
Panzer aufs Abstellgleis? Schweiz wettet ihre Armee auf Drohnen

Die Schweiz baut ihre Armee radikal um. Am 19. Juni 2026 verabschiedete der Bundesrat neue „Leitlinien für die Verteidigung“ – mit einem Drohnenbataillon bis 2028, schlankeren Stäben und einem klaren Fokus auf Cyber- und Luftverteidigung. Der Panzer, jahrzehntelang Rückgrat jeder Landesverteidigung, gerät dabei ins Abseits.
80 Prozent für Drohnen, Cyber und Luftabwehr
Laut der offiziellen Mitteilung des Bundesrates sollen bis 2039 rund 80 Prozent der Rüstungsinvestitionen in die Abwehr der „wahrscheinlichsten Bedrohungen“ fließen: Luftverteidigung, Drohnenabwehr, Schutz von Netzwerken und kritischer Infrastruktur. Nur etwa 20 Prozent bleiben für die Fähigkeit, einen umfassenden militärischen Angriff abzuwehren.
Aus einer Ausbildungsarmee soll wieder eine Einsatzarmee werden – so jedenfalls die Marschroute des zuständigen Bundesrats Martin Pfister. Klassische Mittel würden, wo möglich, durch modernere und günstigere Technologien ersetzt. Ein neues Kommando für Drohnen und Robotik bildet den organisatorischen Kern.
Ein Sozialdemokrat will die ganze Panzerflotte verschrotten
Noch weiter geht der sozialdemokratische Bundesrat Beat Jans. Medienberichten zufolge forderte sein Justiz- und Polizeidepartement, sämtliche Panzer durch Drohnen und Kampfrobotik zu ersetzen – angesichts von Technologie und Kassenlage sei das „alternativlos“. Sein Kollege Guy Parmelin (SVP) nannte den Verzicht auf Neubeschaffungen immerhin finanziell nachvollziehbar.
Dass die Eidgenossen ein Materialproblem haben, bestreitet niemand: Die rund sechs Jahrzehnte alten Schützenpanzer vom US-Typ M113 fielen bereits mehrfach wegen technischer Mängel aus. Doch alt und überflüssig sind zwei verschiedene Dinge.
Der Panzer wurde schon 1917 totgesagt
Der wissenschaftliche Direktor des Panzermuseums Munster, Ralf Raths, weist auf einen simplen Befund hin: Beide Seiten setzen im Ukraine-Krieg weiterhin massenhaft Panzer ein. In Social-Media-Clips sehe die Drohnenjagd auf Stahlkolosse leicht aus – die unzähligen Fehlversuche lande jedoch niemand auf Youtube.
Entscheidend sei etwas anderes: Drohnen könnten die eigentliche Aufgabe von Panzern nicht erfüllen. Am Ende gehe es im Krieg darum, Boden zu nehmen, zu halten und zu verteidigen. Der Panzer, so Raths, müsse „seine Existenz transformieren“ – abgeschrieben sei er nicht. Bereits 1917, ein Jahr nach seinem ersten Auftreten, wurde er für tot erklärt.
Vom Vorschlaghammer zum Drohnenträger
Drei Entwicklungspfade skizziert der Militärhistoriker: der „schleichende“ Panzer mit Tarn- und Störtechnik statt massierter Stoßkraft; der Panzer als mobiler Drohnenträger, vergleichbar mit dem Sprung vom Panzerkreuzer zum Flugzeugträger; und der ferngelenkte Kampfroboter. Frankreich zeigte auf der Rüstungsmesse Eurosatory 2026 mit dem „Capint“ bereits ein robotisiertes Fahrzeug auf Leopard-2-A8-Chassis mit unbemanntem Turm.
Die unbequeme Anschlussfrage: Was passiert, wenn die Funkverbindung reißt und eine KI im Gefecht allein entscheidet? Darauf hat bislang niemand eine überzeugende Antwort.
Bezahlen darf der Bürger
Bemerkenswert ist die Finanzierung: Der Bundesrat plant eine befristete Mehrwertsteuererhöhung und einen verschuldungsfähigen Rüstungsfonds. Erst wird der Fähigkeitsverlust mit Sparzwang begründet – dann greift man doch in die Taschen der Steuerzahler und in den Schuldentopf. Ein Muster, das auch deutschen Bürgern schmerzhaft vertraut vorkommen dürfte.
Sicherheitspolitik auf Pump, technologische Wetten mit ungewissem Ausgang, steigende Abgabenlast: Wer sein Vermögen langfristig gegen politische Fehlkalkulationen absichern will, setzt traditionell auch auf krisenerprobte Sachwerte wie physisches Gold und Silber.
Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wir sprechen keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen aus. Jeder Leser ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich und sollte sich eigenständig informieren.
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