
Plagiatsskandal erschüttert Thüringen: Ministerpräsident Voigt verliert Doktortitel
Die Technische Universität Chemnitz hat eine Entscheidung getroffen, die das politische Establishment in Deutschland aufhorchen lässt. Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt wurde sein Doktortitel aberkannt – ein Vorgang, der nicht nur akademische, sondern vor allem politische Sprengkraft besitzt. Der österreichische Plagiatsjäger Stefan Weber, der den Fall ins Rollen brachte, zeigt sich wenig überrascht und fordert nun unmissverständlich: „Seine Karriere muss mit dieser Sache ein Ende haben."
140 Plagiatsstellen auf über einem Drittel der Seiten
Die Dimension des akademischen Fehlverhaltens ist beachtlich. Weber dokumentierte nach eigenen Angaben nicht weniger als 140 Plagiatsstellen, verteilt auf 36 Prozent der Fließtext-Seiten der Dissertation. Das sind keine marginalen Unregelmäßigkeiten, keine versehentlich vergessenen Fußnoten. Das ist systematisches Abschreiben in einem Ausmaß, das selbst den erfahrenen Plagiatsprüfer erstaunte.
Voigt selbst versuchte sich monatelang in Schadensbegrenzung. Von „handwerklichen Mängeln" war die Rede, nicht von Täuschung. Eine Verteidigungsstrategie, die man aus ähnlichen Fällen nur zu gut kennt. Doch die Universität kam nach eingehender Prüfung zu einem anderen Schluss. Die festgestellten Übernahmen seien so umfangreich, dass die Voraussetzungen für den Entzug des akademischen Grades erfüllt sind.
Ein Ministerpräsident ohne Integrität?
Weber, der als konzessionierter Berufsdetektiv arbeitet und sich zu möglichen Auftraggebern seiner Recherchen nicht äußern darf, sieht sich durch die Entscheidung der TU Chemnitz vollumfänglich bestätigt. Gegenüber der Presse erklärte er unmissverständlich:
„Die Karriere von Mario Voigt muss mit dieser Sache ein Ende haben. Er hat ja nicht nur in seiner Doktorarbeit plagiiert. Damit kann er doch keinen Freistaat führen. Das Vertrauen in die Integrität der Person ist nicht mehr gegeben."
Ein vernichtendes Urteil, das die Frage aufwirft, wie es um die moralischen Standards in der deutschen Politik bestellt ist. Erinnern wir uns: Karl-Theodor zu Guttenberg musste nach seinem Plagiatsskandal zurücktreten. Annette Schavan verlor nicht nur ihren Doktortitel, sondern auch ihr Amt als Bundesbildungsministerin. Wird Voigt diesem Muster folgen müssen?
Rechtlicher Kampf angekündigt
Der Ministerpräsident hat bereits angekündigt, gegen die Entscheidung der Universität juristisch vorzugehen. Ein Schritt, den Weber gelassen sieht. Auch Schavan habe geklagt, das sei Voigts gutes Recht. Doch am Ende, so der Plagiatsjäger, gäben die Verwaltungsgerichte fast immer den Universitäten recht.
Bemerkenswert ist auch Webers Eingeständnis, dass er „völlig sicher" war, die Entscheidung werde verschleppt, solange Voigt im Amt sei. Dass die Universität dennoch den Mut aufbrachte, einem amtierenden Ministerpräsidenten den Titel zu entziehen, verdient durchaus Anerkennung. Es zeigt, dass akademische Institutionen – zumindest manchmal – noch den Mut haben, ihre Standards zu verteidigen.
Ein Symptom tieferer Probleme
Der Fall Voigt ist mehr als eine akademische Fußnote. Er wirft ein Schlaglicht auf eine politische Klasse, die sich offenbar zu oft auf Titel und Würden stützt, die sie nicht redlich erworben hat. Wie viele weitere Dissertationen würden einer gründlichen Prüfung nicht standhalten? Wie viele Politiker schmücken sich mit akademischen Lorbeeren, die sie nicht verdient haben?
Die Bürger Thüringens und ganz Deutschlands haben ein Recht darauf, von Personen regiert zu werden, deren Integrität über jeden Zweifel erhaben ist. Ein Ministerpräsident, der bei seiner Doktorarbeit getäuscht hat, erfüllt diesen Anspruch nicht. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob Voigt die Konsequenzen zieht – oder ob er sich an sein Amt klammert, wie so viele vor ihm.

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