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Kettner Edelmetalle
08.03.2026
12:57 Uhr

Raubtierkapitalismus an der Zapfsäule: Tankstellenbetreiber klagen über dreiste Preistreiberei der Mineralölkonzerne

Während deutsche Autofahrer beim Blick auf die Anzeigetafeln der Tankstellen nur noch fassungslos den Kopf schütteln, sprechen diejenigen, die es wissen müssen, endlich Klartext. Tankstellenbetreiber selbst bezeichnen die aktuellen Spritpreise als „Abzocke" – und richten damit schwere Vorwürfe gegen die eigenen Konzernzentralen. Was sich derzeit an Deutschlands Zapfsäulen abspielt, hat mit fairer Preisbildung offenkundig wenig zu tun.

„Raubtierkapitalismus wie im 19. Jahrhundert"

Herbert Rabl, Sprecher des Tankstellen-Interessenverbands (TIV), findet drastische Worte für das Gebaren der Mineralölriesen. Das Rohöl sei zu einem deutlich günstigeren Preis eingekauft und raffiniert worden, lagere teilweise seit geraumer Zeit in den Tanks unter den Tankstellen – und werde nun zu Preisen verkauft, mit denen die Konzerne ursprünglich nie kalkuliert hätten. „Das ist Raubtierkapitalismus wie im 19. Jahrhundert und hat mit sozialer Marktwirtschaft nichts zu tun", so Rabl. Ein vernichtendes Urteil aus dem Inneren der Branche.

Besonders bitter: Die Tankstellenpächter selbst haben keinerlei Einfluss auf die Preise an der Zapfsäule. Diese werden von den Konzernen diktiert. Den Frust der Autofahrer aber bekommen die Mitarbeiter vor Ort ab – Tag für Tag, Schicht für Schicht. In Ostdeutschland bestätigt Hans-Joachim Rühlemann, Vorsitzender des Verbands des Garagen- und Tankstellengewerbes Nord-Ost, das Bild: „Die Kollegen an den Kassen kriegen natürlich schon sehr deutlich den Unmut der Leute mit."

Ökonom entlarvt die Gewinnstrategie

Dass es sich bei den Preissprüngen nicht um eine unvermeidliche Marktreaktion handelt, belegt eine Analyse des Ökonomen Johannes Schwanitz. Demnach seien die jüngsten Preissteigerungen an deutschen Tankstellen weitaus stärker, als es die höheren Einkaufskosten für Rohöl rechtfertigen würden. Die Mineralölwirtschaft nutze die geopolitische Lage gezielt, um ihre Gewinnspannen auszuweiten. Ein Muster, das sich bereits 2022 während der Energiekrise nach dem russischen Überfall auf die Ukraine gezeigt habe. Damals wie heute: Krieg als Geschäftsmodell.

Die Mineralölbranche selbst verweist gebetsmühlenartig auf gestiegene Einkaufspreise und das Prinzip des sogenannten Wiederbeschaffungswerts. Kraftstoffpreise würden auf Basis tagesaktueller Einkaufspreise kalkuliert, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Eine Argumentation, die angesichts der dokumentierten Übergewinne zunehmend hohl klingt.

Politik reagiert – aber wie zahnlos?

Bundesfinanzminister und SPD-Vorsitzender Lars Klingbeil forderte, dass „Abzocke verhindert werden" müsse. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) solle nun prüfen, ob kartellrechtlich gegen die Konzerne vorgegangen werden könne. Klingt entschlossen. Doch wie glaubwürdig ist diese Empörung wirklich? Schließlich war es die Politik selbst, die über Jahre hinweg die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern nicht konsequent adressiert hat – und stattdessen lieber ideologische Debatten über Heizungsgesetze und Verbrennerverbote führte.

Verbandssprecher Rabl jedenfalls gibt sich wenig optimistisch. Das Kartellamt sei in diesem Fall ein „zahnloser Tiger", da die Preise bislang nicht das Niveau erreicht hätten, ab dem von gesetzeswidrigem Wucher gesprochen werden könne. Eine ernüchternde Einschätzung, die das ganze Dilemma der deutschen Wettbewerbsaufsicht offenlegt.

Tankrabatt? Keine Lösung

Einen erneuten Tankrabatt nach dem Vorbild von 2022 lehnt der TIV kategorisch ab. Es sei schlicht nicht sinnvoll, Preiserhöhungen der Konzerne mit Steuergeldern zu subventionieren. Damals hatte die Ampelregierung unter Olaf Scholz zeitweise die Energiesteuer gesenkt – ein milliardenschweres Geschenk, das nach Einschätzung vieler Experten vor allem in den Taschen der Mineralölkonzerne landete, statt bei den Verbrauchern anzukommen. Ein Fehler, den man nicht wiederholen sollte.

Linken-Chefin Ines Schwerdtner brachte derweil eine Übergewinnsteuer ins Spiel, mit der ein Preisdeckel gegenfinanziert werden solle. „Krisengewinne der Konzerne müssen zu Krisenentlastung für die Bevölkerung werden", forderte sie. Ein populärer Vorschlag, der allerdings in der Praxis erhebliche Umsetzungsprobleme mit sich brächte und die Investitionsbereitschaft der Unternehmen weiter dämpfen dürfte.

Bauern und Einzelhandel leiden mit

Die Folgen der Preisexplosion reichen weit über die Zapfsäule hinaus. Bauernpräsident Joachim Rukwied schlug Alarm: Gerade zur Frühjahrsbestellung seien die sprunghaften Preissteigerungen bei Diesel und Dünger „besonders schmerzhaft". Die Landwirtschaft könne diese Kostensteigerungen schlichtweg nicht tragen und brauche zwingend höhere Preise für ihre Produkte. Am Ende zahlt also wieder der Verbraucher – diesmal an der Supermarktkasse.

Auch die Tankstellenshops selbst leiden massiv. Verärgerte Kunden kauften nach dem Tanken nichts mehr, berichtet Rabl. Dabei mache der Shopumsatz rund 60 Prozent des Gesamtumsatzes einer Tankstelle aus. Die Spirale dreht sich also immer weiter nach unten – für alle Beteiligten, außer für die Konzerne selbst.

Ein Systemversagen mit Ansage

Was wir hier erleben, ist kein Naturereignis. Es ist das Ergebnis jahrelanger politischer Versäumnisse, einer zahnlosen Kartellaufsicht und einer Wirtschaftspolitik, die den Bürger systematisch im Regen stehen lässt. Während die neue Große Koalition aus CDU/CSU und SPD ein 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen für Infrastruktur auf den Weg bringt und damit kommende Generationen mit Schulden belastet, fehlt es an wirksamen Instrumenten gegen die Preistreiberei internationaler Konzerne. Der deutsche Bürger wird zum Spielball geopolitischer Krisen und unternehmerischer Gier – und die Politik schaut zu, prüft, diskutiert und handelt am Ende doch nicht.

In Zeiten wie diesen zeigt sich einmal mehr, wie wichtig es ist, das eigene Vermögen gegen Kaufkraftverlust und Inflation abzusichern. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben sich über Jahrhunderte als verlässlicher Wertspeicher bewährt – gerade dann, wenn geopolitische Krisen die Preise für Alltagsgüter in die Höhe treiben und das Vertrauen in politische Lösungen schwindet.

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