte Form der Vermögenssicherung – unabhängig von Handelsabkommen und geopolitischen Machtspielen.

- Kettner Edelmetalle News
- Finanzen
- Wirtschaft
- Politik











