
Pekings digitale Mauer: Wie China den Iran gegen westliche Geheimdienste abschottet
Was sich derzeit zwischen Peking und Teheran abspielt, dürfte in den Geschichtsbüchern einmal als tektonische Verschiebung der globalen Machtarchitektur verzeichnet werden. China baut dem Iran eine technologische Festung – nicht mit Panzern und Kampfjets, sondern mit Satelliten, verschlüsselten Kommunikationssystemen und Cyberabwehr. Die Botschaft an Washington und Tel Aviv ist unmissverständlich: Die Zeiten, in denen westliche Geheimdienste nach Belieben in fremden Staaten operieren konnten, neigen sich dem Ende zu.
Mossad und CIA: Meister der Infiltration – bis jetzt
Die Erfolge westlicher Nachrichtendienste im Iran waren in den vergangenen Jahren bemerkenswert. Agenten wurden eingeschleust, Datenbanken kompromittiert, Radarsysteme lahmgelegt und Präzisionsschläge aus dem Inneren des Landes heraus koordiniert. Chinesische Militäranalysten sprechen von einer neuen Form der „informationsbasierten und intelligenten Kriegsführung" – einem hybriden Modell, bei dem Geheimdienstoperationen die Verteidigungsinfrastruktur eines Landes systematisch aushöhlen, noch bevor der erste Schuss fällt. Es sei eine Art Büchse der Pandora geöffnet worden, die überall auf der Welt kopiert werden könne, warnen Experten aus Peking.
Doch genau diese Erfolge haben offenbar den schlafenden Drachen geweckt. Für China ist der Iran kein beliebiger Verbündeter am anderen Ende der Welt. Teheran liegt mitten auf der Belt-and-Road-Initiative, jenem gigantischen Infrastrukturprojekt, mit dem Peking seine wirtschaftliche und geopolitische Einflusssphäre über den gesamten eurasischen Kontinent ausdehnt. Eine Destabilisierung des Iran würde einen zentralen Knotenpunkt der chinesischen Versorgungssicherheit gefährden. Das kann und will sich Peking nicht leisten.
Die 9. Direktion schlägt zu
Seit Anfang 2026 hat China massiv aufgerüstet – allerdings nicht mit Truppen, sondern mit dem, was in der modernen Kriegsführung wirklich zählt: Gegenspionage, Technologietransfer und Systemwechsel. Die 9. Direktion des chinesischen Ministeriums für Staatssicherheit sei aktiv geworden und führe gemeinsam mit iranischen Partnern Analysen von Infiltrationswegen, digitalen Schwachstellen und bürokratischen Zugangspunkten durch. Das erklärte Ziel: die Netzwerke von Mossad und CIA im Iran systematisch zu zerschlagen.
Peking dränge Teheran darüber hinaus, westliche Software komplett zu entsorgen und durch verschlüsselte chinesische Systeme zu ersetzen. Eine Art digitale „Große Mauer" werde damit um den Iran errichtet. Hinzu kämen Radar-Upgrades mit YLC-8B-Plattformen, Luftabwehrsysteme vom Typ HQ-9B sowie Satellitenüberwachung aus dem chinesischen Netz, die es ermöglichen sollen, Tarnkappenflugzeuge und Drohnen früher zu erkennen und zu neutralisieren.
GPS abgeschaltet – BeiDou übernimmt
Ein besonders symbolträchtiger Schritt erfolgte bereits im Juni 2025: Der Iran hat den US-amerikanischen GPS-Dienst landesweit abgeschaltet und ist vollständig auf Chinas Navigationssystem BeiDou umgestiegen. Das ist weit mehr als ein technisches Upgrade. Es ist ein geopolitisches Statement. BeiDou biete nicht nur höhere Präzision und militärische Verschlüsselung, sondern auch eine deutlich bessere Resistenz gegen Jamming und Spoofing. Damit werde den Angreifern ein entscheidender Hebel entzogen, um die Navigation iranischer Waffensysteme zu stören.
Für iranische Raketen wie die Shahab- und Sejjil-Systeme, für Drohnen und militärische Kommandoketten bedeute dies eine erheblich verstärkte Abschreckungsfähigkeit – bei gleichzeitig drastisch reduzierter Abhängigkeit von westlicher Infrastruktur. Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Ein Land, das jahrzehntelang unter westlichen Sanktionen ächzte, emanzipiert sich nun technologisch mit chinesischer Hilfe vom amerikanischen Ökosystem.
BeiDou: Mehr als nur ein „chinesisches GPS"
Das BeiDou-Navigationssatellitensystem der dritten Generation besteht aus einer hybriden Konstellation von über 40 bis 50 Satelliten mit hoher Redundanz. Die zivile Positionsgenauigkeit liege bei etwa drei bis sechs Metern, im asiatisch-pazifischen Raum sogar bei zwei bis drei Metern. Militärisch verschlüsselte Modi sollen Genauigkeiten von bis zu zehn Zentimetern erreichen. Besonders bemerkenswert: BeiDou verfügt über einen integrierten Zwei-Wege-Kommunikationsdienst, der es ermöglicht, Positionsdaten per Satellit zu senden und zu empfangen – auch ohne Mobilfunknetz. Eine Fähigkeit, die GPS schlicht fehlt.
Dank Dreifach-Frequenz-Signalen sei BeiDou zudem robuster gegen Störsender als das ältere GPS-System – ein entscheidender Vorteil in Konfliktzonen wie dem Nahen Osten oder der Ukraine. Der BeiDou-Chip-Markt explodiere förmlich: Von geschätzten 0,78 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025 auf eine Milliarde 2026 und voraussichtlich 2,5 Milliarden bis 2030.
300 Milliarden Dollar und eine strategische Partnerschaft
Die Dimension der chinesisch-iranischen Zusammenarbeit geht weit über Technologie hinaus. Der Iran ist seit 2023 Vollmitglied der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit. Die auf 25 Jahre angelegte Partnerschaft zwischen Peking und Teheran sehe Investitionen von 300 bis 400 Milliarden Dollar in Infrastruktur und Handel vor. Bereits jetzt beliefen sich die iranischen Exporte nach China auf rund 22 Milliarden Dollar, die Importe aus China auf etwa 15 Milliarden. Barter-Deals und sanktionsresistente Finanzierungsmechanismen machten den Rest.
Das Kalkül Pekings sei dabei denkbar einfach: Stabilität in Teheran schütze chinesische Interessen besser als jeder Vergeltungsschlag. Während der Westen noch über „chinesische Abhängigkeit" klage, baue Peking faktisch eine multipolare Alternative auf – für Navigation, Satellitenaufklärung und Cybersicherheit.
Was bedeutet das für Europa – und für Deutschland?
Die Entwicklungen im Nahen Osten sollten auch in Berlin die Alarmglocken schrillen lassen. Doch statt sich strategisch zu positionieren, verharrt die deutsche Außenpolitik in ihrer gewohnten Lethargie. Während China und Russland gemeinsam mit dem Iran eine alternative Sicherheitsarchitektur errichten, die den westlichen Einfluss in der Region systematisch zurückdrängt, diskutiert man hierzulande lieber über Gendersternchen und Lastenfahrräder. Die neue Große Koalition unter Friedrich Merz hat zwar vollmundige Versprechen gemacht – doch ob sie die geopolitischen Realitäten dieser sich rasant verändernden Welt auch nur ansatzweise begreift, darf bezweifelt werden.
Chinesische Militärexperten warnen bereits, dass die anhaltenden Infiltrationsversuche westlicher Geheimdienste Teheran paradoxerweise dazu zwingen könnten, sein Atomprogramm zu beschleunigen – um sich zu schützen. Eine Eskalationsspirale, die niemand wollen kann. Bis 2035 plant China ein „ubiquitäres, integriertes und intelligentes" nationales Navigations- und Zeitsystem, das BeiDou mit Bodenstationen, 5G/6G-Integration und KI-gestützter Sensorfusion verbindet. Es geht längst nicht mehr nur um Navigation. Es geht um die Kontrolle über Raum und Zeit in einer multipolaren Welt.
Wer die Augen vor diesen Entwicklungen verschließt, wird eines Tages aufwachen und feststellen, dass die Spielregeln der internationalen Ordnung ohne ihn neu geschrieben wurden. Die Abhängigkeit vom US-System bröckelt – nicht nur im Iran, sondern im gesamten Globalen Süden. Und Peking baut nicht nur Satelliten. Es baut eine Alternative zur westlichen Infrastruktur-Dominanz. Ob das am Ende zu mehr Stabilität oder zu einem noch gefährlicheren Pulverfass führt, wird die Geschichte zeigen.
In Zeiten derartiger geopolitischer Verwerfungen und wachsender Unsicherheit an den Finanzmärkten erweisen sich physische Edelmetalle einmal mehr als verlässlicher Anker der Vermögenssicherung. Gold und Silber haben über Jahrtausende hinweg jede geopolitische Krise überdauert – und dürften auch in einer multipolaren Weltordnung nichts von ihrer Bedeutung einbüßen. Als Beimischung in einem breit gestreuten Anlageportfolio bieten sie einen bewährten Schutz gegen die Unwägbarkeiten unserer Zeit.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Anlageentscheidung sollte auf Basis eigener, sorgfältiger Recherche getroffen werden. Für Verluste, die aus der Umsetzung der hier dargestellten Informationen entstehen könnten, übernehmen wir keinerlei Haftung. Konsultieren Sie im Zweifel einen qualifizierten Finanzberater.
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