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Ölschock beendet Endlos-Kreuzfahrt: 200 Bewohner stranden in Kambodscha

Ölschock beendet Endlos-Kreuzfahrt: 200 Bewohner stranden in Kambodscha
Symbolbild: KI-generiert

Der Traum vom ewigen Leben auf See ist vorerst geplatzt. Die „Villa Vie Odyssey“, die seit Oktober 2024 ohne festes Ende um die Welt fahren sollte, liegt im kambodschanischen Hafen Sihanoukville fest. Der US-Betreiber Villa Vie Residences hat den Betrieb eingestellt und die rund 200 Bewohner aufgefordert, von Bord zu gehen. Als Grund nennt er die explodierenden Treibstoffkosten.

Von 1800 auf 8000 Dollar: Die Rechnung, die keiner zahlen will

Die Zahlen sind brutal. Nach Angaben des Unternehmens lagen die Spritkosten früher im Schnitt bei etwa 1800 Dollar pro Kabine und Monat. In Teilen Asiens seien es zuletzt schätzungsweise 6000 bis 8000 Dollar gewesen. Das ist mehr als eine Vervierfachung.

Diese Last könne man nicht vollständig an die Bewohner weitergeben, erklärte Villa Vie am Dienstag. Der finanzielle Druck auf das Geschäftsmodell sei nicht länger tragbar. Nun wolle sich die Firma restrukturieren und binnen 60 Tagen frisches Kapital auftreiben. Ob das gelingt? Eine Garantie gibt das Unternehmen ausdrücklich nicht.

Medienberichten zufolge sollen die Bewohner nach einer internen Mitteilung nur wenige Stunden Zeit gehabt haben, das Schiff zu verlassen. Unter ihnen sind Menschen, die ihre Kabinen gekauft, gemietet oder per Mietkauf erworben hatten. Für sie war die Odyssey kein Urlaubsdampfer, sondern ihr Zuhause.

Ein Fahrplan bis 2027, der nur noch Makulatur ist

Laut dem Hafen von Sihanoukville befanden sich 203 Passagiere aus 15 Ländern und 156 Crewmitglieder an Bord. Die meisten Bewohner stammen nach Angaben der Nachrichtenagentur AP aus den USA. Platz wäre für bis zu 650 Menschen gewesen.

Am 23. Oktober hatte das Schiff für einen geplanten Fünf-Tages-Stopp angelegt, danach sollte es nach Vietnam gehen. Daraus wurde nichts. Pikant: Noch am 20. Oktober warb der Fahrplan mit einer bestätigten Reise bis November 2027 – mehr als 425 Ziele in 147 Ländern.

Schon der Start war holprig. Wie damals berichtet wurde, saß die Odyssey, ein 1993 gebautes ehemaliges Kreuzfahrtschiff, 2024 rund vier Monate in Belfast fest, bevor sie Ende September endlich ablegen durfte.

Zuschläge abgelehnt – und jetzt?

Laut einem Bloomberg-Bericht wiesen die Passagiere zusätzliche Zahlungen zunächst zurück. Firmengründer Mikael Petterson habe von 500 Dollar mehr pro Monat plus Treibstoffzuschlag gesprochen. Die Betriebskosten seien insgesamt um rund 50 Prozent auf drei Millionen Dollar monatlich gestiegen. Unterkunft und Transport innerhalb Kambodschas übernehme Villa Vie vorerst. Die Heimreise müssen die Bewohner dagegen selbst bezahlen.

Hormus als Nadelöhr: Der Ölmarkt zeigt seine Zähne

Hinter dem Debakel steht ein handfester Ölpreisschock. Seit Beginn des Krieges mit dem Iran Ende Februar und den Störungen in der Straße von Hormus ist die Versorgung Asiens mit Rohöl und Ölprodukten massiv teurer geworden. Die Reederei ließ das Schiff zwar langsamer fahren und länger in Häfen liegen. Gereicht hat das nicht.

Marine-Gasöl kostete am Dienstag in Singapur, dem größten Bunkerhafen der Welt, rund 1342 Dollar je Tonne. Das ist fast doppelt so viel wie vor dem Krieg. Dazu kommen knappe Vorräte und lange Lieferzeiten.

Die Lehre aus Sihanoukville

Die gestrandete Odyssey ist mehr als eine kuriose Randnotiz. Sie zeigt im Kleinen, wie schnell geopolitische Krisen scheinbar sichere Kalkulationen pulverisieren. Wer sein Vermögen komplett an ein einziges Versprechen kettet, steht im Ernstfall am Kai – mit Koffer, aber ohne Plan B.

Gerade in Zeiten von Energieschocks und Inflationsdruck setzen viele Sparer deshalb auf Streuung. Physisches Gold und Silber kann dabei als krisenfeste Beimischung in einem breit aufgestellten Portfolio einen wertvollen Beitrag zur Vermögenssicherung leisten.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Leser sollte eigenständig recherchieren und ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich.

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