
Rofu-Insolvenz: Wenn selbst das Kinderparadies dem Standort Deutschland zum Opfer fällt
27 Filialen dicht, 32 im Ausverkauf – die Spielwaren-Kette Rofu Kinderland steht sinnbildlich für einen Einzelhandel, der unter der Last einer verfehlten Wirtschaftspolitik ächzt. Was einst als familiäres Erfolgsmodell aus Rheinland-Pfalz begann, wird nun Stück für Stück abgewickelt. Ein weiteres Kapitel im traurigen Buch der deutschen Deindustrialisierung – diesmal im Regal zwischen Lego und Puppenwagen.
Ein katastrophales Weihnachtsgeschäft als Anfang vom Ende
Bereits im Januar dieses Jahres meldete Rofu Insolvenz an. Der Grund? Ein Weihnachtsgeschäft, das laut Unternehmen enttäuschend ausfiel. Kein Wunder, möchte man zynisch anmerken: Wenn der Bürger jeden Cent zweimal umdrehen muss, weil Energiepreise, Inflation und immer neue Abgaben das Portemonnaie leerräumen, dann bleibt für das Geschenk unter dem Baum eben oft nur noch das Nötigste. Rund 2.000 Beschäftigte in über 100 Filialen bangten damals um ihre Existenz.
Man stelle sich das vor: Ein Land, das früher für seinen robusten, mittelständisch geprägten Einzelhandel bekannt war, kann heute nicht einmal mehr eine traditionsreiche Spielwarenkette am Leben halten. Ist das der Wohlstand, den uns die Politik seit Jahren verspricht?
Ein Investor greift zu – doch der Preis ist hoch
Immerhin: Mit der Kids & School Holding GmbH, deren Gesellschafter die TOP Locc GmbH ist, fand sich am 23. April ein Retter. Der geschäftsführende Gesellschafter Achim Weniger erklärte, man sehe großes Potenzial, Rofu weiterzuentwickeln und als wichtigen stationären Marktpartner in der Spielwarenbranche dauerhaft zu positionieren.
Ein Investor mag das Ruder herumreißen – doch für 27 Standorte und ihre Belegschaften kommt jede Rettung zu spät.
Die Sanierung erfolgt über einen Insolvenzplan. Im Sommer 2026 ist der Erörterungs- und Abstimmungstermin der Gläubigerversammlung geplant, ab August soll das Unternehmen wieder eigenständig handeln können. Klingt nach einem Neuanfang – aber eben nur für einen Bruchteil dessen, was Rofu einmal war.
Die Liste der Schließungen: Bayern und Baden-Württemberg trifft es besonders hart
In insgesamt 32 Filialen läuft bis Juli 2026 ein Räumungsverkauf. 27 davon schließen anschließend endgültig ihre Türen. Nur fünf Standorte – Homburg, Straubing, Bad Mergentheim, Ginsheim-Gustavsburg und Bochum – werden fortgeführt und mit neuem Sortiment aufgefüllt.
Betroffen von der Schließung sind unter anderem folgende Standorte:
- Baden-Württemberg: Albstadt, Bad Saulgau, Brühl, Lauchringen, Weingarten, Weinstadt-Endersbach
- Bayern: Ansbach, Donauwörth, Günzburg, Kulmbach, Königsbrunn, Neuburg, Neutraubling, Nördlingen, Schwandorf, Senden, Weißenburg
- Rheinland-Pfalz: Birkenfeld, Ingelheim, Kaiserslautern, Koblenz, Nieder-Olm
- Hessen: Egelsbach, Schlüchtern
- NRW: Eschweiler, Schmallenberg
- Sachsen-Anhalt: Halle
Wie lange der Ausverkauf im Einzelnen dauert, bleibt unklar. Mehrfach berichten regionale Medien vom 31. Juli als Schließungstermin – etwa für die Standorte Neuburg und Senden.
Ein Symptom, kein Einzelfall
Rofu reiht sich nahtlos in eine Kette von Hiobsbotschaften ein. Deko-Händler, Sportgeschäfte, ganze Innenstädte, die veröden – wer aufmerksam durch deutsche Fußgängerzonen geht, sieht das Sterben mit eigenen Augen. Und während die Politik von Klimaneutralität und 500-Milliarden-Sondervermögen schwadroniert, bleibt für den handfesten Mittelstand, der dieses Land einst groß gemacht hat, offenbar kein Konzept übrig.
Es ist die bittere Wahrheit, die ein Großteil der Bürger längst spürt: Ein Standort, der seine Unternehmen mit Bürokratie, Steuerlast und explodierenden Energiekosten stranguliert, produziert am Ende genau das – Insolvenzen, Arbeitslosigkeit und leere Schaufenster.
Was bleibt, wenn Papiergeld an Wert verliert?
Der Fall Rofu führt schmerzhaft vor Augen, wie schnell selbst etablierte Unternehmen ins Straucheln geraten, wenn die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen kippen. Gerade in Zeiten von Inflation und wirtschaftlicher Unsicherheit lohnt sich der Blick auf krisenfeste Sachwerte. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben über Jahrhunderte hinweg bewiesen, dass sie ihren Wert bewahren – unabhängig davon, welche Kette gerade schließt oder welche Regierung gerade das nächste Milliardenpaket verspricht. Als solide Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio bieten sie einen greifbaren Schutz, den kein Insolvenzverwalter abwickeln kann.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung dar. Er gibt ausschließlich die Meinung unserer Redaktion sowie die uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Leser ist verpflichtet, eigenständig zu recherchieren und trägt für seine Anlageentscheidungen die alleinige Verantwortung. Für konkrete Fragen sollte ein unabhängiger Fachberater konsultiert werden.

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