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Kettner Edelmetalle
26.02.2026
06:47 Uhr

Orden zweiter Klasse: Selenskyj degradiert deutschen Außenminister zum Bittsteller

Es ist eine diplomatische Ohrfeige, die es in sich hat. Während Deutschland seit vier Jahren Milliarden um Milliarden in die Ukraine pumpt, während der deutsche Steuerzahler mit insgesamt rund 94 Milliarden Euro an ziviler und militärischer Hilfe zur Kasse gebeten wird, reicht es für den deutschen Außenminister Johann Wadephul (CDU) in Kiew offenbar nur für die zweite Reihe. Präsident Wolodymyr Selenskyj verlieh dem CDU-Politiker bei dessen Besuch in der ukrainischen Hauptstadt lediglich den Verdienstorden „Für Verdienste" in der zweithöchsten Stufe. Ein Affront? Mindestens eine bemerkenswerte Geste.

Pistorius bekam mehr – und Deutschland gab damals weniger

Besonders pikant wird die Angelegenheit im direkten Vergleich. Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) wurde bereits 2024 von Selenskyj mit dem Verdienstorden erster Klasse ausgezeichnet – also der höchsten Stufe, die laut offiziellem Statut für Ressortchefs souveräner Staaten vorgesehen ist. Wadephul hingegen, der als Außenminister der neuen Großen Koalition unter Friedrich Merz nach Kiew reiste, musste sich mit weniger zufriedengeben. Eine Erklärung aus dem ukrainischen Präsidentenbüro? Fehlanzeige. Man schweigt sich aus.

Dabei hätte Selenskyj allen Grund, Deutschland mit besonderer Wertschätzung zu begegnen. Nach Angaben der Bundesregierung hat die Bundesrepublik seit dem 24. Februar 2022 zivile Unterstützung in Höhe von 39 Milliarden Euro sowie militärische Hilfe im Umfang von 55 Milliarden Euro geleistet oder zumindest bereitgestellt. Deutschland zählt damit zu den größten Unterstützern der Ukraine weltweit – und wird dafür mit einem Orden zweiter Klasse abgespeist.

Dankbarkeit sieht anders aus

In der offiziellen Begründung aus Kiew heißt es, Wadephul werde für seine „konsequente Unterstützung" der Ukraine sowie sein Eintreten für verlässliche Sicherheitsgarantien gewürdigt. Deutschland nehme innerhalb Europas eine führende Rolle bei Umfang und Organisation der Hilfen ein. Insbesondere die gelieferten Flugabwehrsysteme hätten maßgeblich zum Schutz der Zivilbevölkerung beigetragen. Schöne Worte – doch wenn die Anerkennung dann in der Praxis eine Stufe niedriger ausfällt als beim Vorgänger im Amt, darf man sich schon fragen, welche Botschaft Selenskyj damit senden möchte.

Ist es vielleicht ein subtiler Hinweis darauf, dass Kiew sich von der neuen Bundesregierung unter Merz noch mehr erhofft? Oder gar eine Abstrafung dafür, dass die CDU-geführte Koalition möglicherweise nicht so bedingungslos liefert, wie es sich die ukrainische Führung wünscht? Die Fragen drängen sich auf, doch Antworten bleiben aus.

Der deutsche Steuerzahler als stiller Verlierer

Was bei all dem diplomatischen Protokoll-Theater völlig untergeht, ist die Perspektive jener Menschen, die diese gigantischen Summen letztlich finanzieren: die deutschen Bürger. Fast 100 Milliarden Euro an Hilfen – in einer Zeit, in der die eigene Infrastruktur bröckelt, die Wirtschaft schwächelt und die Bundesregierung gleichzeitig ein 500 Milliarden Euro schweres Sondervermögen auf den Weg bringt, das kommende Generationen mit Schulden belastet. Während in deutschen Städten Brücken gesperrt werden und Schulen verfallen, fließen die Milliarden nach Osten. Und als Dank gibt es einen Orden zweiter Klasse.

Man muss kein Diplomat sein, um zu erkennen, dass hier etwas grundlegend im Ungleichgewicht ist. Deutschland lässt sich seit Jahren als Europas Zahlmeister einspannen – ob bei der EU, bei der NATO oder eben bei der Ukraine-Hilfe. Und die Gegenleistung? Ein freundliches Lächeln, ein paar warme Worte und ein Orden, der eigentlich für eine Stufe darunter vorgesehen wäre. Friedrich Merz hatte im Wahlkampf versprochen, deutsche Interessen wieder stärker in den Vordergrund zu rücken. Dieser Vorfall in Kiew zeigt auf schmerzliche Weise, wie weit Anspruch und Wirklichkeit noch auseinanderliegen.

Es wäre an der Zeit, dass die deutsche Außenpolitik nicht nur Schecks unterschreibt, sondern auch den Respekt einfordert, der einem der größten Geber zusteht. Denn wer zahlt, sollte nicht in der zweiten Reihe stehen müssen.

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