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Pleite-Gefahr bei JetBlue: Gläubiger holen die Sanierer!

Pleite-Gefahr bei JetBlue: Gläubiger holen die Sanierer!
Symbolbild: KI-generiert

Bei der US-Billigfluglinie JetBlue Airways schrillen die Alarmglocken. Wie US-Wirtschaftsmedien am Freitag berichteten, hat sich eine Gruppe großer Gläubiger zusammengetan und Restrukturierungsexperten eingeschaltet. Aktie und Anleihen der Airline sind seit Anfang Oktober regelrecht abgestürzt.

Anleihen im Sturzflug

Den Berichten zufolge gehören zu der Gruppe Inhaber von Anleihen über 2 Milliarden Dollar mit Fälligkeit 2031 sowie Geldgeber eines erstrangig besicherten Kredits über 742 Millionen Dollar. Beraten werden sie von der Investmentbank PJT Partners und der Kanzlei Akin Gump Strauss Hauer & Feld. An der Wall Street holt man diese Adressen meist erst dann, wenn es ernst wird.

Die Kurse zeigen, wie ernst es ist. Die mit 9,875 Prozent verzinste Anleihe von 2031 stand Anfang Oktober noch bei rund 80 Cent je Dollar Nennwert. Drei Wochen später waren es nur noch etwa 44 Cent. Notiert eine Anleihe unter 50 Cent, rechnet der Markt ernsthaft mit einem Zahlungsausfall.

Auch die Aktie kennt nur eine Richtung: Sie fiel im selben Zeitraum von 4,50 auf 2,62 Dollar. Das ist ein Minus von mehr als 40 Prozent in nicht einmal einem Monat.

Kerosin heizt die Krise an

Ist das schon das Ende? Noch nicht. Im zweiten Quartal meldete JetBlue rund 2 Milliarden Dollar an Barmitteln und 6 Milliarden Dollar an unbelasteten Vermögenswerten. Dem standen allerdings Schulden von insgesamt 8,5 Milliarden Dollar gegenüber. Die Ratingagentur S&P hält die Liquidität und den Kreditspielraum zwar für ausreichend, warnt aber vor den steigenden Kosten für den Schuldendienst.

Das eigentliche Problem ist der Treibstoff. Branchenberichten zufolge lagen die Kerosinkosten der US-Fluggesellschaften zuletzt rund 60 Prozent über dem Vorjahr. Getrieben wird das vom erneut eskalierten Konflikt im Nahen Osten.

Auch die Großen senken ihre Prognosen

  • Southwest: Für das Gesamtjahr erwartet die Airline nur noch einen bereinigten Gewinn von 2,60 bis 2,85 Dollar je Aktie, zuvor waren es 3,25 bis 4,25 Dollar.
  • American Airlines: Der Konzern rechnet jetzt mit einem bereinigten Verlust von 1,00 bis 1,60 Dollar je Aktie. CEO Robert Isom geht davon aus, dass die Treibstoffpreise länger hoch bleiben.
  • United: Die Treibstoffkosten stiegen im dritten Quartal um 61,6 Prozent auf 4,84 Milliarden Dollar. Die Prognose für das vierte Quartal liegt mit 0,50 bis 1,50 Dollar je Aktie deutlich unter den Erwartungen der Analysten von 1,88 Dollar.

Wenn schon die großen Airlines so unter Druck stehen, trifft es hoch verschuldete Billigflieger mit Ramsch-Rating umso härter.

Wettbewerbsschutz mit Nebenwirkungen

Dabei hätte es anders kommen können. Im März 2023 klagte das Justizministerium unter Joe Biden gegen die geplante Übernahme von Spirit Airlines durch JetBlue für 3,8 Milliarden Dollar. Die Begründung: Der Deal schwäche den Wettbewerb und treibe die Ticketpreise. Anfang 2024 gab Bundesrichter William Young der Regierung recht. Young wurde übrigens 1985 von Ronald Reagan ernannt.

Was danach geschah, ist bekannt. Spirit stellte am 2. Mai 2026 nach 34 Jahren den gesamten Flugbetrieb ein. Zuvor waren Gespräche über eine staatliche Rettung im Umfang von 500 Millionen Dollar gescheitert. Rund 17.000 Beschäftigte waren betroffen, und viele Reisende mussten deutlich teurere Ersatztickets kaufen.

Kritiker sehen darin ein Paradebeispiel dafür, wie staatliche Eingriffe ihr Ziel verfehlen können: Die Wettbewerbshüter wollten den Wettbewerb schützen und haben ihn am Ende womöglich geschwächt. Wackelt nun auch JetBlue, bleibt den Verbrauchern immer weniger Auswahl bei günstigen Flügen.

Was Anleger daraus lernen können

Auch Europa spürt die Folgen. Ryanair warnt Berichten zufolge, die Ticketpreise könnten 2027 um bis zu 20 Prozent steigen. Gleichzeitig zeigt der Fall JetBlue, wie schnell Aktien und Unternehmensanleihen an Wert verlieren können, wenn Schulden, Energiepreise und politische Fehlentscheidungen zusammenkommen.

Wer sein Vermögen nicht allein auf Papierwerte stützen will, kann über physisches Gold und Silber als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio nachdenken. Edelmetalle hängen weder von einem Schuldner noch von dessen Bilanz ab.

Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder anderen Anlageprodukten. Jeder Leser sollte sich selbst informieren und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen allein.

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