
Rohstoff-Krieg: Washington schmiedet Allianz gegen Pekings Würgegriff bei Seltenen Erden

Die geopolitischen Verwerfungen zwischen den Vereinigten Staaten und China erreichen eine neue Eskalationsstufe. Mit einem beispiellosen Vorstoß versucht die Trump-Administration nun, die erdrückende Dominanz des Reichs der Mitte bei kritischen Rohstoffen zu brechen. Vizepräsident JD Vance präsentierte am Mittwoch in Washington vor Vertretern aus mehr als 50 Nationen einen Plan, der das globale Machtgefüge im Rohstoffsektor grundlegend erschüttern könnte.
Staatlich garantierte Mindestpreise als Waffe gegen Dumping
Das Kernstück der amerikanischen Strategie ist so simpel wie radikal: Referenzpreise für kritische Mineralien sollen auf jeder Produktionsstufe festgelegt werden. Diese würden innerhalb der geplanten Allianz als verbindliche Preisuntergrenzen fungieren, abgesichert durch flexible Zölle. Vance formulierte das Ziel unmissverständlich, wenngleich er den Namen des Gegners nicht in den Mund nahm: Man wolle verhindern, dass die eigenen Märkte mit billigen kritischen Mineralien überschwemmt werden, um heimische Hersteller zu unterbieten.
Außenminister Marco Rubio sprach diplomatischer, aber nicht weniger deutlich davon, dass diese Mineralien „stark in den Händen eines einzigen Landes konzentriert" seien. Dies sei längst zu einem „geopolitischen Druckmittel" geworden. Eine Untertreibung, wenn man bedenkt, dass China bei der Verarbeitung vieler Seltener Erden eine nahezu monopolartige Stellung innehat.
Deutschland zwischen den Fronten
Bemerkenswert ist die Teilnahme Deutschlands an diesem Gipfeltreffen. Staatsminister Florian Hahn vom Auswärtigen Amt bezeichnete die USA als „wichtigen Impulsgeber" für Europa. Die Bundesregierung unterstütze die Wirtschaft bei der Sicherung und Diversifizierung ihrer Rohstoffversorgung. Ein Baustein sei dabei die Verringerung deutscher und europäischer Abhängigkeiten.
Diese Worte klingen vernünftig, doch sie offenbaren auch das jahrzehntelange Versäumnis deutscher Politik. Während man sich in ideologischen Debatten über Gendersprache und Klimakleber verlor, hat man sträflich vernachlässigt, die strategische Rohstoffversorgung des Landes abzusichern. Nun steht Deutschland zwischen den Stühlen – abhängig von chinesischen Rohstoffen und gleichzeitig unter Druck der amerikanischen Verbündeten.
Trilaterale Abkommen als Fundament
US-Handelsbeauftragter Jamieson Greer kündigte bereits konkrete Vereinbarungen an: Eine trilaterale Übereinkunft mit der EU und Japan sowie einen bilateralen Plan mit Mexiko. Die Partner wollen Maßnahmen wie Preisstützungen, Marktstandards, Subventionen und Abnahmegarantien prüfen. Auch in Formaten wie der G7-Gruppe soll das Thema vorangetrieben werden.
Pekings kalkulierte Gelassenheit
Die Reaktion aus Peking fiel erwartungsgemäß zurückhaltend aus. China habe lange eine „wichtige und konstruktive Rolle" bei der Sicherung globaler Lieferketten gespielt und sei bereit, dies auch weiterhin zu tun, ließ die chinesische Botschaft verlauten. Eine Formulierung, die man durchaus als subtile Drohung verstehen kann.
Denn der Hintergrund des amerikanischen Vorstoßes ist ernst: Im vergangenen Jahr hatte Peking die Exportkontrollen für Seltene Erden verschärft, was zu erheblichen Produktionsverzögerungen bei Autoherstellern in Europa und den USA führte. Ein Überangebot an chinesischem Lithium brachte zudem Pläne zum Ausbau der US-Produktion ins Stocken.
Strategische Bedeutung für Rüstung und Technologie
Die Seltenen Erden – eine Gruppe von 17 chemischen Elementen – sind trotz ihres Namens weltweit relativ häufig anzutreffen. Ihre Gewinnung ist jedoch aufwendig und kostspielig. Für die High-Tech-Industrie sind sie unverzichtbar: Von leistungsstarken Magneten für Elektromotoren bis hin zu Lenkraketen und Radarsystemen reicht das Anwendungsspektrum.
Präsident Trump hat bereits am Montag eine strategische Mineralienreserve namens „Project Vault" ins Leben gerufen, unterlegt mit Krediten in Höhe von zehn Milliarden Dollar. Ein deutliches Signal, dass Washington die Rohstoffversorgung als Frage der nationalen Sicherheit betrachtet.
Für Anleger, die angesichts dieser geopolitischen Spannungen nach sicheren Häfen suchen, könnten physische Edelmetalle wie Gold und Silber eine sinnvolle Ergänzung des Portfolios darstellen. Diese bewährten Wertaufbewahrungsmittel haben sich in Krisenzeiten historisch als verlässlicher Schutz gegen politische und wirtschaftliche Unwägbarkeiten erwiesen.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger ist für seine Investitionsentscheidungen selbst verantwortlich und sollte vor einer Anlageentscheidung eigene Recherchen durchführen oder einen qualifizierten Finanzberater konsultieren.

- Kettner Edelmetalle News
- Finanzen
- Wirtschaft
- Politik











