
Rohstoff-Alarm: BMW & Co. trauen Berlin nichts mehr zu!

Deutschlands Industrie hat genug vom Warten. Mehrere führende Konzerne, an vorderster Front BMW, wollen ihre Versorgung mit kritischen Rohstoffen künftig selbst organisieren. Ihr gemeinsames „Zukunftsmodell Rohstoffe“ soll Ende November in Berlin vorgestellt werden. Es ist ein Misstrauensvotum gegen die Bundesregierung, wie es deutlicher kaum ausfallen könnte.
Jahrelange Warnungen ohne Wirkung
Neu ist die Kritik nicht. Schon im Oktober 2025 hatte BMW eine „mangelnde Handlungsfähigkeit Deutschlands im globalen Rohstoffwettbewerb“ beklagt. Im Februar 2026 ließ der Verband der Automobilindustrie das Wirtschaftsministerium wissen, die vorhandenen Instrumente reichten auf Dauer nicht aus. Geändert hat sich seither offenbar wenig.
Medienberichten zufolge ist in beteiligten Industriekreisen von tiefem Misstrauen gegenüber dem Haus von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) die Rede. Man fürchte, dass der Staat wichtige Lieferketten nicht rechtzeitig absichern könne. Zur Erinnerung: Schon der staatliche Rohstofffonds kam unter der Ampel erst nach zähem Ringen zustande. Auch der Regierung Merz werfen die Industriekreise vor, auf die jüngsten Verwerfungen an den Energie- und Rohstoffmärkten nur unzureichend reagiert zu haben.
Die Stimmung ist im Keller
Wie weit der Frust reicht, zeigt eine Erhebung der Universität Mannheim. Im Oktober waren nur noch 13 Prozent der befragten Unternehmensvertreter mit der Wirtschaftspolitik zufrieden oder standen ihr neutral gegenüber. Im Juni 2025 lag der Anteil noch bei 32 Prozent. Zum Start einer Regierung, die eine „Wirtschaftswende“ versprochen hatte, passt dieser Absturz denkbar schlecht.
Die harten Daten sind noch bitterer. Von Februar 2022 bis März 2026 schrumpfte die deutsche Industrieproduktion um 9,5 Prozent, in energieintensiven Branchen sogar um 15,2 Prozent. Wenn jetzt auch noch die Rohstoffe ausbleiben, droht aus der Krise eine Existenzfrage zu werden.
Pekings Hebel: 93 Prozent Marktmacht
Der größte Schwachpunkt liegt in Fernost. China kontrolliert rund 93 Prozent der weltweiten Weiterverarbeitung Seltener Erden. Ohne sie laufen keine Elektromotoren, keine Elektronik, kaum ein moderner Maschinenbau und keine Rüstungsproduktion. Peking setzt Exportkontrollen zunehmend als politische Waffe ein. Wie das funktioniert, musste Japan schon 2010 erleben, als China im Streit um eine Inselgruppe die Lieferungen von Seltenen Erden drosselte.
Dazu kommen weitere Risiken. Mehr als 40 Prozent der von der Deutschen Rohstoffagentur untersuchten Rohstoffprodukte gelten als hochriskant. Die Abkopplung von Russland und der seit Februar 2026 andauernde Iran-Krieg treiben die Öl- und Gaspreise nach oben. Das verteuert Transport und Produktion.
Handelshaus statt Hoffnung
Die Antwort der Industrie fällt pragmatisch aus. Geplant sind ein gemeinsames Rohstoffhandelshaus, das die Nachfrage mehrerer Branchen bündelt und langfristige Lieferverträge abschließt, sowie eine schlagkräftigere staatliche Rohstoffagentur. Internationale Projekte sollen besser finanziert und gegen Preisschwankungen abgesichert werden. Berichten zufolge soll der Staat dabei vor allem Risiken abfedern. BMW hat bereits einen internen Rohstoffbeauftragten ernannt.
Einen ähnlichen Anlauf gab es schon einmal: Die Rohstoffallianz von 2012 scheiterte. Diesmal sollen echte operative Strukturen entstehen statt bloßer Absichtserklärungen.
Partnerschaften auf Papier, Engpässe in der Halle
Ganz untätig ist Berlin nicht. Am 28. Oktober vereinbarte Reiche eine engere Rohstoffpartnerschaft mit Japan. Anfang Oktober erhielten außerdem acht deutsche Projekte einen strategischen Status der EU. Neue Minen und Raffinerien brauchen allerdings Jahre, und die Fabriken benötigen die Rohstoffe schon heute. Absichtserklärungen bringen keine einzige Tonne Neodym ins Werk.
Präsentiert werden soll das Konzept rund um den ersten Resilienzkongress des BDI am 25. November in Berlin. Wer sich verbindlich beteiligt und wie das Ganze finanziert wird, ist noch offen.
Eine Lehre lässt sich trotzdem schon ziehen. Wer sich bei knappen Ressourcen auf den Staat verlässt, kann leer ausgehen. Viele Bürger sichern sich deshalb mit physischem Gold und Silber ab, als greifbare Ergänzung in einem breit gestreuten Vermögen.
Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Er gibt die Meinung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Leser sollte selbst recherchieren und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen allein.
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