
Roboter-Flaute: Verschläft Deutschland die Fabrik der Zukunft?

Alarmsignal aus Frankfurt: In deutschen Fabriken gingen 2025 nur noch 24.800 neue Industrieroboter in Betrieb, acht Prozent weniger als im Vorjahr. Das zeigt der Jahresbericht „World Robotics 2026“ der International Federation of Robotics (IFR), der am Donnerstag erschienen ist. China und die USA geben Gas. Der einstige Automatisierungs-Musterschüler tritt dagegen auf die Bremse.
Europameister mit angezogener Handbremse
Auf den ersten Blick sieht die Bilanz ordentlich aus. Auf Deutschland entfallen 41 Prozent aller neuen Industrieroboter in der EU. Weltweit reicht das fĂĽr Rang fĂĽnf, hinter China, Japan, den USA und SĂĽdkorea. Wie es wirklich steht, zeigt aber erst die Entwicklung ĂĽber die Jahre.
2024 wurden hierzulande laut IFR noch rund 27.000 Roboter neu installiert. Zwischen 2020 und 2025 legten die Installationen im Schnitt um magere zwei Prozent pro Jahr zu. Von Aufbruch kann keine Rede sein. Die Branche tritt auf hohem Niveau auf der Stelle.
„Die industrielle Automation in Deutschland ist auf hohem Niveau“
So formuliert es IFR-Präsidentin Jane Heffner. Der Satz klingt freundlich. Die eigentliche Botschaft ihres Berichts verschwindet dahinter allerdings eher.
Die Autoindustrie wird zum Bremsklotz
Nach Angaben des Verbands liegt der Rückgang vor allem an der schwachen Nachfrage aus dem verarbeitenden Gewerbe, allen voran aus der Autobranche. Mit 5.800 neuen Robotern ist sie zwar weiterhin der größte Abnehmer. Ihr Anteil ist aber von 40 Prozent im Jahr 2020 auf 23 Prozent geschrumpft.
Die IFR nennt zwei Gründe. Elektroautos hätten sich schlechter verkauft als erwartet. Außerdem hätten politische Unsicherheiten im In- und Ausland die Hersteller dazu gebracht, Investitionen zurückzustellen. Aus Sicht unserer Redaktion ist das eine deutliche Diagnose. Wer den Verbrenner jahrelang schlechtredet und die E-Mobilität mit einem Förder-Zickzack begleitet, muss sich über leere Auftragsbücher bei den Roboterbauern nicht wundern.
Auch andere Branchen schwächeln
- Metallverarbeitung: 5.300 Einheiten, minus 13 Prozent
- Chemie und Kunststoff: 3.000 Einheiten, minus 5 Prozent
- Roboterproduktion in Deutschland: 23.700 Einheiten, minus 24 Prozent
- Roboterexporte: 15.100 Einheiten, minus 37 Prozent
Besonders weh tut der Einbruch bei Produktion und Export. Laut IFR bauen die Hersteller ihre Roboter zunehmend dort, wo sie sie auch verkaufen. FĂĽr den Standort Deutschland heiĂźt das: Die Fertigung wandert ab.
China und die USA ziehen davon
Die Konkurrenz legt derweil zu. In den USA stieg der Absatz 2025 nach vorläufigen IFR-Zahlen um elf Prozent auf rund 38.000 Einheiten. China spielt längst in einer eigenen Liga. Schon 2024 wurden dort 295.000 Roboter installiert, mehr als die Hälfte aller neuen Roboter weltweit. Zum ersten Mal verkauften chinesische Hersteller auf ihrem Heimatmarkt mehr als die ausländische Konkurrenz.
Damit war der chinesische Markt knapp elfmal so groß wie der deutsche im selben Jahr. Von einem Wettbewerb auf Augenhöhe lässt sich da kaum noch sprechen.
Hoffnungsträger Mittelstand, wenn man ihn lässt
Für 2026 rechnet der Verband erneut mit einem Rückgang. Erst ab 2027 sollen die Zahlen wieder steigen. Das größte Potenzial sehen die Experten im Mittelstand. Roboter, die sich leichter bedienen lassen und weniger kosten, sowie Mietmodelle wie „Robot-as-a-Service“ könnten Automatisierung auch für kleinere Betriebe erschwinglich machen.
Familienunternehmen investieren allerdings nur, wenn sie planen können, Energie bezahlbar ist und der Staat ihnen nicht im Weg steht. Genau daran fehlt es aus Sicht vieler Unternehmer seit Jahren. Auch die schwarz-rote Koalition unter Friedrich Merz muss erst noch zeigen, dass sie mehr zu bieten hat als Ankündigungen und neue Schulden.
Fazit: Ein FrĂĽhwarnsignal
Die Roboterzahlen verraten früh, wohin die Industrie steuert. Was heute nicht investiert wird, fehlt morgen an Produktivität und Wohlstand. Für Sparer ist das ein weiterer Grund, ihr Vermögen nicht allein der Konjunktur anzuvertrauen. Physisches Gold und Silber können als krisenfeste Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio helfen, Vermögen durch schwierige Zeiten zu bringen.
Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung und keine Aufforderung, Finanzprodukte oder Edelmetalle zu kaufen oder zu verkaufen. Jeder Leser sollte selbst recherchieren und ist fĂĽr seine Anlageentscheidungen allein verantwortlich.

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