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Kettner Edelmetalle
09.02.2026
15:15 Uhr

Pekings stille Waffe: China drängt Banken zum Rückzug aus US-Staatsanleihen

Was sich wie eine nüchterne regulatorische Maßnahme liest, könnte in Wahrheit ein tektonischer Schlag gegen die finanzielle Vormachtstellung der Vereinigten Staaten sein. Chinesische Regulierungsbehörden haben ihren Finanzinstituten offenbar signalisiert, ihre Bestände an US-Staatsanleihen herunterzufahren. Die offizielle Begründung: Sorgen über hohe Volatilität und eine zu starke Konzentration auf diese Anlageklasse. Doch wer zwischen den Zeilen liest, erkennt ein weit größeres Spiel.

Die Märkte reagieren nervös

Die Nachricht schlug am Montag wie eine Bombe ein. Die Rendite zehnjähriger US-Anleihen kletterte um drei Basispunkte auf 4,23 Prozent, die Kurse gaben entsprechend nach. Gleichzeitig verlor der US-Dollar 0,2 Prozent an Wert. Für sich genommen sind das keine dramatischen Bewegungen. Doch sie offenbaren eine unbequeme Wahrheit: Die Zeiten, in denen US-Staatsanleihen als der unangefochtene sichere Hafen der Weltwirtschaft galten, neigen sich dem Ende zu.

China hielt zuletzt rund 683 Milliarden US-Dollar in amerikanischen Staatsanleihen – etwa 86 Milliarden weniger als noch ein Jahr zuvor. Hinzu kommen geschätzte 256 Milliarden Dollar in den Beständen Hongkongs, das faktisch unter Pekings Kontrolle steht. Zusammengenommen ist das eine gewaltige Summe. Und eine gewaltige Drohkulisse.

Mehr als nur Risikodiversifikation

Natürlich gibt es Stimmen, die beschwichtigen. Die jüngste Entscheidung sei eher ein Schritt zur Risikodiversifikation und kein Rückzug aus dem Dollar, meinen einige Analysten. Die chinesischen Banken hätten schließlich andere Ziele als der Staat selbst. Doch diese Lesart greift zu kurz. Seit Jahren reduziert Peking systematisch seine Abhängigkeit von amerikanischen Schuldtiteln und kauft stattdessen – man höre und staune – Gold. Physisches Gold, wohlgemerkt, nicht irgendwelche Papierversprechen.

Und China steht mit dieser Strategie keineswegs allein. Indien, Brasilien und zahlreiche weitere Schwellenländer haben angekündigt, ihre Abhängigkeit vom weltgrößten Anleihemarkt zu verringern. Die geopolitischen Verwerfungen unter Präsident Donald Trump – von seinen Äußerungen über Grönland bis hin zu den massiven Zollerhöhungen auf EU-Importe und chinesische Waren – haben das Vertrauen in die Berechenbarkeit amerikanischer Politik nachhaltig erschüttert.

„Die Erwartung langfristiger struktureller Abflüsse aus dem Dollar ist nicht nur eine Fata Morgana. Vermögensverwalter mit Sitz in den USA, in Europa und jetzt auch in China stimmen möglicherweise mit den Füßen ab."

So formulierte es ein Stratege der Macquarie Group – und trifft damit den Nerv der Zeit.

Dollarreserven als geopolitische Waffe

Die eigentlich brisante Frage lautet: Setzt China seine Dollarreserven gezielt als geopolitisches Instrument ein? Ein größerer Verkauf könnte die Renditen weiter in die Höhe treiben, die ohnehin explodierenden Finanzierungskosten der US-Regierung zusätzlich belasten und den Dollar unter Druck setzen. Ein Szenario, das noch vor wenigen Jahren als undenkbar galt, rückt in den Bereich des Möglichen.

Peking verfolgt dabei eine doppelte Strategie. Einerseits löst man sich schrittweise von der amerikanischen Finanzarchitektur. Andererseits baut man ein eigenes währungspolitisches Ökosystem auf. Im Rahmen der „Belt and Road Initiative" werden Projekte im globalen Süden zunehmend in der chinesischen Währung Renminbi abgewickelt. Innerhalb des BRICS-Bündnisses – zu dem neben China auch Brasilien, Indien, Russland und Südafrika gehören – gewinnt die Idee einer Entdollarisierung rapide an Fahrt.

Was bedeutet das für den deutschen Anleger?

Für den aufmerksamen Beobachter in Deutschland sollten diese Entwicklungen ein Weckruf sein. Wenn selbst die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt ihre Bestände an US-Staatsanleihen abbaut und stattdessen auf physisches Gold setzt, dann ist das mehr als ein Signal – es ist eine Handlungsanweisung. Zwar gleichen derzeit noch Zuflüsse aus Norwegen, Kanada und Saudi-Arabien den chinesischen Rückzug aus, doch wie lange wird dieses fragile Gleichgewicht halten?

Die Parallelen zur aktuellen Situation in Deutschland sind frappierend. Auch hierzulande türmen sich die Schulden – das geplante 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen der neuen Bundesregierung wird kommende Generationen auf Jahrzehnte belasten. Wer in solchen Zeiten sein Vermögen ausschließlich in Papierwerten parkt, handelt fahrlässig. Gold hat sich über Jahrtausende als Wertspeicher bewährt, und es ist kein Zufall, dass Zentralbanken weltweit – allen voran China – ihre Goldbestände massiv aufstocken. Der Goldpreis, der sich zuletzt bei rund 3.000 Dollar stabilisierte, spricht Bände.

Die alte Weltordnung, in der der US-Dollar unangefochten regierte und amerikanische Staatsanleihen als risikolos galten, bröckelt. Wer sein Vermögen schützen will, sollte sich an dem orientieren, was die Großen dieser Welt tun – und nicht an dem, was sie sagen.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Die dargestellten Informationen und Einschätzungen spiegeln ausschließlich die Meinung unserer Redaktion wider. Jede Anlageentscheidung liegt in der alleinigen Verantwortung des Lesers. Wir empfehlen dringend, vor jeder Investitionsentscheidung eine eigenständige und gründliche Recherche durchzuführen sowie gegebenenfalls professionelle Beratung in Anspruch zu nehmen.

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