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Kettner Edelmetalle
02.09.2026
08:06 Uhr
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Raketen auf vier Länder: Trumps neue „Tanker-für-Tanker“-Doktrin

Raketen auf vier Länder: Trumps neue „Tanker-für-Tanker“-Doktrin
Symbolbild: KI-generiert

Der Iran hat seine Vergeltungsschläge gegen US-Stützpunkte im Nahen Osten massiv ausgeweitet. Nach Angaben aus Teheran zielten Raketen und Drohnen am Dienstag auf Einrichtungen in Jordanien, Bahrain, Kuwait und der autonomen Region Kurdistan im Irak. Washington antwortet mit einer Strategie, die es so bislang nicht gab – und die Energiemärkte reagieren sofort.

13 Raketen über Jordanien – widersprüchliche Opferangaben

Die jordanische Armee erklärte, dreizehn ballistische Raketen aus dem Iran seien in den Luftraum des Königreichs eingedrungen. Zehn habe man abgefangen, drei seien in unbewohntem Gebiet eingeschlagen. Die iranischen Revolutionsgarden nannten als Ziel das US-Ausbildungslager Camp Titin am Golf von Akaba.

Teheran behauptet, zahlreiche US-Soldaten getötet zu haben. Zwei US-Regierungsvertreter widersprachen gegenüber Reuters: Nach ersten Erkenntnissen habe es keine Opfer gegeben. Unabhängig überprüfbar war beides zunächst nicht – ein Muster, das diesen Krieg seit Monaten begleitet.

In Bahrain sollen Kampfdrohnen den Luftwaffenstützpunkt Scheich Isa attackiert haben; die Behörden meldeten laut AP alle Flugkörper als zerstört. Auch Kuwait berichtete von abgefangenen Raketen und Drohnen. In Erbil will der Iran Lagerhallen, ein Wartungszentrum und die Steuerung eines US-Überwachungsballons getroffen haben – bestätigt wurde das weder aus Bagdad noch aus Washington.

Was bedeutet „Tanker für Tanker“?

Vorausgegangen war eine amerikanische Angriffswelle auf rund 100 Ziele. Das Regionalkommando Centcom sprach von getroffenen Luftabwehrstellungen, Radaranlagen, Kommunikationsknoten und Kapazitäten zum Legen von Seeminen.

Brisanter aber ist ein Detail, über das Axios berichtet: US-Drohnen hätten erstmals zwei staatliche iranische Tanker angegriffen – als direkte Antwort auf iranische Attacken gegen Handelsschiffe. Raketen sollen die Maschinenräume getroffen haben. Ein nicht namentlich genannter Regierungsvertreter bezeichnete das als neue, von Präsident Donald Trump gebilligte „Tanker-für-Tanker“-Strategie. Eine offizielle Bestätigung fehlte zunächst.

Bisher griffen die USA iranische Tanker nur an, wenn diese nach amerikanischer Lesart die Seeblockade verletzten. Nun geht es um Abschreckung durch Symmetrie: Wer ein Schiff trifft, verliert selbst eines.

„Mir gefällt unsere aktuelle Position besser“ – Donald Trump auf Truth Social zur Frage, ob er Teheran an den Verhandlungstisch zwingen wolle.

Der Preis zahlt am Ende der europäische Verbraucher

Das iranische Militärkommando kündigte „schwerere, umfassendere und verheerende Antworten“ an und drohte auch jenen Staaten, die den USA Gebiet oder Luftraum überlassen. Nach iranischen Angaben starben bei den US-Schlägen mindestens elf Menschen; zu einer getroffenen Hochzeitsfeier in Kuhestak kursieren Zahlen zwischen vier und fünf Toten und bis zu 68 Verletzten. Centcom erklärte, das US-Militär greife keine Zivilisten an.

Die Märkte urteilen schneller als jede Diplomatie. Der europäische Gaspreis sprang am Dienstagabend um 6,2 Prozent auf 74,14 Euro je Megawattstunde – der höchste Stand seit Januar 2023. Brent verteuerte sich um 4,6 Prozent auf 94,65 Dollar je Barrel.

Für Deutschland, das seine Energieversorgung politisch verengt hat, ist das keine ferne Nachricht, sondern eine Rechnung mit Ansage: teurere Industrieproduktion, teureres Heizen, importierte Inflation. Gold notiert Marktdaten zufolge weiter nahe historischer Höchststände bei rund 3.800 Euro je Unze – für viele Anleger bleibt das Edelmetall der ruhende Pol, wenn Landkarten neu gezeichnet werden.

Hinweis

Dieser Beitrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wir geben keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen. Jeder Leser ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigenständig recherchieren.

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