
Ölmarkt-Poker: Reeder wetten Milliarden auf den Durst nach schwarzem Gold – während die Grünen vom Ende des Öls träumen

Es ist eine Wette von historischem Ausmaß. Während in Berlin und Brüssel die selbsternannten Weltenretter das Ende des fossilen Zeitalters herbeireden, sprechen die knallharten Kaufleute der Weltmeere eine ganz andere Sprache. Über 600 neue Öltanker stehen derzeit in den Auftragsbüchern der Werften – Ende 2023 waren es gerade einmal 80. Wer glaubt, dass ausgerechnet die Reeder, die ihr Vermögen mit dem Transport von Rohöl verdienen, an ein baldiges Ende des Öls glauben, der irrt gewaltig.
Ein Bestellboom, der Bände spricht
Allein im ersten Halbjahr 2026 hätten die Reeder weltweit bereits 261 neue Tanker geordert – mehr als im gesamten Vorjahr. Man lasse sich diese Zahl auf der Zunge zergehen: Menschen, die ihr eigenes Kapital riskieren, setzen auf einen steigenden Ölverbrauch. Nicht die Beamten, nicht die Ministerialbürokraten, sondern jene, die im Falle einer Fehlkalkulation Millionen verlieren würden.
Fast zwei Drittel dieser Aufträge entfallen auf sogenannte Very Large Crude Carriers, kurz VLCC – die Königsklasse der Rohöltanker. Die bestellte Ladekapazität übertrifft damit den bisherigen Rekord aus dem Jahr 2008 um satte 50 Prozent. Ein Signal, das lauter kaum sein könnte.
Die Straße von Hormus als Brandbeschleuniger
Auslöser dieses Booms ist die dramatische Eskalation am Persischen Golf. Die Kämpfe im Nahen Osten haben den Verkehr durch die Straße von Hormus, eine der wichtigsten Nadelöhre des weltweiten Energiehandels, empfindlich gestört. Große Rohöl- und Flüssiggastanker blieben zeitweise ganz aus.
Vor der Eskalation kostete die Charter eines Supertankers weniger als 50.000 Dollar pro Tag. Danach schoss die Spitzenrate zeitweise auf sagenhafte 424.000 Dollar hoch.
Ein Preissprung, der die Reeder in einen regelrechten Kaufrausch versetzt hat. Sofort verfügbare Schiffe erzielen inzwischen groteske Preise: Ein rund fünf Jahre alter, also gebrauchter Supertanker kostet derzeit etwa 172 Millionen Dollar. Ein fabrikneues Schiff wäre mit rund 132 Millionen Dollar deutlich günstiger. Doch wer heute bestellt, muss oft Jahre auf die Lieferung warten – und diese Zeit hat kaum jemand.
China zieht im Hintergrund die Fäden
Bemerkenswert ist, wer von diesem Boom am meisten profitiert. Zwar führen griechische Reedereien die Bestellungen an, gefolgt von Unternehmen aus China und Singapur. Doch gebaut wird der Löwenanteil der neuen Tanker im Reich der Mitte. Peking festigt damit seine dominierende Stellung im Weltschiffbau weiter – während der einst stolze deutsche und europäische Schiffbau längst zur Randnotiz verkommen ist. Man fragt sich unweigerlich: Wo bleibt eigentlich die europäische Industriepolitik, während sich Deutschland lieber mit Genderfragen und Heizungsgesetzen beschäftigt?
Späte Lieferung, ungewisses Risiko
Ganz ohne Risiko ist die Wette freilich nicht. Die Bestellungen reagieren auf die heutigen Engpässe, doch viele der neuen Tanker erreichen den Markt erst ab 2028. Sollte sich die Lage an der Meerenge entspannen, könnte der Bedarf an zusätzlicher Transportkapazität sinken. Die Internationale Energieagentur, ohnehin bekannt für ihre grünen Prognosen, erwartet für 2026 eine deutlich schwächere Nachfrageentwicklung.
Doch die OPEC, also jene, die vom Ölgeschäft tatsächlich leben, rechnet weiterhin mit einem steigenden weltweiten Ölverbrauch. Wem man hier mehr Glauben schenken sollte, dürfte eine rhetorische Frage sein. Die Realität an den Weltmeeren straft die grünen Weltuntergangspropheten jedenfalls eindrucksvoll Lügen.
Was der kluge Anleger daraus lernt
Die Lehre aus diesem Milliardenpoker ist eindeutig: Wer sein Kapital riskiert, folgt nicht ideologischen Wunschträumen, sondern harten Fakten. Der weltweite Energiehunger ist ungebrochen – ganz gleich, wie oft man in Berlin das Gegenteil behauptet. In unsicheren Zeiten, in denen geopolitische Spannungen ganze Handelsrouten lahmlegen und Charterraten explodieren, zeigt sich einmal mehr, wie fragil unsere Weltwirtschaft geworden ist.
Gerade in solchen turbulenten Phasen bewähren sich Sachwerte, die keiner Werft, keiner Meerenge und keinem politischen Kalkül unterliegen. Physisches Gold und Silber haben über Jahrtausende bewiesen, dass sie Krisen überdauern – als krisenfeste Beimischung in einem breit gestreuten Vermögensportfolio, die weder von Charterraten noch von den Launen der Tagespolitik abhängt.
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