
Ölpreis im Spannungsfeld: Iran-Drohungen und Trumps Zoll-Debakel halten Märkte in Atem
Die globalen Ölmärkte befinden sich in einem Zustand nervöser Anspannung. Während die Rohölpreise nahe ihren Sechsmonatshochs verharren, blicken Händler und Investoren gebannt auf zwei Krisenherde gleichzeitig: die eskalierende Konfrontation zwischen den USA und dem Iran sowie das juristische Erdbeben rund um Trumps Zollpolitik. Ein explosives Gemisch, das die Energiemärkte in eine Art Schockstarre versetzt hat.
Zwischen Kriegsangst und Abwarten
Die Referenzsorte Brent notierte zuletzt bei rund 71,47 Dollar pro Barrel – ein minimaler Rückgang von 0,27 Prozent, der die eigentliche Dramatik der Lage kaum widerspiegelt. Auch das amerikanische Pendant WTI gab nur marginal nach und stand bei 66,29 Dollar. Auf Wochensicht verzeichneten beide Sorten jedoch ein Plus von beachtlichen 5,3 Prozent. Der erste Wochengewinn seit drei Wochen.
Der Grund für diese Zurückhaltung? Die Märkte rechnen offenbar damit, dass ein möglicher US-Militärschlag gegen den Iran frühestens in der kommenden Woche erfolgen könnte. Man befinde sich „zwischen der Erwartung, was mit den USA und dem Iran passieren wird, und der Leugnung, dass ein Angriff stattfinden wird", so ein Analyst. Eine treffende Beschreibung für die schizophrene Stimmungslage an den Rohstoffbörsen.
Die Straße von Hormus als Nadelöhr der Weltwirtschaft
Was viele Beobachter besonders beunruhigt: Der Iran liegt direkt an der Straße von Hormus, durch die etwa 20 Prozent des weltweiten Ölangebots transportiert werden. Ein militärischer Konflikt in dieser Region könnte die globale Ölversorgung empfindlich treffen und die Preise in die Höhe katapultieren. Trump hatte Anfang der Woche unmissverständlich gedroht, dass dem Iran „schlimme Dinge" widerfahren würden, sollte es keine Einigung zur Beendigung des iranischen Atomprogramms geben. Der iranische Außenminister habe daraufhin angekündigt, innerhalb weniger Tage einen Gegenvorschlag vorlegen zu wollen.
Dass Trump gleichzeitig begrenzte Militärschläge in Erwägung ziehe, macht die Situation nicht weniger brisant. Händler und Investoren haben in den vergangenen Tagen verstärkt Kaufoptionen auf Brent-Rohöl erworben – ein klares Signal, dass die Profis auf steigende Preise wetten. Man warte auf ein „potenziell binäres Ergebnis" und müsse entscheiden, ob man Trumps Worte für bare Münze nehmen solle, hieß es von Seiten der Saxo Bank.
Supreme Court kippt Trumps Zoll-Notstandsgesetz – und niemanden interessiert es
Bemerkenswert ist, was die Ölmärkte an diesem Tag nicht bewegte: Die historische Entscheidung des US Supreme Court, der Trumps Nutzung eines Notstandsgesetzes zur Erhebung von Zöllen gegen mehrere Länder für verfassungswidrig erklärte. Ein Urteil, das unter normalen Umständen die Märkte hätte erschüttern müssen. Doch die Reaktion? Praktisch null.
Die Erklärung dafür ist so simpel wie bezeichnend für die Trump-Ära: Die Marktteilnehmer gehen schlicht davon aus, dass die Zölle „auf anderem Wege" durchgesetzt werden. Und tatsächlich – Trump kündigte noch am selben Tag an, einen vorübergehenden globalen Zoll von 10 Prozent für 150 Tage zu verhängen, um die vom Gericht gekippten Abgaben zu ersetzen. Die Gewaltenteilung als lästiges Hindernis, das man elegant umschifft? Für europäische Beobachter ein beunruhigendes Signal, das zeigt, wie wenig institutionelle Schranken in der aktuellen US-Politik noch bedeuten.
Fallende Lagerbestände stützen den Preis
Zusätzliche Unterstützung erhielten die Ölpreise durch Berichte über sinkende Rohölbestände in den USA. Die Lagervorräte seien um 9 Millionen Barrel gefallen, während die Raffinerieauslastung und die Exporte zulegten, wie aus einem Bericht der US-Energieinformationsbehörde hervorging. Ein fundamentales Argument für höhere Preise.
Gleichzeitig schweben die Überangebotssorgen wie ein Damoklesschwert über dem Markt. Die OPEC+ erwäge offenbar, ab April die Ölförderung wieder hochzufahren. Analysten von JP Morgan warnten, dass der Ölüberschuss, der sich bereits in der zweiten Jahreshälfte 2025 abgezeichnet habe, auch im Januar angehalten habe und voraussichtlich bestehen bleibe. Um einen übermäßigen Lageraufbau bis 2027 zu verhindern, seien Produktionskürzungen von 2 Millionen Barrel pro Tag erforderlich.
Was bedeutet das für Anleger?
Die aktuelle Gemengelage am Ölmarkt verdeutlicht einmal mehr, wie fragil die globalen Lieferketten und Energiemärkte geworden sind. Geopolitische Spannungen, unberechenbare politische Entscheidungen und eine zunehmend instabile Weltordnung schaffen ein Umfeld maximaler Unsicherheit. In solchen Zeiten erweisen sich physische Edelmetalle wie Gold und Silber traditionell als verlässlicher Anker der Vermögenssicherung – unabhängig von politischen Launen und gerichtlichen Entscheidungen.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Die dargestellten Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Information. Jede Anlageentscheidung sollte auf Basis eigener Recherche und gegebenenfalls nach Rücksprache mit einem qualifizierten Finanzberater getroffen werden. Für etwaige Verluste, die aus der Nutzung der hier bereitgestellten Informationen resultieren, übernehmen wir keinerlei Haftung.
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