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28.08.2026
05:15 Uhr
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Opel holt China ins Haus – 650 Ingenieure müssen gehen

Opel holt China ins Haus – 650 Ingenieure müssen gehen
Symbolbild: KI-generiert

Die deutsche Traditionsmarke mit dem Blitz steht vor dem nächsten Einschnitt: 650 Ingenieursstellen fallen im Entwicklungszentrum Rüsselsheim weg. Zugleich entsteht das nächste Opel-Modell, ein Elektro-SUV, erstmals gemeinsam mit dem chinesischen Hersteller Leapmotor. Opel-Chef Florian Huettl verteidigt den Kurs in einem Interview – und will darin ausdrücklich keine Kapitulation sehen.

Von 7000 auf 1000 Entwickler

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Medienberichten zufolge arbeiteten in Rüsselsheim einst rund 7000 Ingenieure; nach dem jüngsten, im April angekündigten Abbau sollen etwa 1000 übrig bleiben. Seit der Trennung von General Motors im Jahr 2017 ist die Entwicklungsmannschaft damit Schritt für Schritt geschrumpft.

Huettl begründet das nüchtern: Entwicklung in Deutschland sei teuer, Aufgaben müssten im Stellantis-Konzern effizient verteilt werden. Rüsselsheim bleibe Kompetenzzentrum für Fahrassistenz und autonomes Fahren, in Dudenhofen entwickelten Spezialisten für den gesamten Konzern.

Der Betriebsrat sieht das anders und hat gegen den Kahlschlag protestiert. Er warnt Berichten zufolge davor, mit Leapmotor die chinesische Konkurrenz ins eigene Haus zu holen – und fordert den Erhalt der „Opel-DNA“.

„With China for the World“

Der neue SUV soll in Europa gebaut werden, laut Branchenberichten in Spanien, auf Basis der Leapmotor-Technik. Stellantis hält über 20 Prozent an dem chinesischen Hersteller und führt die Mehrheit am Gemeinschaftsunternehmen Leapmotor International. Huettl spricht von einem „echten Opel“ – und von Zugriff auf chinesische Stärken bei Software, Batterie und Elektronikarchitektur.

„Nicht wie andere ‚In China for China‘, sondern ‚With China for the World‘.“

Auf den Vorhalt, das sei der wahr gewordene Albtraum der europäischen Autoindustrie, verweist der Opel-Chef auf die lange Tradition von Partnerschaften in der Branche. Den technologischen Rückstand bei elektronischen Komponenten räumt er offen ein: China habe sich über Jahrzehnte gezielt auf Elektrotechnik ausgerichtet – mit niedrigen Lohnkosten und einer Fülle spezialisierter Ingenieure.

Zehn Prozent Marktanteil für China – im Juni

Chinesische Marken hätten in Europa im Juni bereits zehn Prozent des Gesamtmarkts erreicht, so Huettl. Die EU-Ausgleichszölle auf E-Autos hält er offenbar für nicht ausreichend: Er fordert ein „Level-Playing-Field“ und ein Prinzip „Made in Europe“ – wer hier verkaufe und von Förderung profitiere, solle hier auch investieren.

Aus Sicht unserer Redaktion ist genau das die bittere Bilanz einer Industriepolitik, die den Verbrenner regulatorisch abgeräumt hat, bevor Europa bei Batterie und Software konkurrenzfähig war. Hohe Energiekosten, hohe Arbeitskosten, Bürokratie – Huettl nennt die Standortprobleme beim Namen. Auch den hohen Krankenstand spricht er an und begrüßt angekündigte Maßnahmen der Bundesregierung.

E-Corsa für 25.000 Euro – 2028

Ein Datum legt der Opel-Chef nun fest: Der rein elektrische Corsa soll 2028 kommen und rund 25.000 Euro kosten. Ein fixes Verbrenner-Aus gebe es dagegen nicht mehr; der ursprünglich angepeilte Termin 2028 sei bereits kassiert worden. Immerhin: Der nächste Astra werde wieder in Rüsselsheim produziert.

Für die Beschäftigten bleibt das ein schwacher Trost. Wenn ausgerechnet das Entwicklungsherz einer deutschen Traditionsmarke ausgedünnt wird, während die Schlüsseltechnologie aus Fernost kommt, ist das mehr als eine Firmennachricht – es ist ein Symptom.

Hinweis: Dieser Beitrag gibt die Einschätzung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Er stellt keine Anlageberatung dar. Wer Vermögen aufbaut oder sichern möchte, sollte eigenständig recherchieren und Entscheidungen in eigener Verantwortung treffen. Physische Edelmetalle können in einem breit gestreuten Portfolio eine sinnvolle Ergänzung zur Vermögenssicherung sein.

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