
Öl vor Atombombe: Vance nennt das wahre US-Kriegsziel im Iran

US-Vizepräsident J.D. Vance hat die Prioritäten Washingtons im Iran-Krieg neu sortiert – und dabei bemerkenswert offen gesprochen. In einem Interview mit dem Sender Fox News bezeichnete er einen niedrigen Ölpreis als derzeit wichtigstes Ziel der Vereinigten Staaten. Die Verhinderung iranischer Atomwaffen? Nur noch Platz zwei.
Damit rückt der zweite Mann im Weißen Haus jene Begründung in den Hintergrund, mit der Präsident Donald Trump den Ende Februar begonnenen Krieg gegen die Islamische Republik über Monate hinweg gerechtfertigt hatte.
„Öl und Gas günstig halten“ – das oberste Ziel
Vance verwies darauf, dass der Ölpreis zuletzt gefallen sei und deutlich unter den Höchstständen der ersten Kriegsphase liege.
„Das ist das oberste Ziel: Öl und Gas für die US-Bürger im ganzen Land günstig zu halten.“
Erst danach nannte er das Ziel, dass Teheran „niemals in den Besitz einer Atomwaffe“ gelangen dürfe. Beide Ziele, so der Vizepräsident, seien auf gutem Weg. Eine Rangfolge, die viele Beobachter aufhorchen lässt.
Der Widerspruch zum Präsidenten
Denn Trump hatte wiederholt betont, der Krieg diene vor allem der Verhinderung einer iranischen Bombe – notfalls auch um den Preis kurzfristiger wirtschaftlicher Opfer für die eigenen Bürger, etwa durch hohe Spritpreise. Vance wiederum gehörte Berichten zufolge zu den skeptischsten Stimmen im Kabinett, als es um den Kriegseintritt ging.
Ist die Neubewertung also ehrliche Kurskorrektur – oder schlicht Innenpolitik? In einem Land, in dem die Benzinpreise seit jeher Wahlen entscheiden, ist die Antwort naheliegend. Und mit Blick auf die Zwischenwahlen wird jeder Cent an der Zapfsäule zur politischen Währung.
Hormus: Teherans schärfste Waffe ist kein Sprengkopf
Seit Kriegsbeginn hält der Iran die Straße von Hormus nahezu vollständig für den Schiffsverkehr geschlossen – jene Meerenge, durch die ein erheblicher Teil des weltweit gehandelten Öls fließt. Die Folge: Die Preise schossen weltweit nach oben.
Zwar haben sie sich zwischenzeitlich deutlich beruhigt, liegen aber immer noch rund 20 bis 30 Prozent über dem Vorkriegsniveau. Medienberichten zufolge kletterte die Nordseesorte Brent im März zeitweise fast auf 120 US-Dollar je Barrel, fiel nach einem Rahmenabkommen im Juni unter 75 Dollar – und sprang im Juli erneut über die Marke von 100 Dollar. Zuletzt pendelte der Preis Berichten zufolge im Bereich um 80 Dollar. Volatilität pur.
Teherans Preis für die Öffnung – vom Atomprogramm keine Rede
Für ein Ende der Blockade verlangt Teheran unter anderem den Abzug der US-Streitkräfte aus der Region, die vollständige Aufhebung sämtlicher Sanktionen sowie die bedingungslose Freigabe eingefrorener Vermögenswerte. Vom Atomprogramm ist in diesem Forderungskatalog nicht die Rede. Zusätzlich plant der Iran laut Medienberichten künftig Gebühren für die Passage der Meerenge.
Für Europa und besonders für Deutschland ist das mehr als eine Randnotiz. Energiepreise sind der Taktgeber der Inflation – und die deutsche Industrie zahlt ohnehin schon Rekordpreise, während die Politik in Berlin an Klimazielen und Milliarden-Sondervermögen feilt, statt die Energiekosten zu senken.
Was Anleger daraus mitnehmen können
Geopolitische Schocks lassen sich nicht terminieren. Wer sein Vermögen breit aufstellt, hat historisch besser geschlafen – physisches Gold und Silber gelten seit Jahrhunderten als bewährte Beimischung, wenn Kriege, Blockaden und Energiepreise das Papiervermögen ins Wanken bringen.
Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wir sprechen keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen aus. Jeder Leser ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich und sollte sich eigenständig informieren.
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