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Putins Afrika-Offensive: Kreml lockt mit Getreide – und ohne Dollar!

Putins Afrika-Offensive: Kreml lockt mit Getreide – und ohne Dollar!
Symbolbild: KI-generiert

Wladimir Putin rollt in Moskau den roten Teppich für Afrika aus. Zum Auftakt des zweitägigen Russland-Afrika-Gipfels am Mittwoch, dem 28. Oktober, warb der Kremlchef um engere Bande mit dem Kontinent und rief das Ende westlicher Vorherrschaft aus. Einer seiner Gäste bringt allerdings ein unbequemes Thema mit: Ghanas Präsident John Mahama will eine Waffenruhe in der Ukraine ansprechen.

48 Delegationen, 22 Staatschefs

Nach Angaben von Putins außenpolitischem Berater Juri Uschakow haben Delegationen aus 48 afrikanischen Ländern zugesagt. Wie die Nachrichtenagentur Interfax berichtet, sollen 22 davon von ihren Staatschefs angeführt werden. Den Vorsitz teilt sich Putin mit Burundis Präsident Évariste Ndayishimiye, der derzeit auch an der Spitze der Afrikanischen Union steht.

Es ist bereits der dritte Gipfel dieser Art nach 2019 in Sotschi und 2023 in Sankt Petersburg. Ein Pflichttermin ist das nicht. Aber für Moskau ist er eine Bühne – denn die 54 Staaten Afrikas bilden den größten regionalen Block in den Vereinten Nationen. Wer Afrika gewinnt, gewinnt Stimmen.

Weizen, DĂĽnger und eine Kampfansage an IWF und Weltbank

Putin sprach den russischen Medien zufolge von einer multipolaren Welt, die längst Realität werde. Die Zeit, in der wenige Staaten über ganze Kontinente bestimmt hätten, laufe ab. Afrika müsse daher mehr Gewicht bei Entscheidungen von Internationalem Währungsfonds und Weltbank bekommen.

Danach ging es ums Geschäft. Mehr als 40 afrikanische Länder bezögen bereits russisches Getreide und Düngemittel, sagte Putin laut Interfax. In den ersten neun Monaten des Jahres habe Russland 13 Millionen Tonnen Agrarprodukte nach Afrika geliefert. Moskau biete zudem Saatgut, Maschinen sowie Infrastruktur für Transport, Lagerung und Verarbeitung an, mit einzelnen Staaten seien gemeinsame Umschlagzentren geplant.

Der Angriff auf den Dollar

Am brisantesten war ein anderer Teil der Rede. Putin warb dafür, den Handel stärker in nationalen Währungen abzuwickeln und gegenseitig Bankfilialen zu eröffnen. Interfax zufolge schlug er vor, dafür das Finanznachrichtensystem SPFS der russischen Zentralbank und das panafrikanische Zahlungssystem zu nutzen. Das solle Kosten senken und Zahlungen vor politisch motivierten Eingriffen des Westens schützen.

Mit Eingriffen kennt sich der Kreml aus. Nach dem Überfall auf die Ukraine 2022 fror der Westen russische Zentralbankreserven ein. Seitdem ist für viele Länder klar: Devisen sind nur so sicher wie das Wohlwollen dessen, der sie ausgibt. Nicht zufällig kaufen Notenbanken weltweit seit Jahren in großem Stil Gold. Ein Vermögenswert, den kein fremder Staat per Knopfdruck sperren kann.

Mahamas Mission: Frieden statt Fototermin

Ghana kommt mit einem eigenen Anliegen nach Moskau. Präsident Mahama hatte beim Africa Summit der Financial Times am 21. Oktober erklärt, er wolle Putin zu einer Waffenruhe bewegen. Das berichtet die ghanaische Zeitung Daily Graphic. Gleichzeitig zeigte sich Mahama Medienberichten zufolge offen für russische Unterstützung gegen den Terrorismus in Westafrika. Er ist demnach schon seit Montag in der russischen Hauptstadt.

Auf der offiziellen Agenda steht der Krieg allerdings nicht. Laut der Agentur Anadolu wollen die Teilnehmer einen Aktionsplan für die Zusammenarbeit von 2027 bis 2029 und eine Erklärung zur künstlichen Intelligenz beschließen. Weitere Themen sind Handel, Energie, Landwirtschaft, Bildung und Technologie.

Wagner geht, das Afrikakorps bleibt

Moskaus Einfluss beruht nicht nur auf Weizen. Die Militärregierungen in Mali, Burkina Faso und Niger haben sich von ihren früheren westlichen Sicherheitspartnern abgewandt und Russland zugewandt. Dort hat das Afrikakorps, das dem russischen Verteidigungsministerium untersteht, immer mehr Aufgaben der Söldnertruppe Wagner übernommen.

Und Europa? Es konkurriert mit den USA, China und Russland um Einfluss. Wer allerdings jahrelang vor allem mit erhobenem Zeigefinger und Auflagenkatalogen nach Afrika gereist ist, muss sich nach Ansicht vieler Beobachter nicht wundern, wenn andere die Verträge unterschreiben. Der Moskauer Gipfel ist eine Warnung, auch an Berlin und Brüssel.

Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger muss selbst recherchieren und trägt für seine Anlageentscheidungen die alleinige Verantwortung.

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