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Kettner Edelmetalle
30.03.2026
12:05 Uhr

Paris greift durch: SicherheitskrÀfte im Nahverkehr erhalten weitreichende Kontrollbefugnisse

WĂ€hrend Deutschland noch darĂŒber debattiert, ob man Messerverbotszonen einrichten oder lieber Sozialarbeiter an Brennpunkte schicken sollte, macht Frankreich NĂ€gel mit Köpfen. Ab dem 30. MĂ€rz 2026 dĂŒrfen die rund 4.000 SicherheitskrĂ€fte des Pariser Nahverkehrs GepĂ€ck und Personen kontrollieren, gefĂ€hrliche GegenstĂ€nde beschlagnahmen und unerwĂŒnschten Personen den Zutritt zu Bahnhöfen und Metrostationen schlichtweg verweigern. Ein Schritt, der hierzulande vermutlich sofort als „unverhĂ€ltnismĂ€ĂŸig" gebrandmarkt wĂŒrde.

Frankreichs Verkehrsminister handelt – statt zu reden

Verkehrsminister Philippe Tabarot erklĂ€rte gegenĂŒber dem Sender CNews, die SicherheitsbeschĂ€ftigten hĂ€tten infolge eines neuen Gesetzes zur Sicherheit im Verkehr erweiterte Befugnisse erhalten. Die entsprechende Verordnung sei am Vortag veröffentlicht worden. Die Neuregelung betrifft sowohl die Mitarbeiter der französischen Bahn SNCF als auch jene des Pariser Nahverkehrsunternehmens RATP.

Was bedeutet das konkret? SicherheitskrĂ€fte können kĂŒnftig Personen, die die öffentliche Ordnung stören, auffordern, Bahnen und Busse zu verlassen. Wer in der Pariser Metro bettelt oder ohne Genehmigung Andenken und Telefonzubehör in den GĂ€ngen feilbietet, muss mit Konsequenzen rechnen. Kein endloses Diskutieren, kein Verweisen auf ZustĂ€ndigkeiten – sondern klares Handeln.

Erschreckende Zahlen als Katalysator

Die Zahlen, die diesen Maßnahmen zugrunde liegen, sind alarmierend genug: Im vergangenen Jahr wurden landesweit im öffentlichen Nahverkehr ĂŒber 100.000 Opfer von DiebstĂ€hlen, Gewalttaten und Betrugsdelikten registriert. Zwar bedeutet dies einen RĂŒckgang von zwei Prozent gegenĂŒber dem Vorjahr, doch die schiere Dimension bleibt erschĂŒtternd. Rund 21 Millionen Franzosen nutzen mindestens einmal monatlich den öffentlichen Nahverkehr – sie alle verdienen es, sicher von A nach B zu kommen.

Das von Tabarot initiierte Gesetz zur Verkehrssicherheit hatte bereits den Einsatz von Bodycams bei Kontrolleuren sowie die Installation von Überwachungskameras in Straßenbahnen ermöglicht. DarĂŒber hinaus wurde der testweise und befristete Einsatz von Elektroschockpistolen durch die SicherheitskrĂ€fte der Bahn und des Pariser Nahverkehrs genehmigt. Frankreich zeigt damit, dass Sicherheit kein abstraktes Konzept sein muss, sondern mit konkreten Werkzeugen durchgesetzt werden kann.

Ein Vorbild fĂŒr Deutschland?

Man fragt sich unweigerlich: Wann zieht Deutschland nach? Die ZustĂ€nde in deutschen Bahnhöfen und im öffentlichen Nahverkehr sind vielerorts katastrophal. Wer regelmĂ€ĂŸig mit der Deutschen Bahn oder in Berliner U-Bahnen unterwegs ist, kennt das GefĂŒhl der Unsicherheit nur zu gut. Doch statt entschlossen zu handeln, verliert sich die deutsche Politik seit Jahren in ideologischen GrabenkĂ€mpfen. WĂ€hrend Paris seine SicherheitskrĂ€fte mit echten Befugnissen ausstattet, diskutiert man hierzulande lieber ĂŒber Gendersprache in Durchsagen und barrierefreie Beschilderung.

Die französische Regierung beweist, dass es möglich ist, die Sicherheit der BĂŒrger in den Mittelpunkt zu stellen, ohne gleich einen Polizeistaat zu errichten. Es geht um pragmatische Maßnahmen, die das SicherheitsgefĂŒhl der Menschen stĂ€rken und Kriminellen klare Grenzen setzen. Dass dafĂŒr weder jahrelange Kommissionsarbeit noch endlose Expertenanhörungen nötig waren, sollte deutschen Politikern zu denken geben.

Die Botschaft aus Paris ist unmissverstĂ€ndlich: Wer die öffentliche Ordnung stört, fliegt raus. So einfach kann Sicherheitspolitik sein – wenn man sie denn ernst meint.

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