
Ălpreis rutscht ab: Bringt ein Iran-Deal die Wende am Golf?

Zwischen Vernichtungsdrohung und Verhandlungstisch: Am Rande der UN-Generalversammlung in New York haben Vertreter der USA und des Iran am Dienstag rund drei Stunden lang verhandelt. Die ĂlmĂ€rkte reagierten am Mittwoch prompt mit Erleichterung. Die Preise gaben nach, denn viele HĂ€ndler hoffen auf ein Ende der Blockade an der wichtigsten Ălroute der Welt.
Brent unter 100 Dollar, WTI deutlich schwÀcher
Brent-Rohöl, die internationale Referenzsorte, verbilligte sich zur Lieferung im November um 0,89 Prozent auf 98,37 Dollar je Barrel. Die US-Sorte West Texas Intermediate fiel noch stÀrker, nÀmlich um 1,5 Prozent auf 89,16 Dollar.
Nach Entspannung sieht das trotzdem nicht aus. Im August notierte Brent zeitweise noch unter 90 Dollar. Das Preisniveau bleibt also schmerzhaft hoch, und das bekommen Autofahrer, Spediteure und die energiehungrige deutsche Industrie Tag fĂŒr Tag zu spĂŒren.
Trumps Doppelspiel vor der Weltgemeinschaft
Kurz zuvor hatte Donald Trump die WeltbĂŒhne betreten, wie man ihn kennt. Er stehe vor einer âgroĂen Entscheidungâ, sagte er vor der UN-Vollversammlung: entweder ein Abkommen mit Teheran oder die âVernichtungâ des Landes. Wenige Stunden spĂ€ter klang er deutlich versöhnlicher. Man habe ein âsehr gutes Treffenâ mit der iranischen Delegation gehabt, erklĂ€rte der US-PrĂ€sident.
Beobachter kennen dieses Muster. Seit dem Beginn des Krieges mit amerikanischen und israelischen Luftangriffen im Februar wechsle Trump immer wieder zwischen Eskalationsdrohungen und der AnkĂŒndigung, ein Deal stehe kurz bevor, heiĂt es in Medienberichten. Ein vorlĂ€ufiges Friedensabkommen aus dem Juni ist inzwischen gescheitert. US-Sender berichteten auĂerdem, Trump halte eine Einigung erst nach den Kongresswahlen im November fĂŒr möglich. Beobachter sehen darin mehr Wahlkampf als Diplomatie.
Hormus: das Nadelöhr der Weltwirtschaft
Im Mittelpunkt steht die StraĂe von Hormus. Durch diese Meerenge zwischen dem Iran und der Arabischen Halbinsel lĂ€uft normalerweise etwa ein FĂŒnftel des weltweit gehandelten Ăls. Teheran hĂ€lt die Route geschlossen, und Washington blockiert im Gegenzug die iranischen HĂ€fen.
Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, könnte der Iran die Meerenge innerhalb einer Woche wieder öffnen. Voraussetzung sei allerdings, dass die USA ihren militÀrischen Druck verringern und die Hafenblockade aufheben. ZusÀtzlich vermittelt Pakistan zwischen den beiden Seiten.
Die âInterventionszoneâ ĂŒber 100 Dollar
Paolo Broccardo, Chef der digitalen Privatbank BankPro, hĂ€lt die pakistanische Vermittlung fĂŒr ein Mittel, um das Risiko einer gröĂeren Eskalation zu verringern. Einen krĂ€ftigen Preissprung erwarte er vorerst nicht. In den vergangenen fĂŒnf Handelstagen sei der Ălpreis um fast zwölf Prozent gefallen. Oberhalb von 100 Dollar liege eine Art âInterventionszoneâ, in der beide Seiten ihre FriedensbemĂŒhungen jedes Mal verstĂ€rkt hĂ€tten.
Was das fĂŒr deutsche Verbraucher bedeutet
FĂŒr Deutschland ist das ein bitterer Befund. Hierzulande hĂ€ngen die Energiepreise nicht nur an Hormus, sondern auch an COâ-Abgaben, Netzentgelten und einer Energiepolitik, die Kritiker seit Jahren als Standortrisiko bezeichnen. Jeder Ausschlag am Golf trifft eine Volkswirtschaft, die ohnehin kaum noch Puffer hat.
Ob die Hoffnung trĂ€gt, ist offen. Diplomatie unter Trump folgt keinem Fahrplan, und ein einziger Tweet kann den Markt wieder drehen. Wer sein Vermögen vor solchen geopolitischen Schocks schĂŒtzen will, setzt deshalb gerne auf Werte, die in keiner Meerenge feststecken. Physisches Gold und Silber haben sich in Krisen seit Jahrhunderten bewĂ€hrt und eignen sich als stabile Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar und ist keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren, Rohstoffen oder Edelmetallen. Jeder Anleger sollte sich eigenstĂ€ndig informieren und trĂ€gt die Verantwortung fĂŒr seine Anlageentscheidungen selbst.
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